
Irgendwie entwickelt sich unsere Reise langsam zu einer Tour durch Städte bzw. Dörfer. Also genau das, was wir sonst meiden. Daher musste eine kleine Planänderung her. Anstatt nach Caceres zu fahren, nahmen wir Kurs auf Mirabel. Außerhalb vom Dorf liegt das alte Castillo, dessen Parkplatz unser Ziel war.
Etwas über 100 km lagen vor uns. Vorbei ging es an vielen grünen Wiesen. Schafe, Kühe, Rinder, Esel, Pferde. Alles war auf den Weiden zu sehen. In der Luft kreisten die Geier. Wir überquerten den Rio Alagon, der gut mit Wasser gefüllt war.
In Mirabel sahen wir bei der Ortsdurchfahrt ein paar schöne Wandbilder. Auf dem Rückweg müssen wir unbedingt anhalten. Wir nahmen Kurs auf das Castillo de Mirabel, das auch Castillo de Pena del Acero heißt. Auf einem Regenrückhaltebecken gab es ein schönes Wandbild von einer Raubkatze (Luchs?) zu sehen. Frank erwähnte gerade, dass auf der anderen Seite vom Becken ein Reh abgebildet wäre, als vor uns zwei Rehe über die Straße sprangen. Puh … Die hatten es aber eilig.
Und dann bogen wir auch schon zum Parkplatz ab. Der Parkplatz direkt an der Straße, mit einem überdachten Picknickbereich, war etwas schräg. Etwas weiter, Richtung Schloss, gibt es einen ebeneren Parkplatz. Und noch etwas weiter hoch, vorbei an ein paar kleinen Auswaschungen (derzeit auch für jeden PKW machbar) und einem Baum mit einem tiefhängenden Ast (passt knapp), befinden sich weitere Picknicktische, Grills und die Möglichkeit fast gerade zu stehen. Ein paar Hölzer mussten dann doch noch unter Allmos Reifen, denn wenn alles passt, werden wir zwei Nächte bleiben.
Den Besuch der Festung verschoben wir auf den nächsten Tag. Schließlich waren wir heute schon etwas gelaufen. Leider hatte es sich nach dem sonnigen Start in den Tag wieder etwas zugezogen. Also mehr Wolken, weniger Sonne. Wir verputzten unseren Mittagssnack an einer der Picknickbänke.
Während ich mich anschließend nach innen verkroch, blieb Frank draußen. Zum Abendessen bereitete Frank uns eine Currywurst-Pfanne mit Kartoffelecken zu. Mit den letzten Sonnenstrahlen verputzten wir diese an einer der Picknickbänke.
Als wir schlafen gingen blickte ich noch nach draußen und über mir war ein wunderschöner Sternenhimmel zu sehen. Frank war schon hinten, schaute aus dem Dachzelt und sah neben den vielen Sternen, dass das Castillo angeleuchtet wurde.
Der Klang einer Eule war mehrfach zu hören. An unserem gestrigen Platz in Alcantara waren morgens und abends Singvögel fröhlich am Trillern. Hier war es also die Eule. Wer weiß, wer im Eukalyptuswald oder in dessen Nähe noch so alles wohnt.
Mittwoch, 18. Februar 2026
Ich schlief erneut sehr unruhig. Also lag es nicht nur an Portugal und die Zeitverschiebung. Früh waren wir wach. Ein paar wenige Vögel zwitscherten. Für den Vormittag war noch halbwegs gutes Wetter gemeldet. Ab dem Mittag bzw. Abend sollte es erneut etwas regnen.
Leider schaffte es die Sonne am Morgen kaum aus den Wolken. Dennoch gingen wir nach dem Frühstück sofort hoch zum Castillo. Oh ja, der Aufstieg war sehr steil. Mit einem kleinen Geländewagen könnte man bis fast vor das Tor fahren. Allmo würde durch tiefhängende Äste ausgebremst werden.
Das Castillo de Mirabel besteht aus zwei sich überlappenden Anlagen aus verschiedenen Epochen. Die Ursprünge gehen in das 9. Jahrhundert (Herrschaft der Berber) zurück, wovon jedoch keine Strukturen übrig geblieben sind.
Die erste Anlage stammt aus dem Mittelalter. Im 15. Jahrhundert wurde nördlich des mittelalterlichen Gebäudes ein zweigeschossiges Gebäude errichtet (samt Kellergeschoss mit Gewölbe).
Im 16. Jahrhundert fanden Umbauarbeiten statt. Es wurden große Fenster eingebaut und das Gebäude wurde als Wohnstätte genutzt. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Castillo als Ruine beschrieben.
Metalltreppen ermöglichen die Besichtigung der verschiedenen Gebäudeteile. Von oben blickten wir auf die Umgebung. Alles ist grün.
Recht zügig kehrten wir zu Allmo zurück. Gestern Morgen hatten wir uns noch über die Sonne und deren Wärme gefreut, heute war sie schon wieder weg. Wir verkrochen uns in Allmo.
Weil wir der Wettervorhersage nicht trauten, gab es bereits zum Mittagessen unsere halb warme Mahlzeit. Es gab Wraps mit Schinken, Ei und Zwiebeln mit Salat und Tomaten. Die kleinen Tortillas waren damit überfordert, die Wraps ließen sich besser mit Messer und Gabel essen.
Der Abwasch war noch nicht erledigt, da begann es leicht zu tröpfeln. Schnell das Dachzelt zusammengerollt, damit es nicht unnötig nass wird. Etwas windiger (nicht dramatisch) war es auch geworden. Unser Platz, so nah an zwei Eukalyptusbäumen war vielleicht nicht so ideal, so dass Allmo sich etwas anders positionierte.
Und tatsächlich war es die richtige Entscheidung, die Wraps bereits mittags zu Essen. Bis zum Abend regnete es. Das Abendessen bestand aus Brot mit Kekscreme. Beides lagerte in der Doka und Frank musste nicht in den Regen.
Zur Nacht hin war es dann trocken. Der Himmel halbseitig sternenklar. Die Burg, die tagsüber in den Wolken verschwunden war, wurde wieder angestrahlt und war somit sichtbar.
Donnerstag, 19. Februar 2026
Am Morgen strahlend blauer Himmel. Hätte das nicht gestern so sein können? Doch es war trotz Sonne noch frisch.
Wir fuhren weiter in Richtung Osten. Doch bevor wir so richtig Fahrt aufnahmen, lief ich die Hauptstraße in Mirabel entlang und fotografierte die schönen Wandbilder und die Bänke mit den Sprüchen.
Tbc














































































































































































































































































































































































































