
Wir verließen Mina de Sao Domingos bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Mertola. Unterwegs stellten wir fest, dass wir genau ins schlechte Wetter fuhren. Was für eine blöde Idee. Doch es regnete nur etwas.
Beim ersten Blick auf Mertola fielen mir zwei Dinge auf. Die Burg, die über allem thront. Und die weißen Häuser, die aber irgendwie nicht schön aussahen. Nun, für eine Nacht wird die Stadt wohl gehen.
Wir parkten auf einer größeren Fläche, auf der sich keine Camper befanden. Auf der gegenüberliegenden kleineren Fläche standen sie alle brav nebeneinander. Auch das Paar, mit dem wir uns vorhin kurz unterhalten hatten, parkte dort.
Mertola befand sich ein paar Höhenmeter tiefer als Mina de Sao Domingos und tatsächlich war es dort deutlich weniger windig. Dann hatten wir wohl alles richtig gemacht. Allerdings war die Straße noch etwas unruhig, was sich in der Nacht hoffentlich ändern wird.
Wir begannen direkt zu kochen. Schließlich war es für uns, nach spanischer Zeit, bereits eine Stunde später. Während Frank die Frühlingszwiebeln anbriet, kämpfte ich mit dem Empanada-Teig. Schnell Eier und Sahne verrührt, noch den Rest Feta dazu und ab in den Ofen. Lecker war’s.
Am Abend sahen wir noch ein paar Mal die Feuerwehr über die Hauptstraße fahren. Nur mit Blaulicht, ohne Martinshorn. So viele Feuerwehrfahrzeuge wie heute, haben wir auf der ganzen Reise noch nicht gesehen. Man merkt, dass Portugal von den Wassermassen gebeutelt und weiterhin in Alarmbereitschaft ist.
Die kleine Kapelle auf dem Hügel neben uns und die Burg wurden am Abend schön angestrahlt. Zudem war es sternenklar – wenn nicht die ganzen Lichtverschmutzungen gewesen wären.
Freitag, 6. Februar 2026
In der Nacht war das Wetter genauso wechselhaft wie tagsüber. Die Straße war halbwegs ruhig. Erst gegen 6:30 Uhr leerte die Müllabfuhr die Container. Das war ja beinahe human. Die Sonne ging eine Stunde früher auf als gestern. Dies ist natürlich der Zeitverschiebung zuzuschreiben. Dafür war es gestern Abend eine Stunde früher dunkel.
Für die Mittagszeit war etwas stärkerer Wind gemeldet (Windstärke 4), daher machten wir uns am Vormittag auf, um Mertola zu erkunden.
Aus dem städtischen Faltblatt:
„Überall im historischen Zentrum der Museumsstadt Mertola stößt man auf Spuren der Vergangenheit. Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts haben systematisch durchgeführte archäologische Studien kontinuierlich Funde freigelegt und die Altstadt in ein lebendiges Museum verwandelt. Mehrere Zivilisationen haben hier, an den Ufern des Guadiana, eine erstaunliche Vielfalt von Einflüssen hinterlassen, …“.
Mertola wurde 1238 erster Sitz des Ritterordens von Santiago. Vorausgegangen war die christliche Wiedereroberung unter König Sancho II.
Zunächst gingen wir in Richtung des Flusses Guadiana. Das Museum Basilica Paleocrista hatte gerade erst geöffnet (9:10 Uhr). Wie uns bereits die Camper gestern erzählten, sind alle Museen in Mertola kostenfrei zu besichtigen und so war es auch. Es wurde nur in einer Liste vermerkt, aus welchem Land wir kommen.
In dem kleinen Museum sind die Reste einer Basilika und Grabstätten aus dem 5. und 8. Jahrhundert zu sehen. Neben Säulen wurden an der Stelle auch dreißig Grabsteine mit Inschriften bei Ausgrabungsarbeiten entdeckt. Als wir rauskamen, fing es leicht an zu tröpfeln. Während ich noch schnell zum Fluss wollte, kehrte Frank zu Allmo zurück. Lange tröpfelte es nicht und Frank funkte mich an, wo ich denn bin.
Ich wartete am Fluss auf ihn. Es ist erschreckend zu sehen, wie breit der Fluss ist und welche Flächen (die auf Kartengockel Land sind) jetzt vom Fluss vereinnahmt wurden. Das Wasser hat auch eine gute Fließgeschwindigkeit. Wohl einzig die Enten freuen sich über das viele Wasser und ein Storch watete am Ufer entlang.
Unser Weg führte uns durch die schmalen Gassen parallel zum Fluss. Wir bogen zum Uhrturm (Torre do Relógio) ab, der noch trockene Füße hat.
An einem kleinen Park mit acht Apfelsinen-Bäumen befindet sich das Museum Casa Romana im Keller des kleinen Rathauses. Das neue Gebäude wurde auf den alten römischen Fundamenten errichtet, die in Teilen im Keller noch zu sehen sind. Weitere Fundstücke aus Mertola (Keramiken, Säulen) sind ebenfalls ausgestellt.
Das Sträßlein (tatsächlich dürfen dort Fahrzeuge fahren, zum Beispiel sammelte die Müllabfuhr mit einem Pritschenwagen Müll ein, der an einer zentralen Stelle – am Rathaus – abgestellt wurde) führte uns zum Torre do Rio. Von den sechs Pfeilern, die in einem Bogen angelegt sind, war aufgrund des Wasserstandes nur noch der oberste zu sehen und davon auch nur das letzte Stück. Eigentlich steht nur der unterste Pfeiler leicht im Wasser und alle anderen auf dem Trockenen.
Natürlich konnten wir uns das Castelo nicht entgehen lassen. Auch dieses kann kostenfrei besichtigt werden. Die Burganlage ist maurischen Ursprungs und wurde im 13. Jahrhundert erweitert Im Turm gibt es eine sehr kleine Ausstellung und von oben blickten wir auf Mertola. c
Ein Video (auf Englisch oder Portugisich) versorgte uns mit Infos zu dem Ort. Allerdings haben wir nicht so richtig zugehört, sondern eher nur die Bilder verfolgt. Auf dem Turm pfiff uns der Wind um die Ohren, so dass wir schnell wieder abstiegen.
Vorbei an den Bombeiros Volontarios de Mertola gingen wir zu Allmo zurück. Die Feuerwehr sammelt Elektroschrott, um diesen dann gegen ein Feuerwehrauto einzutauschen. Eine gute Aktion, wenn man bedenkt, dass die Leute den Elektromüll dorthin bringen und nicht in der Natur entsorgen.
Immer wieder wechselten sich während unseres Rundgangs durch Mertola Sonne und Wolken ab. Doch es blieb trocken. Erst später bei Allmo regnete es etwas. Natürlich schien danach sofort wieder die Sonne. Der Wind sorgte dafür, dass die Regenwolken genauso schnell verschwinden, wie sie gekommen waren. Dank der Sonne kam wenigstens etwas Energie in unsere Batterien.
Am Nachmittag flitzte ich zu LIDL und holte uns ein paar süße Leckereien. Später ging ich noch zum Weberei Museum. Das hatten wir am Morgen übersehen. Es handelt sich nicht nur um ein Museum, sondern um eine aktive Kooperative „Cooperativa Oficina Tecalagem“. Neben ein paar Ausstellungsstücken der Weberei und Spinnerei, werden dort auch noch auf traditionelle Weise Webwaren (Teppich, Kissen, Beutel, Taschen) hergestellt und verkauft. Die Dame am Webstuhl und zwei Herren unterhielten sich so angeregt auf Portugiesisch, dass ich nicht stören wollte.
Zur kleinen Kapelle Ermida de Nossa Senhora das Neves schaffte ich es nicht mehr hoch. Dunkle Wolken eilten herbei und ein Donnergrummeln war zu hören. Also schnell zurück zu Allmo. Noch während es regnete, kam die Sonne durch die Wolken und ein Regenbogen erschien am Himmel.
Meine gestrige „Halluzination“ sah ich erneut. Und diesmal war ich mir sicher, dass es ein kleines Pony war, dass frei durch das satte Grün lief und sich den Bauch vollschlug. Gestern sah ich nur einen Schweif, der hinter der Ecke verschwand. Nun war es über Stunden (auch der Regen machte „Bonnie, dem Pony“, nichts aus) zu sehen. Auch am nächsten Morgen war Bonnie noch kurz sichtbar, bevor es aus dem Blickfeld verschwand. Wo gehört es hin und warum grast es frei?
Frank nutzte später eine Phase mit weniger Regen (das meiste fällt daneben), um das Zubehör für unser Abendessen nach innen zu holen. Wir wussten ja, dass das Wetter schlechter wird und waren vorbereitet. Es gab Wraps, mit Salat, Tomate, Käse, Salami und Schinken. Morgen wird’s wohl das gleiche geben.
Samstag, 7. Februar 2026
Der Regen schlich sich in der Nacht aus, nur um dann in den frühen Morgenstunden gestärkt zurückzukehren. Unser Brot lagern wir auf dieser Reise innen und mit Marmelade und einem Glas Zwiebelwurst aus unserem Vorrat, war das Frühstück gesichert. Abgesehen davon, dass es regnete, befand sich auf unserer Küchenseite ein wenig Wasser. Wir hätten nicht so nah am Rand parken sollen, wollen aber den Einheimischen nicht unnötig im Weg stehen. Wobei es auf diesem Platz egal ist, weil nur ganz wenige Anwohner ihr Auto am anderen Rand abstellen und es kein Durchgangsweg ist. Aber das wussten wir beim Einparken nicht.
Wir hatten in Mertola alles gesehen und wären eigentlich weitergefahren. Doch ab dem Mittag war wieder heftiger Wind gemeldet (bis 80 km/h), so dass wir lieber blieben. Zumal wir im nächsten Ort auf unserem Weg (Beja) auf einem städtischen Campingplatz übernachten wollen und da gibt’s Bäume. Bäume und Wind müssen sich nicht zwingend vertragen, da blieben wir lieber, wo wir waren.
Im Wetter aussitzen, sind wir inzwischen Profis.
Bis zum Mittag regnete es. Dann blieb es für eine Weile trocken und wir spazierten zu Lidl, Teilchen-Nachschub holen. Die Sonne kam richtig raus und strahlte mit dem blauen Himmel um die Wette. Dies war natürlich nicht von Dauer und es regnete. Und dann schien wieder die Sonne, und es regnete. Sturmtief Marta war sehr launenhaft.
Am späten Nachmittag wollte ich unbedingt wissen, was es mit Bonnie, dem Pony auf sich hat. Ich stellte fest, dass es an einem Pflock angebunden war und deshalb mal sichtbar und mal unsichtbar war. Je nachdem in welchem Radius sich Bonnie bewegte.
Dann flitzte ich noch den Hügel hoch zur kleinen Kapelle. Von oben blickte ich auf den kleinen Fluss, das Castelo und die Häuser von Mertola. Natürlich regnete es später wieder, war trocken, regnete, …
Zum Abendessen gab es wieder Wraps. Frank war auf die Idee gekommen, diese im Kontaktgrill zu erhitzen, wie Paninis. Eine sehr gute Idee und zudem stromsparend. Unsere Batterien waren am Abend genauso voll wie am Morgen. Die Sonne hatte tagsüber unseren Bedarf gedeckt. Prima.
Sonntag, 8. Februar 2026
Der neue Tag startete sonnig und mit blauem Himmel. Die Batterien waren auf 27 Prozent. Also noch im Rahmen. Unser Ziel lag 50 km entfernt und unterwegs konnte der Ladebooster für noch etwas mehr Energie sorgen.
Tbc














































































































































































































































































































































































































