Ebro Delta



Wie bereits vor ein paar Tagen sahen wir, dass der Ebro sehr gut gefüllt war. Seit gestern Abend kennen wir auch den Hintergrund (spanische Nachrichten). Bereits seit zwei Wochen regnet es in Nordspanien permanent, viele Orte sind/waren überschwemmt. Und da der Ebro aus dem Norden kommt führt dieser nun das ganze Wasser mit sich und hinab ins Ebro Delta.

Mit einem Tankstopp in Amposta erreichten wir das Ebro Delta. Wir fuhren durch Anbauflächen für Reis, sahen neben Graureihern, Möwen und anderen Wasservögeln, sogar Storche und Flamingos. Erst nur wenige und dann hunderte von ihnen. Ein wenig irritierte es uns, dass plötzlich so viel flaches Land sich um uns herum befand. Wir hatten doch quasi gerade erst in eine 60 Meter tiefe Schlucht geschaut.

Nachdem wir erst auf die Landzunge des Ebro Deltas zufuhren und die Hinweisschilder sahen, dass tagsüber quasi als „Eintritt“ oder Parkgebühr fürs Fahrzeug 8 Euro zu bezahlen sind drehten wir zunächst um, da wir dachten, dass es sich für heute nicht mehr lohnt. Stattdessen fuhren wir zu dem Campingplatz, zu dem es vor ein paar Tagen noch eine Bewertung bei Park4Night gab, und der auf der Webseite auch nichts stehen hatte das geschlossen ist. War aber so. Ein recht unfreundlich wirkender Herr wimmelte uns ab während er gleichzeitig mit seinem Handy telefonierte. Dann halt nicht. Wir fuhren dann doch wieder Richtung Strand und waren auch bereit die 8 Euro zu zahlen, doch das Kassenhäuschen war geschlossen, der Parkplatz dahinter frei zugänglich. Nur weiter den Zipfel hinunterfahren dürfen wir nicht. Denn dort fanden Erhaltungsarbeiten statt. Ein Herr kontrolliert streng die Zufahrt. Nur zu Fuß durfte das Gebiet betreten werden.


 


Eigentlich ist die Übernachtung im Naturpark nicht erlaubt, was auch durch die Schilder im Zufahrtsbereich bestätigt wird. Das junge belgische Pärchen mit dem wir ins Gespräch kamen hatte jedoch die letzte Nacht bereits hier verbracht und im Laufe des Nachmittags kamen noch weitere Fahrzeuge hinzu.

Begegnung der dritten Art



Das Highlight des Tages in negativer Sicht war jedoch eine Dame, die mit ihrem Hund vom Strand und auf uns zugelaufen kam. Auf mein freundliches Hola entgegnete sie auf Deutsch, ob wir mit dem Gefährt unterwegs wären. Ja sind wir. Sie meinte daraufhin, ob es nicht noch etwas größer gehen würde, worauf ich dann erwiderte, dass dies nicht der Fall ist, es aber durchaus größere Fahrzeuge geben würde. Sie hatte dafür kein Verständnis, so was gehört verboten und auf mein „jedem das Seine“ kam im Weggehen ein „wir sollten doch mal an die Welt denken“ zurück. Frank warf ihr dann noch hinterher, dass wir dadurch dass wir unsere Jobs gekündigt hätten und kaum noch private Kilometer fahren schließlich CO2-neutral unterwegs wären, aber das interessierte die Dame nicht mehr. Ich warf ihr noch ein böses „Schnepfe“ hinterher, obwohl sie da schon ein ganzes Stück von uns entfernt war.

Das war die erste negative Reaktion, die wir auf unseren Allmo bisher erhielten. Ich fragte mich, ob sie auch so reagiert hätte wenn ein schickes neues Morello Campingfahrzeug an unserer Stelle gestanden hätte. Klar stößt Allmo mehr CO2 aus als „normale“ Fahrzeuge, da die Dame aber von „Größe“ sprach sieht man das sie keinen Schnall hat. Allmo ist keine 7 Meter lang und somit kürzer als viele Camper. Mit 2,50 m Breite ist er unwesentlich breiter als normale Camper und mit etwas über 3 m auch nicht viel höher. Nun gut, mit fast 7,5 Tonnen ist er eindeutig schwerer als die meisten Womos.

Da die Dame uns mehr oder minder im Vorbeigehen beschimpft hat konnten wir nicht herausfinden was ihr Problem nun tatsächlich war. Mich hat diese Begegnung ungemein genervt, und dass musste ich erstmal „verkraften“.

Es gibt auch freundliche Menschen


Wenige Minuten später hatten wir dann wieder eine positive Begegnung. So ist es wohl auf Reisen wie auch sonst im Leben. Es gibt immer jemanden, der was zu meckern hat. Dabei sollte man vielleicht erstmal nachdenken bevor man den Mund aufreißt und andere anmeckert. Oder vielleicht mal nachfragen welche Gründe es für die Fortbewegung mit so einem Gefährt gibt. Ich merke immer mehr, dass ich Leute nicht ausstehen kann, die in ihrer eigenen kleinkarierten Welt leben und keine Meinung und Ansicht außer der eigenen (die immer richtig ist) gelten lassen. 

So, genug gejammert.



Von dem freundlichen Paar aus Borken mit dem Womo bekamen wir noch ein paar schöne Fleckchen in Spanien und Portugal genannt. Und wissen nun auch, dass wir bei den Tankstellen in Spanien ruhig am Automaten einen höheren Betrag eingeben können und das später nur die tatsächlich getankte Summe abgebucht wird.Später unterhielten wir uns noch mit einem anderen Paar aus Fürth, mit einem sehr interessanten Hilux-Aufbau, denen es jedoch zu windig war. Auch das Gespräch mit dem französichen Engländer oder englischen Franzosen war nett. Es gibt sie also doch: Gleichgesinnte, reisefreudige Menschen, die uns nicht wegen unseres Gefährts verurteilen.


Windig war’s im Ebro Delta



Der Wind frischte tatsächlich auf und beim Kochen wurde uns ganz schön kalt. Wir waren froh uns danach in die Doka verkriechen zu können.

Zum Sonnenuntergang kamen noch ein paar PKWs auf den Parkplatz gefahren und natürlich auch Angler, die bei der Dämmerung/Dunkelheit ihre Angelruten auswarfen. Außerdem parkte ein LKW neben uns, der heute nicht mehr seine Lieferung ins Delta bringen.

Donnerstag, 16. Dezember 2021


Meeresrauschen und Wind drangen beim Aufwachen in unsere Ohren. Der Brummi neben uns setzte sich auch irgendwann in Bewegung. Wahrscheinlich als der Wachmann für die Baustelle seinen Dienst aufnahm, und er seine Fracht nun endlich ausliefern durfte.

Mit fünf Fahrzeugen hatten wir die Nacht über im Ebro Delta am Platja del Trabucador verbracht. Der Wind am Morgen war fies und stärker als gedacht. Gestern hatten wir noch überlegt eine zweite Nacht hier zu bleiben. Doch da wir eh zum Pipi-Tank leeren und zumindest Brot- und Getränkeeinkauf uns fortbewegen mussten, ergriffen wir direkt nach dem Frühstück die Flucht. Der Versuch mit Emma einen kleinen Strandspaziergang zu unternehmen scheiterte an Emma und dem Wind. Ich konnte es nur zu gut nachempfinden. Mir ging es ähnlich wie ihr.

Wir machten uns also abfahrbereit und waren schneller als gedacht aus dem Delta verschwunden. Was uns dort noch gereizt hätte wäre die Fahrt ganz hinunter auf die Landzunge gewesen, was ja wegen der Bauarbeiten nicht möglich war.


 


Bei der Fahrt hinaus aus dem Ebro Delta fragten wir uns, ob die Felder rechts und links des Weges immer so unter Wasser standen, was ja mit dem Reisanbau zu tun haben könnte, oder ob dies tatsächlich schon Ausläufer von dem Ebro-Hochwasser waren. Am Sonntag wurde eine Warnung für das Ebro Delta und die Stadt Deltebre herausgegeben, die vor Überflutungen warnt. Bedrohlich war zum jetzigen Zeitpunkt auf jeden Fall nichts und es war auch noch kein Katastrophenschutz in Sicht.

tbc

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