Roque Bentayga

Fotos folgen. Der Kartenleser vom Laptop ist defekt!



Der Roque Bentayga kann nur zu den Öffnungszeiten des Besucherzentrums besucht werden, ansonsten versperren Schranken den Weg auf den Gipfel hinauf.

Auf dem kleinen Parkplatz am Fuße des Roque Bentayga war noch eine Parklücke frei in die Frank den Allmo passgenau einparkte.

Am Besucherzentrum wurden wir von zwei jungen Männern begrüßt, die uns empfahlen zunächst in das Museum zu gehen (extra für uns wurde ein Film über den Roque Bentayga auf Deutsch gestartet). Die Informationstafeln in dem Museum hielten Informationen auf Spanisch, Englisch und Deutsch bereit.

Es wurde viel über die Altkanarier und die am Roque Bentayga befindlichen Höhlen (überwiegend zu Wohnzwecken, aber auch als Vorratskammer und Grabstätte) berichtet.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Roque Bentayga. Interessante Felsen befinden sich ja meist in höheren Lagen und so kraxelten wir über einen für Touristen gut ausgebauten/angelegten Weg nach oben. Weit war die Strecke nicht, die immer wieder tolle Blicke ins Tal und auf Tejeda, ermöglichte, aber hoch. Aus Tejada vernahmen wir Klänge einer afrikanischen Gesangsgruppe.

Mit berghochlaufen haben wir es ja beide nicht so, dementsprechend waren wir leicht aus der Puste, als wir noch ca. 550 Metern am höchsten begehbaren Punkt ankamen. Der Herr, der nach uns dort ankam, atmete ähnlich schwer wie wir. Es geht also auch anderen so wie uns.

Majestätisch lag der Fels vor uns. Die Sonne schien genau von der richtigen Seite. Wir verschnauften etwas und ließen die Umgebung auf uns wirken. Wir befanden uns an dem Punkt, an der sich die ehemalige Versammlungs-/Kultstätte (Almogaren).

Die am und um den Felsen herum befindlichen Höhlen konnten wir nicht sehen. In dem Film wurde auch erklärt, dass diese nicht oder nur sehr schwer zugänglich sind. Vermutlich wäre es für die breite Masse zu riskant, dorthin zu wandern.

Der Roque Bentayga steht im Schatten des Roque Nublo. Nicht wortwörtlich, da liegen schon noch einige Kilometer dazwischen. Während beim Roque Nublo reger Besucherandrang herrscht, geht es beim Roque Bentayga ruhiger zu. Wir fanden es so recht angenehm und sind gespannt, was uns am Roque Nublo, den wir natürlich auch noch besuchen werden, erwarten wird.

Nach 1,1 Kilometern und 40 Minuten waren wir wieder am Besucherzentrum. Wir plauderten noch eine ganze Weile mit den beiden jungen Männern. Und wollten uns anschließend den Roque Bentayga von der anderen Seite des Tals ansehen.

Eine schmale Bergstraße führte zum Dorf El Roque, das wohl so heißt, weil die paar Häuser von einem riesigen Felsen bewacht werden.

Roque Perro del Bentayga



Auf halben Weg stoppten wir am Roque Perro del Bentayga, einer interessant aussehenden Felsformation. Nachdem wir zunächst die restlichen Teilchen der Dulceria Nublo verputzen, sahen wir uns die Felsen etwas genauer an. War vorhin am Roque Bentayga der Weg gut ausgebaut und Touristenfreundlich angelegt, so befanden wir uns nun im Abenteuer-Modus.

Über Stock und Stein ging es immer weiter über den Felsrücken. Kleine Höhlen und Nischen hatten sich gebildet. Frank entdeckte einen Tisch mit Stühlen für Zwerge. Tatsächlich waren die Steine entsprechend formiert.

Nach der Erkundungstour des Roque Perro del Bentayga musste Frank ein paar Videos von seiner Kamera überspielen, damit wieder Speicherkapazität freigegeben wurde.


Zwischenzeitlich kam uns der Gedanke, die Nacht über hier stehen zu bleiben. Doch falls uns jemand weg schicken sollte, dann wäre es doch sinnvoll jetzt noch bis zu den Cuevas del Rey im Dorf El Roque zu fahren. Und das taten wir schließlich auch.

Cuevas del Rey – El Roque



Die schmale Straße führte uns weiter bergab, immer den interessanten Felsen entgegen. Viele „Fenster“, also Höhleneingänge, waren in den roten Felsen zu erkennen. Zum Glück waren wir so schlau, nicht über die gepflasterte Straße weiter in das Dorf zu fahren, denn das wäre – mangels Platz –  in einer Katastrophe geendet.

Stattdessen wendete Frank den Allmo an dem Abzweig, der zu zwei weiteren Dörfern führte und parkte Allmo ein wenig die Straße rauf (von wo wir kamen) an einem schmalen Seitenstreifen.

Von unserem Parkplatz aus, gingen wir auf den Felsen mit den Höhlen zu, blickten zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht, dass das unser Ziel ist.

Vor dem Dorf (an dem Abzweig) steht eine kleine Informationstafel zu den Cuevas del Rey. Die Höhlen gehören mit zu den wichtigsten Zeugnissen der Altkanarier.

Rechts an dem Gebäude vorbei und über die geflasterte Fläche erreichten wir den Ortskern (welch ein hochtrabender Begriff). Drehen und Wenden wäre dort mit Allmo nahezu unmöglich gewesen. Wir hatten genau richtig entschieden ab Wegesrand zu parken.

Eine weitere Beschilderung zu den Cuevas gab es nicht und so liefen wir erstmal geradeaus. Die dortigen Höhlen wurden anscheinend für die Schweinemast genutzt. Zumindest roch es sehr stark danach.

Ein Blick auf Maps.Me ergab, dass wir eindeutig falsch waren. Ein paar Meter zuvor führte eine schöne neuaussehende Treppe hinauf. Ein Trampelpfad, der an der linken Felsenseite entlang führte, brachte uns dann zu den Höhlen. Wobei wir zunächst in kleinen Serpentinen einige Höhenmeter überwinden mussten.

Die Höhlen waren teilweise richtig groß und hatten innen wiederrum kleinere Nischen. Zwischen den verschiedenen Etagen gab es manchmal eine Art „Durchreiche“.

Am Ende rückte der Roque Bentayga immer näher. Der Höhlenfelsen befand sich überwiegend im Schatten, vielleicht wäre der Vormittag vom Lichteinfall her die bessere Tageszeit. Aber es ist wie es ist.

Wir wollten auf Nummer sicher gehen, falls wir auf dem Platz am Roque Perro del Bentayga nicht übernachten dürfen, dass wir die Cuevas del Rey und den rückwärtigen Blick auf den Roque Betayga nicht verpassen.

Zwei Kilometer später waren wir also wieder an unserem ausgeguckten Übernachtungsplatz. Allmo parkte direkt in Fluchtrichtung, wir gönnten uns je ein kühles Radler und Frank baute das Dachzelt auf.

Die Sonne schien und während ich den Tagesbericht tippte entstaubte Frank den Luftfilter. Eigentlich wollte er das erst morgen früh machen. Aber dann hatte er wohl Hummeln im Hintern. 

Bevor die Sonne hinter einem der Höhlen-Felsen unterging, zauberten wir uns noch schnell unser Abendessen. Es gab Wraps, die schnell zubereitet waren. Als die Sonne hinter den Felsen verschwand wurde es schnell kühler (kein Wunder auf rund 1100 Metern Höhe) und dann auch ruckzuck dunkel.



Abends durfte ich dann feststellen, dass mein Laptop die Speicherkarte der Kamera nicht mehr auslesen wollte. Aber auch keine andere Karte. Folglich funktioniert der Kartenleser am Laptop nicht mehr. Immerhin waren die Bilder auf der Kamera sichtbar, also ein kleiner Trost, dass sie nicht weg sind.

In der Dunkelheit erleuchteten die Lichter von Tejeda den Berghang zu unserer linken und über uns leuchteten die Sterne.

Montag, 4. Dezember 2023


Niemand verscheuchte uns von diesem schönen Flecken Erde und wir verbrachten eine sehr angenehme Nacht. Am Morgen waren es im Koffer nur 16 Grad und die Standheizung brachte uns etwas Wärme.

Wir standen nicht nur für den Sonnenuntergang perfekt, sondern auch für den Sonnenaufgang. Die Sonne kam hinter dem Bergrücken hervor und erwärmte direkt die Doka.

Lange blieben wir nicht mehr, denn wir wollten nicht zu spät am Roque Nublo sein.

tbc

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