Poblado de la Atalayita



Auf dem Weg an die Küste durchfuhren wir plötzlich ein Lavagebiet, was auch noch als solches zu erkennen war. Vor über 100.000 Jahren floss die Lava der Vulkane La Laguna und Liria in Richtung Pozo Negro. Das Gebiet, das von der Lava erfasst wurde, wird als Malpais Grande bezeichnet.

Vor hunderten von Jahren ließen sich Siedler, die ursprünglich aus Nordafrika kamen in dem Gebiet nieder. Sie bauten eine Siedlung aus den Lavasteinen, hielten Vieh und bauten Pflanzen an. Die Lage war strategisch gut gewählt. Der Zugang zum Meer und damit zu Fischen befand sich nur etwas zwei Kilometer entfernt. In der Nähe befanden sich Wasserquellen. Die Siedlung wird Poblado de la Atalayita genannt.

Ein kleines Informationszentrum hält entsprechende Informationen über die Siedlung bereit. Die kleinen kreisrunden Gebäude, wurden aus Lavasteinen in einer Trockenbauweise gebaut und schlossen nach oben mit einer Kuppel ab.

Auf dem mit einer Mauer aus Lavastein umfassten Gebiet sind noch ein paar besser oder schlechter erhaltene kleine Gebäude zu sehen. Die Eingänge und Durchgänge sind so unfassbar niedrig und schmal gebaut. Ob die Menschen damals so viel kleiner waren? Ein nummerierter Rundweg führt durch einen kleinen Teil der Siedlung, in der 200 Menschen gewohnt haben sollen.



Zu Beginn ist ein größeres Gebäude mit zwei Räumen auf die alte Bauweise nachgebaut worden. Was es für die Besucher etwas anschaulicher macht.

An den Picknickbänken waren zwei kleine Pavillons aufgebaut und Familien mit kleinen Kindern (Kindergartenalter oder Jünger) waren mit irgendwas beschäftigt. Anscheinend fand dort eine Veranstaltung für die Kleinen statt. Ein Herr mit einem T-Shirt von dem Poblado kam aus dem Gewusel auf uns zu und fragte, ob in dem Informationszentrum soweit alles für uns verständlich gewesen wäre.

Nach dem Rundgang durch das Poblado de la Atalayita stärkten wir uns bei Allmo.

Zwei Wege führten nun zu unserem Übernachtungsziel und wir entschieden uns zunächst den Weg über die Piste entlang der Siedlung zu nehmen. Dort war vorhin ein Wagen langgefahren, aber auch wieder zurückgekommen. Wir wollten sehen, ob für uns der Weg nach Pozo Negro befahrbar ist.

Wir passierten auf dem schmalen Weg ein paar kleine Auswaschungen, die aber nicht weiter dramatisch waren. Doch dann war auf einem Stück zu viel durch die Erosionen weggebrochen und das auf einer zu schmalen Fläche. Auf meinen Hinweis, dass ich gerne umdrehen möchte, ließ Frank sofort Taten folgen.

Wäre das der einzige Weg gewesen, dann hätten wir jetzt vielleicht Steine oder irgendwas zum Unterfüttern in die ausgewaschene Stelle gelegt, aber wo es doch parallel eine perfekt geteerte Straße gab, war das Unsinnig. Und wer weiß, was die 2,5 Kilometer bis nach Pozo Negro noch für Überraschungen für uns bereitgehalten hätten.

Also kehrten wir zum Parkplatz zurück, fuhren durch das Lavafeld und folgten der geteerten Straße in Richtung Meer.

tbc

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