
Diesmal wollten wir alles richtig machen und die mautpflichtigen Straßen und Autobahnen im Norden von Spanien umgehen. Doch wir hatten die Rechnung ohne die Spitzfindigkeiten der Basken gemacht. Aus dem Nichts tauchte auf der A8, nach dem Schild, dass wir uns in der Provinz Biskaya befinden, ein riesiges Schild auf, auf denen irgendetwas von A8 und Maut für LKWs (3,5 und 12 Tonnen) stand. So ganz ohne Vorwarnung konnten wir das so schnell überhaupt nicht überblicken. Wir nahmen die nächste Abfahrt. Zuvor passierten wir ein Konstrukt mit Kameras, welches die Autobahn überspannte. An der Abfahrt waren keine Kameras montiert.
Wir stießen auf die N-634 und folgten dieser. Allerdings führt diese gefühlt durch das Stadtzentrum von Bilbao, so dass wir uns vorher in Richtung N-637 hielten. Dies war nicht so klug, denn diese Nationalstraße sollte sich ebenfalls als mautpflichtig herausstellen. Wir fuhren dennoch auf die Straße auf. So schnell gab es keine andere Lösung und außerdem sind wir ein privatgenutzter LKW und fahren keine Güter durch die Gegend. Ein ungutes Gefühl blieb trotzdem. Diese free-flow-Systeme rauben uns noch den letzten Nerv. Fakt ist, dass die Maut nur für Nutzfahrzeuge gilt. Somit sind schwere Wohnmobile nicht davon betroffen. Wir sind gespannt, ob was passiert.
Als die N-634 wieder in Sicht kam, die uns weiter in Richtung Osten bringen sollte, fuhren wir von der N-637 runter. Die N-634 ist mautfrei und führt durch die Dörfer, oft parallel zur AP-8 (mautpflichtig).
An zwei Stellen führte die Nationalstraße direkt am Meer vorbei. An der ersten Stelle wäre sogar ein Parkplatz ohne Höhenbeschränkung frei gewesen. Doch bei dem anhaltenden Regen machte es keinen Sinn. Bei schönem Wetter ist das bestimmt eine sehr reizvolle Strecke und der kleine Parkplatz ist voll. Wir fühlten uns ein wenig wie auf Hawaii oder wie auf dem Highway 1 in Kalifornien. Die Mischung aus grünen Bergen, die (fast) bis ans Meer reichen und der schroffen Küste ist schon klasse.
Auch im Norden von Spanien führen die Flüsse viel Wasser (die Uferränder sind überflutet) in einer schönen matschbraunen Farbe. Zudem floss heute Wasser, wo es nur fließen konnte. Aus jeder Mauer, die die Böschung sichert, sprudelte es aus den kleinen Regenrohren. Wasser floss am Straßenrand die Betonrinnen hinunter. So langsam hat es wohl genug geregnet. Thermometer zeigten unterwegs 8, 7 bzw. 5 Grad. Es wurde immer frischer.
Ins Navi hatten wir eine günstige Tankstelle eingegeben, die sich zwischen Donostia-San Sebastian und Irun befand. Leider hatte sich der Preis bei der Alcampo-Tankstelle von 1,68 Euro am Morgen auf 1,749 Euro den Liter Diesel verteuert. Doch es half nichts, denn günstiger war es leider nirgendwo.
Den eigentlichen Plan, von der Tankstelle aus noch rund 20 Kilometer weiter zu fahren (außerhalb unserer Fahrtrichtung) und eine letzte Nacht in Spanien zu verbringen verwarfen wir. Bei dem Regen machte es Sinn noch etwas Strecke zu machen. Wir gönnten uns einen Mittagssnack (identisch mit dem Frühstück) und peilten ein Ziel in Frankreich an.
Fünfzehn Kilometer später fuhren wir über die uns bekannte Grenze bei Irun. Der Fluss Bidasoa trennt Spanien und Frankreich.
Erfasst mich sonst auf dem Rückweg mit jeder Grenze Wehmut, so war ich nun irgendwie froh in Frankreich zu sein. Keine bösen Maut-Fallen, die auf uns warteten. Die Straßen auf dem Weg in Richtung Bordeaux dürfen bis 7,5 Tonnen befahren werden. Also konnten wir ganz entspannt die mautpflichtige Autobahn meiden.
Der Verkehr in Saint-Jean-de-Luz war ganz entspannt und auch durch Biarritz und Bayonne kamen wir ohne viel Verkehr. Das hatte ich von unserer Kanaren-Rückreise vor zwei Jahren anders in Erinnerung. Vielleicht lag es daran, dass Samstag ist.
Wir steuerten dann doch einen anderen Übernachtungsplatz an als gedacht. Der Platz in Saint Barthelemy erschien mir etwas ruhiger und schöner gelegen. Die vier Kilometer Zufahrt führte über eine schmalere Landstraße (im Grunde nur 1,5-spurig). Rechts und links Gräben und der Boden am Rand von Wasser getränkt. Ein paar wenige Autos kamen uns entgegen. Hoffentlich ist morgen auch wenig, bis kein Verkehr.
Wir parkten Allmo und ich nutzte die Gelegenheit schnell eine Runde zu drehen. Denn es tröpfelte nur ganz leicht. Meine angedachte Runde fiel dann sehr kurz aus. Ich schaffte es bis hoch zur Kirche. Dort gab es eine Wander-Tafel (zwei ausgeschilderte Wanderwege). Leider tröpfelte es inzwischen etwas mehr. Ich flitzte noch zu dem Trafo-Häuschen, an dem wir vorbeigefahren waren. Das war schön bemalt. Dann aber flott zurück.
Wir nutzten eine Regenpause, um die küchenfertig vorgegarten Frikadellen im Backofen zu erhitzen. Es gab also wieder Burger. Für die nächsten Wochen reicht’s erstmal. Im dunklen warf der beleuchtete Kirchturm einen interessanten Schatten auf eine kurios geformte Wolke am Himmel. Es regnete abends/nachts noch ein wenig.
Sonntag, 15. März 2026
Der Sonntag startete mit Sonne!!! Die Freude war sehr groß. Zuvor wurde ich jedoch von einem bellenden Hund geweckt und nach 7 Uhr bimmelten die Glocken der Kirche. Und dann begann auf dem Parkplatz ein hektisches Treiben. Autos kamen. Doch es war nicht der Sonntagmorgen-Lauftreff. Irgendwas fand in dem Rathaus uns gegenüber statt. Da wir später auch Menschen bzw. Fahrzeuge vor anderen Mairie stehen sahen, vermuten wir, dass vielleicht Wahlen oder eine andere Abstimmung stattfand.
Meinen Spaziergang verschob ich auf den nächsten Ort. Somit fuhren wir nach dem Frühstück los. Mit dem Gegenverkehr hatten wir sehr viel Glück. Erst wenige Meter vor Erreichen der Hauptstraße kamen uns zwei Autos entgegen.
Tbc














































































































































































































































































































































































































