Wir überquerten zwei Oueds, die interessant aussahen. Kleine Canyon führten zum Wasser.
Kurz vor Akhfenir bogen wir von der N1 auf die alte Straße ab und parkten neben dem Trou du diable (dem Teufelsloch). Ein beinah runder Schlund, in dem das Meereswasser durch einen ausgewaschenen Felsen (wie eine Brücke) gespült wird.



Daneben befinden sich ein neuer und alter Beobachtungsposten der königlichen Marine. Natürlich sahen wir uns noch schnell in dem alten Gebäude um. Dieses schien einem Brand zum Opfer gefallen zu sein. Drei Angler versuchten ihr Glück. Ob die Fische bei den Wellen an die Angel gehen?

In Akhfenir gibt es die Möglichkeit direkt am Meer, mit Strandzugang, zu parken. Auch nördlich des Teufelsloch wird das Übernachten direkt am Meer toleriert. Doch bei dem Wind und den Wellen war das wenig verlockend. Falls der Strand nicht sowieso vom Meer vereinnahmt wird. Also fuhren wir weiter.



In Akhfenir mussten wir dann spontan stoppen. Eine marokkanische Feuerwehr stand am Straßenrand geparkt. Von den Feuerwehrleuten war weit und breit nichts zu sehen. Feuerwehren sind in Marokko eine Seltenheit. Wir sind erst an einer Feuerwache vorbeigekommen (in Fes) und irgendwann kam uns mal eine Feuerwehr entgegen. Ansonsten war’s das mit den Sichtungen marokkanischer Feuerwehren.



Die Naila Lagoon im Khnifiss National Park war unser Ziel und lag nur 27 km entfernt. Von der N1 führt eine schnurrgerade Straße zur Lagune. Fünf Camper (4 Deutsche, 1 Franzose) parkten bereits dort. Wir stellten uns ganz an den Rand, mit den Modulen Richtung Süden und standen somit volle Breitseite im Wind. Ich gab sofort den Brotteig in den Ofen. Frank mag ja das gekaufte Presspappe-Weißbrot. Für meine Darm ist das eher weniger gut und da wir die letzten Tage nur gekaufte Brote hatten, musste ich etwas Vernünftiges haben.

Frank war zuletzt häufig von unserem Vorzelt genervt. Wenn es windig ist, dann flattert es. Auf der linken Seite der Reißverschluss will sich nicht mehr so richtig einfädeln lassen. Wir haben dringenden Änderungsbedarf. Kurzerhand griff er heute zur Schere und schnitt das Vorzelt ab. Bei der damaligen Planung und dem Zusammennähen hatten wir nicht bedacht, dass es sinnvoll wäre das Vorzelt entkoppelt vom eigentlichen Zelt zu nähen. Das bedeutet, dass wir dieses immer mit aufbauen müssen, damit der Rest steht. Jetzt ist es so zerschnitten, dass die Reißverschlüsse noch am Rest vom Dachzelt dran sind und wir es deshalb weiterhin aufbauen können. Dann hoffen wir mal, dass uns nie ein Regenschauer erwischt, wenn wir im Dachzelt schlafen, denn nun haben wir kein Vordach mehr.

Nach dem das Brot fertig war und wir uns gestärkt hatten, sahen wir uns kurz unsere Umgebung an und entschieden, dass wir nicht bleiben wollen. Irgendwie sprang der Funke zur Lagune nicht über (uns wurde der Bereich mehrfach empfohlen). Ja, das blaue Wasser, mit den grünen Pflanzen und den dahinterliegenden Dünen sieht ganz nett aus. Aber der Wind verleidete es uns ganz schön. Der Platz an sich ist auch nicht so berauschend. Da stehen wir doch lieber allein irgendwo nicht am Meer.

Fischer bieten ihre Touren in einem klapprigen Holzkahn durch die Lagune an. Bei dem Wetter bzw. Wind wohl weniger spaßig.



Als wir gerade abfahren wollten, kam ein G-Klasse-Mercedes mit Aufsetzkabine aus Böblingen angefahren. Wir stoppten und verquatschten uns dann. Dies war zum Vorteil zweier Lagunen-Katzen, die sich über mehrere Dosen Futter freuten. Die letzte Dose schaffen sie nicht mehr ganz. Jetzt werden sich die Ameisen darüber hermachen. Wenn es denn welche gibt.

Mit etwas „Verspätung“ verließen wir die Naila Lagoon, fuhren zurück zur N1 und dort wieder ein paar Kilometer in nördliche Richtung. Wir fuhren genau in eine graue Regenwolke rein und unsere Scheibe wurde wieder sauber.


Vor der Shell-Tankstelle bogen wir rechts ab in Richtung einer Sanddüne. Dort suchten wir uns einen schönen Platz neben der Düne. Auch mit Straßendruck erreichten wir unser Ziel. Natürlich war es dort auch windig. Allmo stellte sich mit seinem Hintern in den Wind, so dass wir nur noch mit der schmalen Seite getroffen werden. Dies hatte den Haken, dass die Küche voll im Wind steht. Wobei dies heute zu verschmerzen ist. Es gibt Salat und dazu werden wir uns einen den übrig gebliebenen Chicken-Patty teilen. Mit anderen Worten „kalte Küche“, die wir auch in der Doka zubereiten können.

Unsere Hoffnung ein wenig am Meer zu entspannen, können wir wohl begraben. Für nächste Woche ist es ja auch nicht so gut vorhergesagt. Überhaupt stellt sich die Frage, ob wir noch viel weiter südlich fahren sollen. Eigentlich war zumindest der nördliche Bereich der Westsahara unser Ziel. Also bis Laayoune, der vermeintlichen Hauptstadt. Bis dahin sind es nur ungefähr 180 Kilometer. Mal sehen, wie wir uns entscheiden werden.

Interessante Strukturen hatten sich auf den Dünen gebildet und machten die Düne zu einem kleinen Kunstwerk. Ein wenig fühlte ich mich an „The Wave“ Coyote Buttes North in den USA erinnert.


Morgen werden wir erstmal weiter über die N1 bis nach Tarfaya fahren. Und dann schauen wir, wie’s weiter geht.

Interessante Strukturen hatten sich auf den Dünen gebildet und machten die Düne zu einem kleinen Kunstwerk. Ein wenig fühlte ich mich an „The Wave“ Coyote Buttes North in den USA erinnert.

Zum frühen Abendessen gab es, wie bereits erwähnt, Salat. Während Frank mit dem Granatapfel kämpfte, zerlegte ich zwei Avocados und eine Mango. Noch ein paar Kürbiskerne, etwas Parmesan und fertig war der Salat. Weil die Portion übersichtlich war, gab’s zum Nachtisch noch Joghurt.

Vor Einbruch der Dunkelheit regnete es dann noch ein bisschen. Die Straße befand sich in einiger Entfernung und wir sahen permanent weiße, gelbe, rot-orange Lichter in der Ferne vorbeifahren. Zu hören waren die Straßengeräusche nicht. Dafür sorgte schon allein der Wind.

Sonntag, 21. Dezember 2025

Die Nacht war ganz okay. Wir standen gut im Wind und ohne das Vordach flatterte auch nichts nervig herum.

Stark bewölkt war es am Morgen. Der Wind war noch da. Kalt war es nicht. Wir setzten unsere Fahrt in den Süden fort.



Tbc

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