unterwegs im Durmitor Nationalpark - Panoramastraße 2



Nach wenigen Kilometern auf der Hauptstraße, die Richtung Zabljak führte, bogen wir links ab. Ein Schild, das auf die Panoramastraße 2 verweist, war nirgends zu sehen. Einmal richtig abgebogen, kann man sich auf der Panoramastraße nicht mehr verfahren.

Zunächst ging es vorbei an kahlen Bäumen, doch schnell tauchten vor uns hohe Berge. Leider waren diese noch ziemlich stark von dicken Wolken eingehüllt. Wir genossen die Fahrt, durch diese wirklich atemberaubende Landschaft. Unzählige Male parkten wir Allmo am Straßenrand, in kleinen Buchten (wo es halt auf einer eigentlich nur einspurigen Straße halt so ging) und sprangen für ein paar Fotos raus.



Leider war es so extrem windig, dass insbesondere ich wieder schnell in die warme und geschützte Doka flüchtete. Eigentlich war das sehr schade, denn unzählige Holzbänke luden zum verweilen und zum genießen der Aussichten ein.

Auf fast 2000 Metern Höhe schoss der Wind uns nur so um die Ohren. Es gibt tatsächlich eine Steigerung von kalt. Nämlich s..kalt. Dafür bahnte sich aber so langsam die Sonne ihren Weg durch die Wolken und blauer Himmel kam zum Vorschein.





Der höchste Berg des Bergmassivs im Durmitor Nationalpark, der Bobotov Kuk, lag auch auf unserem Weg. Auf dem Holzschild am Wegesrand stand eine Höhenangabe von 2523 Metern. Damit ist er der dritthöchste Berg Montenegros.  Insgesamt gibt es im Durmitor Nationalpark 48 Berge, die höher als 2000 Metern sind. Wirklich unglaublich!

Unterwegs sahen wir an ein paar Stellen kleine Herden von Wildpferden. Zumindest vermuten wir, dass es sich um Wildpferde handelt. Auch Fohlen waren mit dabei.

Nachdem wir uns entlang der südlichen Panaromastraße kaum an der unfassbar schönen Landschaft satt sehen konnten, wurde es auf dem Stück (so grob) Richtung nördlicher Panoramastraße, etwas unspektakulärer.




Wir kamen an einzelnen Häusern vorbei. Generell scheint in der Gegend aber eher der Sommertourismus stattzufinden. Es gibt so einige kleine Holzhütten (zum übernachten?). Die kleinen Verkaufsstände mit Schildern, die auf Honig oder Käse hinweisen waren alle geschlossen.

Da die nördliche Route schlechter zu befahren sein soll, suchten wir uns unterwegs einen Übernachtungsplatz. Es war zwar noch früh, aber die 80 km lange Runde wollten wir heute definitiv nicht vervollständigen.

An einem Abzweig von der Panoramastraße fuhren wir einen kleinen Hügel hoch und stellten uns an den Rand der Schotterstraße. Nur zwei Autos fuhren an uns vorbei und kamen einige Zeit später auch wieder den gleichen Weg hinunter gefahren.



Während das Brot im Backofen garte, telefonierten wir mit unserem Schwager, der heute Geburtstag hat. Letztes Jahr hatten wir an dem Tag eine anstrengende, aber schöne Wanderung hinter uns gebracht und genossen den Sonnenuntergang in der Bretagne.

Auch heute gab es einen schönen Sonnenuntergang hinter den Bergen. Der Himmel leuchtete orangerot. Das Leben ist so schön!!!

Morgen wartet die tiefste Schlucht Europas – mit einer Tiefe von 1300 Metern – auf uns, und die zweittiefste der Welt – nach dem Grand Canyon.

Samstag, 12. November 2022



Bereits gestern Abend wehte ein leichter Wind und heute Morgen war es leider nicht besser. Zum Glück hatten wir nur im Hubdach geschlafen und nicht im Dachzelt. Der Wind hatte auch dicke graue Wolken mit im Gepäck, die sich über uns breit machten.

Recht zügig verließen wir unseren Übernachtungsplatz und begaben uns auf die nördliche Runde der Panoramastraße 2. Zunächst ging es etwas trostlos durch kahle Wälder, bis wir endlich richtig im Wald landeten. Um uns herum ragten riesige Nadelbäume (Schwarzkiefern?) in den Himmel hinein. Wenn heute schon Weihnachten wäre, dann wäre es hier richtig idyllisch. Abgesehen von der Kälte natürlich.





Nach einer grünen Weidelandschaft tauchte vor uns plötzlich der Vidikovac Canyon auf. Die völlig bewaldeten Felsen der Schlucht wirkten so ganz anders, als erwartet. Aber schön, dass sie so bewachsen waren.

Der Panoramastraße folgend landeten wir nach so einigen Serpentinen auf der anderen Seite des Canyons, wobei die Aussicht von der ersten Seite schöner war.





Wir bahnten uns weiter unseren Weg über die teilweise schmale und enge Panoramastraße. An ein paar Stellen lagen so einige kleinere Felsstücke auf und neben der Fahrspur. Für unseren Allmo stellt dies ja zum Glück kein Hindernis dar. Erleichtert waren wir bisher darüber, dass wir keinen Gegenverkehr hatten. Nun gut, wir waren ja auch recht früh losgefahren. Die Touristen, die von der Küste kommen, konnten noch nicht so weit sein.

Am Vidovac/Tara-Canyon-Aussichtspunkt, auf fast 2000 Metern Höhe, sahen wir leider gar nichts. Stattdessen wehte uns ein ganz leichter Schneegriesel um die Nase. Die Zweige der Sträucher waren von der Windseite bereits leicht mit Puderzucker bestreut. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Aber es half nichts.





Wenig später begegnete uns das erste Auto auf der Strecke, zum Glück an einer guten Ausweichstelle. Auch bei einem weiteren Fahrzeug passte das Timing perfekt. 

Vom Aussichtspunkt ohne Sicht ging es wieder ein wenig bergab und damit kam auch die Sicht wieder zurück. Vor der Stadt Zabljak verließen wir die Panoramastraße 2 für einen Abstecher zum Aussichtspunkt Curevac. Vom Parkplatz mussten wir nur ein paar Meter zu Fuß den Hügel hinauf und wurden mit einem schönen Blick in den weiten Tara Canyon belohnt.





Und dann waren wir auch schon fast wieder in der Zivilisation. Es war schade, dass das Wetter heute nicht mehr auf unserer Seite war. Wenn wir das geahnt hätten, dann wären wir gestern vielleicht doch noch weitergefahren. Aber so ist es nun mal, und wir können es nicht ändern.

Viel besser und schneller als gedacht, hatten wir den nördlichen Bereich des Durmitor Nationalparks durchfahren. Was natürlich auch am Wetter lag. Den Parkeintritt von 3 Euro pro Person mussten wir nicht zahlen. Alle „Kassenhäuschen“,  die wir passierten, waren nicht besetzt.


tbc

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