Wenn wir gestern schon einen ersten großen Schritt in Richtung Laayoune unternommen hatten, hielten wir heute natürlich weiter Kurs darauf. Zunächst war jedoch Foum El Oued unser Ziel. Wir wollten uns den Parkplatz am nördlichen Standrand anschauen.

Ein paar wenige Womos standen auf dem Platz am Meer. Der Platz sah akzeptabel aus. Wir drehten eine Runde durch den Kreisverkehr und fuhren auf der südlichen Seite aus dem Dorf hinaus. Ein wenig Infrastruktur für ein neues Wohngebiet wurde angelegt (Straßen und Stromkästen). Plakate werben mit Grundstücken zwischen180 und 380 qm. Die Preise beginnen bei 480.000 Dirham.

Am südlichen Ende von Foum El Oued befindet sich ebenfalls ein Parkplatz. Direkt am Sportplatz. Auch dieser schien für eine Übernachtung geeignet zu sein.

Unser Ziel lag rund sechs Kilometer weiter, vor dem Ort El Marsa bzw. Laayoune-Plage. Dort liegt in unmittelbarer Nähe zum Strand das Schiff Que Sera Sera. Leichte Schlagseite. Vom Salz über die Jahre angefressen.

Es soll sich um ein isländisches Fischerei-Schiff handeln, dass zum Sardinen fischen eingesetzt wurde. In den 80er Jahren strandete es in El Marsa und die Besatzung verschwand bei Nacht und Nebel. So sagt es das Internet.

Es ist im Moment vielleicht das einzige Schiffswrack, was an der Küste vor Marokko noch vorhanden ist. In einer Säuberungsaktion wurden diverse Schiffswracks in den letzten Monaten von der Küstenlinie entfernt. Wie halt auch die Armas-Fähre bei Tarfaya.

Wir parkten auf einem neu angelegten Parkplatz in unmittelbarer Nähe zu dem Schiffswrack. Eine Promenade, die nach El Marsa führt, wird gerade angelegt. Arbeiten waren im Gange. Mit Kiosken, Toiletten-Häuschen, Sitzgelegenheiten mit Schattendach und Palmen. Wenn es fertig ist, sieht es bestimmt schön aus.

Wir gingen zu Fuß zunächst über die noch nicht fertige Promenade und dann über den Strand zum Wrack. Am Strand muss sich auch noch einiges tun, damit dieser hübsch aussieht. Alle paar Meter steht ein Betongebäude. Wobei manche bereits eine schöne Fassade haben, andere sich noch in ihrem alten Look befinden. Wir vermuten, dass es sich um Fischerhütten aus Stein handelt.



Ein paar Fischer warfen ihre Angeln aus und einer bot uns tatsächlich etwas von seinem Essen an. Wie ungewohnt, die Hand zum Mund-Geste zu sehen und es so gemeint war, dass wir etwas von seinem Essen haben können. Wir lehnten dankend ab.

Der Schriftzug Que Sera Sera ist noch zu erkennen, ansonsten ist der Stahlriese überwiegend rostig rot. Zurück bei Allmo überlegten wir, was gegen diesen neuen Parkplatz als Übernachtungsplatz sprechen könnte? Okay, das offene Feld. Der Platz am Nordrand von Foum El Oued befand sich an einer Mauer. Also fuhren wir zurück. Allerdings mussten wir erstmal rechts abbiegen, um dann in einem Kreisverkehr (mit einem weitern neuen Parkplatz) zu drehen.

Und somit fuhren wir genau in eine Schlechtwetterfront hinein. Es wurde immer dunkler und dunkler und dann erreichten wir den Regen. In Foum El Oued entschieden wir, auf den südlichen Parkplatz abzubiegen. Vielleicht würden die Mauern vom Sportplatz auch etwas Schutz bieten. Zudem stand dort kein Camper.

Zunächst parkten wir ganz hinten und ich stieg aus, um die zwei jüngeren Hunde, die um die Ecke schauten, zu füttern. Dabei stellte ich fest, dass sich am Ende vorm Parkplatz eine leichte Schmutzschicht sammelte und wir quasi mittendrin standen und die Schuhe entsprechend schon voller Schlamm waren. Das machte keinen Sinn. Auch die Hunde hatten Schlammpfoten und die eine Hündin freute sich so sehr über das Futter, dass sie mit ihren Schlammpfoten einmal der Länge nach über mein Hosenbein wischte. Wie gut, dass ich die Hose bereits ein paar Tage trage und grauer Schlamm auf einer grauen Hose nicht so auffällt.

Frank setzte Allmo um, so dass wir nicht mehr im Dreck standen. Die Hunde freuten sich über weitere Dosen Futter. Wir saßen zunächst etwas in Allmo, die Hunde lagen in der Sonne neben uns (die Regenfront war schnell weitergezogen), als ich eine dreifarbige Glückskatze entdeckte, die sich auf dem Weg zum Müllcontainer machte. Darin hatte ich alle leeren Futterdosen entsorgt. Und schwupps, war die Katze weg bzw. im Container.

Wenig später wollten wir uns zu einem Strandspaziergang aufmachen. Ich schaute vorsichtig in den Container, in dem sich die Katze befand. Schlauerweise hatte ich direkt ein Döschen Futter dabei, über das sie sich sehr freute. Frank brachte noch ein weiteres Döschen mit und die beiden Hunde schauten interessiert und neidisch, wie die Katze auf der Mauer das Futter verputzte.

Nachdem ich der Katze auch noch Trockenfutter servierte, war es um die Hunde ganz geschehen und sie bellten die Katze an, die sich nicht davon beeindrucken ließ.

Wir gingen zunächst an den Strand, an dem Fischer ihre Zelte flach auf dem Boden und mit Schnüren an Steinen festgebunden liegen haben. So einige Zelte bzw. Planen lagen dort und auch Tajinen-Töpfe, Sitzkissen, etc.



Die Küste besteht teilweise aus Felsen und Felskanten. Das Meer ist unruhig und die Wellen schlagen gegen die Felsen. Über den Strand und die Promenade, die in Foum El Oued auch schön angelegt ist (mit Blumenbeeten, Bänken), steuerten wir den nördlichen Parkplatz an.  

Zur Befestigung der Uferpromenade wurden Beton“Steine“ hoch aufgetürmt und darüber eine Schicht Felssteine. Der Streifen zwischen dem Wall und der Promenade muss noch angelegt werden. Ob dieser mit Sand aufgefüllt wird?

 
Es war so ungewohnt, aber so schön, über eine Promenade zu schlendern und nicht angebettelt zu werden. Okay, einer der Fischer hatte nach Zigaretten gefragt, aber sonst bedrängte uns niemand.



Entlang der Promenade befinden sich ein paar kleine Läden und Imbissbuden (Pizza, Panini, … das Übliche). Die Foodtrucks haben wohl zu dieser Jahreszeit geschlossen. Was hier im Sommer los sein soll, können wir uns nur schwer vorstellen.

Alle paar hundert Meter steht an der Promenade ein Kontrollhäuschen. Jedes zweite ist derzeit besetzt. Alles Mögliche ist am Strand bzw. entlang der Promenade verboten und anscheinend wird dies auch streng überwacht.

Foum El Oud scheint auf dem Reißbrett entwickelt worden zu sein. Die Straßen sind wie mit dem Lineal gezogen angelegt und erstaunlich breit. Viele neuere und wenig ältere Gebäude sind an der Promenade bzw. von der Promenade aus zu sehen.

Am nördlichen Ende des Dorfes angekommen werfen wir einen Blick auf das Meer und kehren dann um. Von dem Parkplatz dort könnte man direkt ans Meer, was an der Stelle auch eher für Touristen gedacht ist. Wir stehen ja eher bei den Fischern.

Auf dem Rückweg kaufen wir in einem der kleinen Onkel-Hassan-Läden Brot (für Frank) und Eier ein. Hatten wir auf dem Hinweg mit Gegenwind zu kämpfen, so wurden wir jetzt vom Wind angeschoben. Die Sonne zeigte ihre ganze Kraft.

Wir setzten uns zunächst auf dem Parkplatz neben Allmo. Dort, relativ windgeschützt, war es sehr warm. Die beiden Hunde lagen neben uns auf dem Teer. Nach einer Weile entschieden wir mit der Picknickdecke zum Strand zu gehen. Natürlich folgten uns die beiden Vierbeiner, machten es sich dann aber nicht auf unserer Decke, sondern daneben gemütlich. Es ist schön zu sehen, dass die beiden (vermutlich Geschwister) sich gut verstehen und einander haben.

An der Küstenlinie war der Wind natürlich frischer, so dass wir es keine Stunde dort aushielten. Zudem war inzwischen auch Zeit fürs Abendessen. Heute gab es wieder Tajine, diesmal mit Geschnetzeltem. Frank war beim Kartoffelschälen etwas sehr optimistisch gewesen und so war die Tajine sehr Kartoffel-lastig, mit etwas Möhre und Zucchini. Geschmeckt hat’s natürlich sehr gut.

Die Hunde rückten immer näher und bekamen jede noch ein Schälchen Katzenfutter. Das Dessert, etwas Trockenfutter, sahen sie mit großen Augen an. „Das sollen wir fressen?“ Doch dann schien es doch okay zu sein. Besser als nichts. Die dreifarbige Katze sahen wir nicht mehr.

Neben Allmo in der Sonne war es noch richtig angenehm. Zum Sonnenuntergang gingen wir ans Wasser. Natürlich begleitet von unseren beiden Hunde-Freundinnen. Ich musste aufpassen, dass sie Frank nicht ins Video laufen, was ganz gut klappte. Dafür knabberten sie mir an den Zehen und am Unterschenkel hatte ich Streifen der Hundekrallen. Aber was tut man/frau nicht alles für ein Sonnenuntergangsvideo?



Frank versuchte den beiden Stöckchen-Werfen beizubringen, was sie nicht kannten. Stattdessen zogen sie dann beide an dem Stöckchen oder an dem Seil mit der Plastikflasche. Die beiden sind schon drollig.

Am Abend bellten sie ein paar Mal und wir befürchteten schon, dass es eine unruhige Nacht werden könnte. Das war aber nicht der Fall. Auch hier durchzogen Lichtblitze die Dunkelheit. Mit starken Taschenlampen wurde die Küste abgeleuchtet und überwacht.

Dienstag, 23. Dezember 2025

Die Nacht war sehr angenehm. Die Hunde ruhig. Von der Straße war nichts zu hören. Der Wind hatte etwas nachgelassen und drehte erst nach Sonnenaufgang wieder etwas auf. Für den Norden von Marokko ist für heute starker Regen bzw. in den höheren Lagen Schnee gemeldet. Für den mittleren Bereich (bis Sidi Ifni) ist mit leichtem bis moderatem Regen zu rechnen. Was tun? In Anbetracht, dass ich dringend mal nichts tun und nichts Erleben möchte und die Nacht hier okay war, entschieden wir am Morgen, einen lazy day einzulegen.

Die Sonne kam durch die Wolken. Also schien es erstmal ein guter Tag zu werden.

Recht bald stellte Frank fest, dass Starlink tatsächlich nach zwei Monaten in Marokko abgeschaltet wird, denn plötzlich war das Internet weg. Wobei wir um 10 Uhr vor zwei Monaten noch in Spanien waren. Die waren also ein paar Stunden zu früh dran uns lahmzulegen. Ich hatte davon noch nichts bemerkt, weil ich hier fleißig tippte. Gestern Abend hatte ich nicht mehr fertiggeschrieben und die Webseite noch nicht aktualisiert. Das wollte ich heute Morgen machen. Okay. Daraus wurde jetzt erstmal nichts.

Eigentlich war dieser lazy day anders gedacht gewesen. Für ein paar Tätigkeiten hätte ich das Internet benötigt. Frank arbeitete so gut es ging offlline. Also war es nicht nur ein lazy day, sondern auch ein digital detox day. Mal sehen, ob wir morgen wieder online sind.

Abgesehen von einem kurzen Strandspaziergang ging der Nachmittag mit viel nichts tun bzw. Lesen gut rum. Frank ärgerte sich, dass er keine Filme runtergeladen hatte.

Irgendwann tauchten zwei Rotzblagen auf (im wahrsten Sinne). Der kleine konnte sogar auf Englisch nach „One Dirham, please, please“ fragen. Der größere sprang in den Müllcontainer und kam mit ein paar Glasflaschen heraus, die sie dann hinter der Mauer zerschlugen. Super Jungs!

Wir unterhielten uns mit einem Marokkaner, der mit drei Frauen aus Laayoune zum Strand kam. Wir erfuhren, dass er seit 14 Jahren in Amerika lebt. Über die Lotterie hatte er die Greencard damals erhalten. Jetzt war er zu Besuch. Er liebt das warme angenehme Wetter in Marokko, möchte aber frühstens zurück, wenn er in Rente ist. Und wir hatten uns schon gewundert, warum er so gut englisch sprach.

Die dreifarbige Glückskatze tauchte irgendwann auf und wurde mit reichlich Futter überhäuft. Auch die beiden Hunde-Damen ließen sich später blicken. Und so verbrachten wir den Nachmittag in tierischer Gesellschaft neben Allmo auf dem Parkplatz. Eine dritte Hunde-Dame (sie war gestern auch kurz am Strand) kam dazu. Während ich sie fütterte, schauten die anderen drei gierig zu und tatsächlich war es die Katze, die damit überhaupt nicht einverstanden war. Futterneid ist schon schlimm.

Zum Abendessen gab es die Reste von Gestern (Gemüse-Tajine und das Geschnetzelte). Eigentlich hätte ich Brot backen müssen, wollte aber den Akku nicht unnötig strapazieren. Zum Bäcker sind wir auch nicht gelaufen. Daher wird das Frühstück morgen aus Hafer-Pops bestehen. Ob Frank das so toll finden wird? Aber es war sein Vorschlag, dass er das ja auch essen könnte. Na dann …

Auch diesmal ging die Sonne nicht im Meer, sondern in den Wolken unter. Vom Strand in Foum El Oued sieht man sogar das Schiffswrack Que Sera Sera. Das war mir zuvor nicht aufgefallen.


Nach zwei verlorenen Partien SkipBo wollte Frank nicht mehr mit mir spielen. Während ich noch etwas las, sah er sich eine Serie an, die er auf einem Stick gefunden hatte. Morgen müssen wir uns unbedingt eine lokale Handykarte besorgen.

Mittwoch, 24. Dezember 2025

Zum Sonnenaufgang regnete es ein wenig und wir frühstückten anschließend innen. Wobei der Himmel schon wieder freundlich aussah und der Wind, der uns die letzten zwei Tage so geärgert hatte, weg war.

Die drei Hunde, dich ich inzwischen Hanni, Nanni und Fanni getauft hatte, waren zum Abschied da und freuten sich über ein paar letzte Schälchen Futter. Die Freude war so groß, dass alle Drei wie Flummis vor mir auf und ab sprangen und dabei natürlich auch mich berührten. Ja, es hatte vorhin noch geregnet und die Pfoten waren feucht. Kam auf meinem sauberen T-Shirt weniger gut an. Aber was soll’s.



Frank fragte noch einen Angler, wo es denn Handykarten zu kaufen gibt. Dieser verwies uns auf Laayoune-Plage. Das wären nur 10 Kilometer. Das stimmt, aber lag nicht auf unserem Weg. Daher nahmen wir Kurs auf Laayoune.

Tbc

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