
Das Wetter und die Sturmschäden machten es uns mit unserer weiteren Reise nicht einfach. Jetzt, da die Feder repariert ist, müssen wir nicht mehr zwingend irgendwohin. Nach langem hin und her hatte ich entschieden, dass wir bis nach Sardoal fahren und von dort aus dann weitersehen.
Karten-Gockel und Waze waren sich erst uneinig und dann doch einig. Also folgten wir den vorgeschlagenen Wegen. Zunächst zurück über die N118 bis in die Nähe der großen Brücke, die wir gestern zweimal überfahren hatten.
Vielleicht hätten wir an der Stelle den Tejo in Richtung Santarem überqueren sollen (das war zunächst die Idee von Waze), doch nun wollten beide geradeaus. Also hielten wir uns daran.
Über die N118 kamen wir gut voran. Klar waren immer noch überflutete Felder zu sehen, ganz selten stand mal Wasser auf der Straße. Ein paar umgefallene Bäume und auch ein paar kleine Erdrutsche gab es entlang der Straße. Nichts Dramatisches. Eine Brücke über den Tejo war gesperrt (das wussten wir) und die nächste Brücke, die wir eigentlich nehmen wollten, war nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen und 2,4 m Breite erlaubt. Das sahen wir erst, als wir an der Ampel halten mussten (die Brücke ist nur wechselseitig befahrbar). In dem Moment als Frank mir das sagte, klopfte es auch schon an unsere Tür. Der Herr im Fahrzeug hinter uns, wollte uns darauf aufmerksam machen, dass wir nicht über die Brücke fahren dürfen. Ja, dass hatten wir Sekunden vorher leider auch gesehen.
Frank meinte, dass er auf der Straße ein Schild mit 3,5 Tonnen gesehen hätte. Am Abzweig stand jedoch keins. Erst hinter der Ampel. Schon ein wenig blöd gemacht. Aber Allmo ist ja klein und wendig und war ruckzuck umgedreht, ohne die Grünphase zu stören.
Also weiter am Südufer des Tejo bis nach Abrantes. Unterwegs stoppte die GNR den Verkehr. Ein Bagger beseitigte Schlamm von der Straße. Als das erledigt war, wurde die Straße wieder freigegeben.
In Abrantes waren letzte Woche Jörg und Nicole (4×4 Himmelbett) nicht weitergekommen, weil die N2 vom Süden nach Abrantes gesperrt war. Auch auf Umwegen und vom Norden her konnten die beiden nicht in die Stadt gelangen.
Viele Kurven brachten uns näher an Abrantes. Wir folgten brav den Verkehrsschildern und standen dann vor einer Teilsperrung der N2. Also ab durch die Stadt, obwohl diese für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen (außer Lieferverkehr) gesperrt ist.
Einen Zwischenstopp in Abrantes ließen wir ausfallen. Es regnete (wie eigentlich die ganze Fahrt über) und bei dem Wetter wäre es wenig spaßig bis zur Festung zu laufen. Abrantes ist sehr hügelig und wir schlängelten uns durch die Stadt. Beruhigend fand ich, als uns ein 40-Tonnen-LKW entgegenkam. Immer gut zu wissen, denn wo der durchpasst, passen wir auch durch.
Und dann hatten wir die Stadt auch schon hinter uns gelassen und nahmen Kurs auf die A23. Diese ist mautfrei. Eine Abfahrt später fuhren wir runter und die letzten Kilometer auf Sardoal zu.
Wir folgten dem Schild „parque autocaravanas“ und ignorierten das 3,5 Tonnen Schild. Durch die kurze schmale Passage zwischen den Häusern kamen wir gut durch. Ein Pkw musste warten. Aber das wäre auch bei zwei Pkws so, dass einer warten muss. Und dann waren wir auch schon fast am Camper-Stellplatz.
Von den fünf Stellplätzen waren drei belegt. Wir schnappten uns einen der beiden freien Plätze. Der Stellplatz ist kostenfrei, dennoch muss man sich anmelden und erhält im Gegenzug einen Schlüssel für den Stromkasten und für den Wasseranschluss.
Als es halbwegs trocken war, flitzte ich zur Feuerwache, die rund 500 Meter entfernt lag. Es reichte die Vorlage eines Ausweises. Meine Daten wurden notiert, auch das geplante Abreisedatum, wobei das im Grunde auch egal ist, und ich bekam den Schlüssel für unseren Platz. Der jüngere englischsprechende Feuerwehrmann, hatte uns vorhin in Abrantes gesehen. Wie lustig! Auf dem Rückweg musste es natürlich mehr regnen.
Wetterbedingt gab es zum Abendessen Wraps.
Donnerstag, 12. Februar 2026
Den Regen nachts hatte ich verschlafen. Der Tag startete trocken. Die Sonne traute sich noch nicht ganz durch die Wolkendecke hindurch. Während des Tages schaffte sie es aber ein wenig, um dann später wieder hinter den Wolken zu verschwinden.
Nach dem Frühstück machte ich mich auf die Socken. Bei Wikiloc hatte ich zwei Strecken rausgesucht, die ich kombinieren wollte. So der Plan. Direkt nach einem Kilometer war der Tunnel nicht begehbar. Im Grunde gab es gar keinen Weg, der offiziell durch den Tunnel geführt hätte. Im Sommer kann man bestimmt über die Wiese und dann trockenen Fußes durch den Tunnel laufen. Jetzt stand darin Wasser. Also folgte ich dem Weg und sah mich mit einer mit Wasser gefüllten Senke konfrontiert. Natürlich blieben Schuhe und Socken nicht trocken. Und so lief ich bereits nach 1,2 km mit nassen Füßen. Läuft …
Der nächste Weg sah auch nicht passierbar aus und somit musste ich ein Stück entlang der N2 laufen. Diese war zum Glück nicht sehr stark befahren. An der Ampelkreuzung bog ich links ab. Zwei DPD-Fahrzeuge hatten sich dort getroffen. Später stand nur noch einer mit Warnblinklicht dort. Vermutlich hatte der andere die Pakete übernommen.
Ich folgte der geteerten Straße nach Entrevinhas. Die dortigen Mühlen waren mein Ziel und von der Kreuzung aus auch schon ausgeschildert (Moinhos). Die Strecke verlief leider nicht sehr eben und so musste ich etwas bergab und wieder bergan laufen. Die linke Zufahrt zu den Mühlen ist derzeit wenig empfehlenswert (Auswaschungen und ob der übrige Boden sehr tragfähig ist bleibt fraglich).
An den Mühlen selbst ist es recht nett. Es gibt zig Picknickbänke, zwei kleine Grillstellen, sogar ein Toilettenhäuschen. Leider hat’s dort oben mehrere große Bäume umgehauen. Zurück ging ich über die andere Zufahrt, die gut befahrbar ist. Allerdings nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen.
Entlang der Straße lief ich zur Kreuzung zurück und dann geradeaus Richtung Sardoal. Wieder entlang der Straße, auf der nichts los war. Kleine Erdrutsche, ein paar umgefallene Bäume, Wasser, das im kleinen Rinnsal die Straße hinunterläuft, begleiteten mich auf meinem Weg.
Der Markierungsstein der N2 (Marco Aniversario da EN2 Sardoal – km 386) war mein Ziel. Gestern waren wir dort ins Dorf abgebogen, hatten jedoch nicht angehalten. Wozu auch, es hatte schließlich geregnet. Dummerweise hatte ich unseren Allmo-Aufkleber vergessen mitzunehmen. Auf einer der angrenzenden Picknickbänke legte ich eine kurze Pause ein.
Auf ging’s in den Endspurt. Bevor ich zu Allmo zurückkehrte, drehte ich noch eine Runde durch das Dorf und sah mir mehrere Brunnen an. Zur majestätischen Korkeiche Sobreiro de Dona Maria lief ich auch noch.
Dann nahm ich geradewegs Kurs auf Allmo. Vorbei ging’s am Platz mit dem Pranger und ein paar alten Gebäuden. Ich stoppte kurz an einer Bäckerei und kaufte 2 Pasteis de Nata und eine Fruchtschnitte.
Zur alten Kirche bog ich nicht mehr ab. Das war mir mit der Kuchenbox dann zu blöd. Und so war ich nach 13,4 km bzw. 3,5 Stunden zurück.
Zur Belohnung für meine Laufen gab es nach zwei Scheiben Brot auch noch die frisch gekauften Küchlein. Wir saßen auf einer der vier Picknickbänke, am Olivenbaum. Eigentlich nett gemacht.
Für den Abend war wieder Regen gemeldet (und den ganzen folgenden Tag), also schälte und kochte Frank bereits mittags Kartoffeln. Das war so eine große Menge, dass es für die nächsten Tage Kartoffeln in verschiedenen Varianten.
Ich unternahm währenddessen noch einen Spaziergang zu der alten Kirche und vorbei an der Feuerwache. Zwanzig Minuten und 1,5 Kilometer später war ich fertig für heute. Wir saßen noch ein wenig draußen, bis die Sonne komplett von den Wolken verdrängt wurde. Eine kleine Eidechse interessierte sich für Franks Füße. Ob das am Geruch lag? 😉
Zum Abendessen wandelte Frank die gekochten Kartoffeln in Bratkartoffeln um. Dazu gab es panierte Lummerschnitzel und gebratene Zwiebeln. Noch war es trocken, doch die dunkleren Wolken nahmen zu.
Freitag, 13. Februar 2026
Zur Nacht hin begann es zu regnen. Immer wieder wurde ich durch kräftigeren Regen geweckt. Auch ein paar stärkere Windböen traten auf.
Den Tag über waren Regen und Wind gemeldet. Doch wiedermal hatten wir mit unserem Platz Glück. Die stärkeren Böen waren überschaubar und Sonne und Wolken wechselten sich mit plötzlich einsetzenden heftigen Schauern ab. Dieses Aprilwetter hielt sich den ganzen Tag. Ein Regenbogen durfte natürlich nicht fehlen.
Nach dem Aufwachen nutzten wir die kurze trockene Phase, um unsere Frühstücksutensilien und Brotbackzubehör samt Ofen nach innen zu holen. Der Backofen spendete beim Brotbacken etwas Wärme und erwärmte abends Kartoffelecken und küchenfertige panierte Hähnchenschnitzel.
Den Tag verbrachte ich mit viel Überlegen, Recherchieren und Planen. Dachte ich gestern noch, dass wir weiter durch Portugal in nördliche Richtung fahren, entschied ich mich heute dagegen. Für den Norden und Nordwesten ist die kommende Woche etwas schlechteres Wetter gemeldet. Ein wenig in östliche Richtung soll es freundlicher werden. Daher werden wir morgen nicht zu dem nur 21 km entfernten geografischen Mittelpunkt von Portugal fahren (dieser liegt nördlich von Sardoal), sondern uns in Richtung Osten halten.
Samstag, 14. Februar 2026
Am Abend und auch zu Beginn der Nacht regnete es noch etwas. Doch – wie gemeldet – verzog sich das schlechte Wetter und am Morgen war es sonnig. Geht doch!
Wir klemmten Allmo vom Strom, ließen ihn auf die Entsorgung und fuhren dann zur Feuerwehr. Zusammen mit dem Schlüssel für den Stromkasten ließen wir auch etwas für die Kaffeekasse da.
Frank betrachtete in der Zwischenzeit die Bombeiras und unterhielt sich mit Händen und Füßen mit einem älteren Feuerwehrmann. Wie wir im Gespräch mit einem anderen Feuerwehrmann erfuhren, ist sein Kollege fest angestellt, wohingegen er freiwillig bei der Feuerwehr am Wochenende arbeitet.
Das Einzugsgebiet der Feuerwache beträgt ungefähr 20 Kilometer. Was wir als relativ viel empfinden.
Der Helikopter, der die letzten Tage immer mal wieder davon flog und zurückkehrte, startete auch jetzt wieder zu einem Kontrollflug, um zu schauen, wie sich der Pegel der Flüsse verändert.
Frank fragte zum Schluss nach einem Aufkleber und kam stattdessen mit einem Stoffbeutel, einer Tasse, einem Schlüsselmäppchen und einem Kugelschreiber wieder. Wie nett von den Bombeiros in Sardoal.
Wir stoppten auf unserem Weg noch am N2-Marker und verewigten uns in Form eines Aufklebers. Dann nahmen wir Kurs auf die Autobahn A23 bei Abrantes.
Tbc














































































































































































































































































































































































































