unterwegs in Nis



Serbien ist, im Vergleich zu den anderen Ländern des ehemaligen Jugoslawiens sehr groß. Daher mussten wir heute einige Kilometer vorwärts kommen. Als Zwischenziel war Nis eingeplant. Die Stadt lag ungefähr 130 Kilometer entfernt, was einer Fahrzeit von ungefähr 3 Stunden entsprach.

Natürlich gaben wir uns Mühe die mautpflichtige Autobahn zu meiden. Was uns anfangs sehr gut gelang. Lustigerweise verlief die Landstraße die meiste Zeit neben der Autobahn entlang. Natürlich gab es auf der Landstraße zwischendurch kleine Ortschaften und viel mehr Kurven. Dadurch war unsere Geschwindigkeit geringer, als wenn wir auf der Autobahn gefahren wären. Aber so sahen wir mehr von Land und Leuten.

Uns fiel auf, dass die Verkehrsschilder mit den Orts- und Richtungsangaben häufig nur in kyrillisch beschriftet waren.  Aus den anderen Balkanländern und auch aus Griechenland waren wir es bisher gewohnt, dass die Ortsnamen auch in Latein auf den Schildern geschrieben standen. Wie gut, dass wir inzwischen ein paar Buchstaben lesen können und somit nicht völlig verwirrt durch die Gegend fahren.

Auch heute stellten wir fest, dass Karten-Gockel und unser großes Navi mit dem mautpflichtigen Straßen überfordert sind. Daher ist nun bei beiden neben „Mautstraßen vermeiden“ nun auch „Autobahnen vermeiden“ eingestellt. Damit sollte wir die nächsten Tage in Serbien hoffentlich problemlos umher fahren können.


Ein großes Problem hatten wir heute zwar nicht. Trotzdem standen wir plötzlich am Ende einer Landstraße vor einem Mauthäuschen. Wir wendeten und nahmen den nächsten Feldweg (irgendwer hatte die Leitplanke an der Stelle weggeflext) und fuhren mit einem kleinen Umweg über die Autobahn hinweg und auf der anderen Seite neben der mautpflichtigen Straße weiter in Richtung Nis.

Fast drei Stunden später waren wir dann endlich in Nis angekommen und parkten Allmo auf den Parkplätzen der elektrotechnischen Fakultät. Sonntags sind die Campus-Parkplätze zum Glück nicht bzw. nur wenig belegt.

Die Festung von Nis



Durch eine kleine Grünanlage erreichten wir nur wenige hundert Meter weiter die Festung von Nis. Eine neuaussehende Brücke führte uns über den Burggraben in das innere der Festung. Das weitläufige Gelände der Festung ist nun eher als Park bzw. kleines Nah-Erholungsgebiet angelegt.

Wir sahen uns eines der Pulver-Lager von innen an. Anstatt Pulver fanden wir ein wenig Müll, was sonst.

Interessant war die Sammlung der Stein-Monumente, die aus dem 1. – 4. Jahrhundert stammen sollen und von der Festung Nis und aus der näheren Umgebung nun im Park ausgestellt werden.




Auch eine alte Moschee und die Reste einer Basilika und Grundsteine byzantinischer Straßen sind innerhalb der Festungsmauern zu finden. Der ehemalige Hammam wurde zu einem Jazz-Museum umfunktioniert. Die für ein türkisches Bad typischen kleinen Kuppeldächer sind natürlich noch zu sehen.

Durch das große Stambol Tor verließen wir die Festung von Nis in Richtung Innenstadt. Diese befindet sich direkt gegenüber von dem Tor. Nur von einer Straße und dem Fluss Nisava getrennt. Menschenmassen kamen uns entgegen. Klar, es war Sonntag und gutes Wetter. Das zieht die Menschen nach draußen.

Am König Milan Platz fühlten wir uns beinah wie in einer deutschen Großstadt. Von weitem sahen wir bereits das H & M Zeichen an einem der Gebäude.

In der Einkaufsstraße reihten sich die Geschäfte aneinander (u. a. New Yorker, Deichmann und dm).  Erstaunlicherweise waren manche Geschäfte tatsächlich geöffnet.



Frank gönnte sich einen Döner, während ich leer ausging (was daran lag, dass ich nichts Passendes zu Essen fand. Ich suchte allerdings auch nicht sehr intensiv.)

Nach einem kurzen Schlenker durch die Innenstadt von Nis gingen wir wieder durch das Stambol Tor in die Festung hinein. Wir erklommen ein Stück der Festungsmauer und blickten durch die Schießscharten zurück in die Innenstadt.

Anschließend ging es zurück zu Allmo. Auf dem Campus-Parkplatz wollten wir nicht für die Nacht stehen bleiben. Daher fuhren wir noch gut 40 Kilometer weiter.

tbc

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