Über ein Ferienhaus auf Hawaii dachten wir in unserem Urlaub 2015 nach. Allerdings kommt man als nicht-Amerikaner kaum an ein Grundstück und wenn man vielleicht doch die Chance hätte, stellt sich die Frage: Will ich wirklich mehrere 100.000 Dollar für ein Mini-Appartement in die Hand nehmen? Hawaii liegt nun mal nicht um die Ecke. Ist Florida eine Alternative? Lohnt sich die ganze Idee überhaupt? Wie viel Urlaub könnten wir für 300.000 – 400.000 Dollar machen? Also: Verworfen!

Das Thema „Weltreise“ schwirrte auch immer mal wieder in unseren Köpfen. Besonders nach den Berichten über „Otto“ und „Hudo“.

Wie genial wäre es, mit einem Auto die Welt zu umrunden? Franky war schon immer begeistert, wenn er mit den Reifen den Teer verlassen konnte. Auch mein off-road-Interesse wurde endlich geweckt, als wir im Juni 2016 bei der Qualifikation für die Land Rover Experience Tour Peru in Wülfrath kurz unter Anleitung im Gelände waren. Für die Endrunde qualifizierten wir uns zwar nicht. Dennoch hatten wir einen Eindruck ins off-road Abenteuer gewinnen können. Schon beeindruckend, was so ein Landi im Gelände alles kann!

Erste Off-Road Erfahrungen


Im Rückblick betrachtet war es daher eigentlich eine Schande, dass ich im Sommer 2016 nicht alleine mit Franky durch Botswana fahren wollte. Auch als off-road-Anfänger hätten wir alles alleine fahren können. Allerdings haben wir Einiges, insbesondere was auch das Verhalten in der Wildnis angeht bei unserer hummeldumm-Tour, gelernt und wollen den Urlaub, so wie er war auch nicht missen.

Für 2017 überlegten wir uns, dass wir selber durch die Wildnis fahren möchten und haben Uganda als unser Ziel auserkoren. Mit einem Toyota Landcruiser mit roof-top-tent waren wir 2 Wochen als Dachzeltnomaden unterwegs. Den Reisebericht über Uganda findet ihr auf unserer Website.

Roadtrip Uganda 2017

Theoretisch hätte Uganda für uns eine Probe sein sollen. Wie gefällt uns diese Art des Reisens? Können wir uns vorstellen, dass später auch mal längerfristig zu machen? Wie kommen wir off-road klar?

Gefährt für eine Weltreise gesucht


Doch dann kam das Wochenende um den 13. Mai 2017. Ich weiß gar nicht, was geschehen ist … aber plötzlich waren wir bei dem Thema Weltreise und welches Fahrzeug denn dafür in Frage kommt. Schnell war klar, dass wir für eine richtige Weltreise mehr benötigen als einen Wagen mit Roof-top-tent. Bei shit Wetter möchte ich nicht im klammen Zelt sitzen. Wenn man jedoch autark sein und nicht in festen Unterkünften übernachten möchte, wäre ein Unimog doch ein tolles Gefährt. Geländegängiger geht es wohl kaum. Schnell ein paar YouTube-Videos geschaut. Interesse? Und wie!

Frank musste montags in den Osten der Republik und hat sich kurzerhand auf den Weg zu einem Händler gemacht, der Unimogs verkauft. Nach diesem Besuch war der Unimog jedoch gedanklich abgeschrieben. Zu langsam, zu laut, zu viel Sprit, zu wenig Gelände. Macht keinen Sinn! Stattdessen bekam er die Empfehlung ein Feuerwehr- oder THW-Fahrzeug ins Auge zu fassen.

Dienstags war Franky auf dem Rückweg bei einem anderen Händler angehalten. Dort stand ein Feuerwehrauto von der Stadt Bonn, der in der online-Auktion zu ersteigern war. Tippitoppi in Schuss.

Alternativ hatte Franky im Internet ein Fahrzeug in Füssen gesehen, dass ebenfalls bei der Versteigerung angeboten wurde. Die Auktion endete Freitag (19.05.2017). Ich werde den ganzen Tag unterwegs sein. Wie ist unser Limit, damit Franky weiß bis wohin er bieten kann?  6.000 EUR! Abgemacht!

Ein Feuerwehrauto für Kurzentschlossene


Während der Altbier-Safari mit meinen Kollegen in der Düsseldorfer Altstadt, hatte Franky mir per Whats App versucht zu erklären, dass wir die Auktion gewonnen haben. Ich stand aber ganz schön lange auf dem (Feuerwehr)Schlauch, was wohl den 4 Bierchen geschuldet war, die ich schon intus hatte.

Ich saß also im Kürzer (das Bier dort schmeckte mir überhaupt nicht), als ich fassungslos realisierte, dass wir soeben ein Feuerwehrauto als Unsers bezeichnen können. „Wie jetzt?“ „Jetzt echt?“ JA!  Und ich hatte noch getextet, dass Füssen ja auch weit weg ist und es bestimmt noch andere Möglichkeiten gibt. Zu dem Zeitpunkt hatte Franky allerdings schon erfolgreich geboten. Zwar 300 EUR über unserem abgesprochenen Limit. Aber: Was soll’s? „Na dann: Prost!“

So kam es also, dass wir keine Woche nach dem wir unsere Gedanken zum Thema Weltreise etwas vertieft hatten, plötzlich im Besitz eines Feuerwehrautos waren.

LG
Sandra

Die nachfolgenden Bilder sind aus der Zollauktion:



tbc

2 thoughts on “Wieso und wofür ein Feuerwehrauto?”

  1. Hallo zusammen,
    ich habe auch mal kurzfristig eine Art „Feuerwehr-Auto-Sucht“ entwickelt – und habe nun mehrere.
    Zwei oder drei davon will ich behalten und nun überlegen wir uns aber, dasselbe Fahrzeug unter Beibehaltung des originalen Aufbaus und mit so wenig Veränderungen wie nötig zum Wohn-/Schlafmobil umzugestalten.
    Das einzige, was uns bisher eigentlich davon abgehalten hat, ist die Breite des Fahrzeugs von 2,50 m.
    Ist das für (süd)europäische Straßenverhältnisse nicht etwas „unpraktisch“? Und was bringt Allrad eigentlich, wenn man nicht gerade „in die Wüste“ will? Habe derzeit einen Feuerwehr-Vario (Kastenwagen) mit einem zulässigem Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen, kein Allrad, aber mit Diff.-Sperre – der ist lediglich 2,19 m breit, doch selbst da kann es gelegentlich schon mal eng werden.
    Was sind da Eure Erfahrungen?
    Herzliche Grüße
    Siggi

    1. Hallo Siggi,

      hast du ausreichend Platz für deinen Fuhrpark? 😉

      Bisher sind wir mit Allmo nur in Luxemburg, Belgien und Nord-Frankreich gewesen, wie du auch auf der Webseite siehst. Das war unsere erste richtige Testfahrt im letzten Jahr. Weiter haben wir es mit ihm leider noch nicht geschafft 

      Auf den Strecken kamen wir mit ihm von der Größe her überall zurecht. Haben ihn aber auch mal, mangels Parkplätzen für Große, vor der Ortschaft geparkt und sind mit unseren Rädern reingeflitzt. So würden wir es aber auch bei der langen oder anderen Reisen händeln: Allmo stehen lassen und mit den Rädern weiter. Ob sich das als gut erweist werden wir dann noch sehen.

      Da wir sonst eher Langstrecke fliegen und daher bis auf einmal Kroatien keinen Auto-Urlaub in Europa gemacht haben, kennen wir die Schmale-Straßen-Thematik/Problematik nur vom Hören-Sagen.

      Wir haben auch nur schlanke 7,49 Tonnen, sind momentan aber nur bei rund 5,2 Tonnen. Ist also noch einiges an Luft nach oben. Die Diff.-Sperre ist doch auch schon mal besser als gar nichts.

      Wir planen eine Weltumrundung und wollten daher auf Allrad nicht verzichten. Um einfach auf Nummer sicher zu gehen. Ursprünglich hatten wir mal an etwas Kleineres wie einen Landy oder Jeep gedacht, fanden die aber für eine längere Reise vielleicht nicht so ganz komfortabel.

      Wo kommst du denn her? Oder wo kann man deinen Fuhrpark bewundern?

      Viel Spaß auf jeden Fall mit den Feuerwehren.

      Liebe Grüße
      Frank & Sandra

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