
Insgesamt fuhren wir ca. 40 Kilometer aus Laayoune raus, in nördliche Richtung. Der südlichste Punkt unserer diesjährigen Reise war somit erreicht. Ab jetzt geht es wieder Richtung Norden, wobei wir erst die Hälfte der diesjährigen Überwinterung hinter uns haben und somit noch die gleiche Zeit vor uns liegt. Verrückt! War Weihnachten sonst auch erst die Hälfte unserer Reise vorbei?
Wir steuerten einen Übernachtungsplatz südlich des kleinen Dorfes Daoura an. Mitten im Nirgendwo wollten wir uns niederlassen. Wir verließen die Nationalstraße N1 und folgten einer Piste in westliche Richtung. Diese führt wohl zu einem Beduinen Camp, dass verlassen sein soll. Doch wir schlugen später eine andere Richtung ein. Falls doch jemand das Camp bewohnt, wollten wir nicht unnötig auf uns Aufmerksam machen.
Wir richteten uns, wie immer, mit der Front nach Osten aus und mussten feststellen, dass wir so perfekt im Wind standen. Das hatte später nur den Nachteil, dass die Küche sich natürlich auch voll im Wind befand.
Doch zuvor nahm Frank sich dem immer noch etwas tröpfelnden Dieseltank an. Die Doka musste etwas hochgepumpt werden, die Werkzeuge lagen auf dem Boden verteilt und wurden leicht eingesandet. Aus dem Haupttank musste etwas Diesel noch abgelassen bzw. in einen der anderen Tanks abgeleitet werden, damit die Stelle am Riss frei von feuchten Dieselrückständen und Schmutz ist. Anschließend dichtete Frank die Stelle ordentlich ab und kümmerte sich auch noch um eine Stelle am Abwassertank. Wenn schon, denn schon. Zwischendurch musste ich Lappen und Deckel einfangen, die der Wind weggepustet hatte. Dabei fiel dann immer mein Stuhl um.
Auch die Zubereitung des Abendessens wurde zu einer Herausforderung. Während ich innen den einfachen Job hatte und Tomaten und Gurken als Salat zubereitete, kämpfte Frank draußen mit den frisch gekauften Cordon Bleu und den Käse-Hack-Röllchen. Das Ergebnis war sehr gut. Insbesondere die Hack-Röllchen schmeckten super. Die werden wir demnächst bei Marjane in Guelmim nochmal kaufen.
Und so starteten wir mit einem leckeren Abendessen gemütlich in der Doka in unseren Heiligabend. Zum Nachtisch gab es leckere Törtchen, die wir bei Marjane gekauft hatten. Abends sahen wir uns noch einen Weihnachtsfilm an. Mit unbegrenztem Datenvolumen war das schließlich möglich.
Donnerstag, 25. Dezember 2025
Der Wind frische erst noch etwas auf und nahm zur Nacht hin wieder ab. Nachts soll es laut Frank 25 Tropfen geregnet haben. Die hatte ich wohl verschlafen. Wir wollten erstmal bleiben und gucken was der Tag uns an Wetter und sonst so bringt.
Eine dunkle Regenwolke zog am Vormittag schnell an uns vorbei. Danach schien die Sonne. Frank nutzte die Gelegenheit sich die gestrige Arbeit anzuschauen und Allmo auch noch abzuschmieren. Jetzt ist die Tube mit dem Schmierfett leer. Der Wind hatte sich in der Zwischenzeit auch wieder eingefunden. Wie gut, dass ich gemütlich in der Doka saß, während Frank draußen arbeitete.
Ich vernahm Motorengeräusche und ein Blick nach draußen verriet mir, dass ein marokkanischer Defender (wobei es der spanische Santana-Nachbau war) auf uns zu kam. Frank erzählte nachher, dass der Herr wohl nur ein wenig Plaudern wollte. Aber er hatte auch nach Motoröl gefragt. Das ist uns selbst kostbar. Der Santana war Baujahr 1976.
Mit leichtem Schrecken stellte ich fest, dass wir schon fast 9000 Kilometer in den 100 Tagen unserer Reise gefahren sind. Auf den bisherigen Reisen hatten wir nach 200 Tagen um die 11.000 – 12.000 Kilometer. Kein Wunder, dass ich den Eindruck habe, dass dieses Mal die Erholung zu kurz kommt. Wobei das Fahren eigentlich nicht anstrengend ist. Vermutlich ist es die Mischung, aus wenig Strandtage, mehr fahren und dem nervigen Betteln, was mich ein wenig schafft. Und natürlich die Momente der Trauer um Emma.
Zum Abendessen gab es zur Abwechslung wieder eine Tajine. Auch wenn sie gut schmeckt, war es jetzt doch ein bisschen viel Tajine hintereinander. Aber Frank scheint ihr regelrecht verfallen zu sein. Und anstatt die traurige Zucchini auf eine andere Art zuzubereiten, musste es Tajine sein. Mit Möhren, Kartoffeln und Zwiebeln. Dazu gab es das restliche Cordon Bleu und die Hack-Röllchen.
Der Wind hatte heute leicht gedreht, so dass die Küche tatsächlich knapp in Allmos Windschatten lag. Das gestaltete die Essenszubereitung etwas einfacher.
Freitag, 26. Dezember 2025
Nach dem Aufstehen hatten wir den festen Plan weiterzufahren. Frank fuhr das Dach herunter, die elektrischen Zahnbürsten befanden sich im Fahr-Modus. Doch es war am Morgen tatsächlich windstill. Also entschieden wir erstmal zu bleiben.
Wir unternahmen einen kurzen Spaziergang und waren ansonsten faul. In der Sonne neben Allmo ließ es sich gut aushalten.
Die Wettervorhersage für den Norden und Nordwesten von Marokko ist für das Wochenende leider alles andere als gut. Es ist viel Regen gemeldet und für Sonntag wird sogar vor Flash Floods an den Küsten zwischen Tanger and Agadir gewarnt. Bis nach Tan-Tan runter könnte es auch leichten Regen geben. Vor ein paar Tagen regnete es in Tan-Tan das erste Mal seit 11 Jahren. Für die Natur ein Freudenfest. Für uns und unsere weitere Reise durch Marokko wird das derzeitige Wetter eine kleine Herausforderung. Nun, vielleicht wird’s nach dem Wochenende wieder besser.
Zum Abendessen gab’s Cheese-Burger belegt mit Weißkohl, Tomate und Zwiebeln. Die Burger-Pattys hatte Frank letztens schon zubereitet und fertig durchgegart. Jetzt mussten sie nur auftauen und erhitzt werden. Weil’s seit dem späten Mittag wieder etwas windiger geworden war, aßen wir innen.
Und das waren unsere Weihnachtstage im Süden von Marokko. Völlig entspannt und ohne besondere Ereignisse.
Samstag, 27. Dezember 2025
In der Nacht war es komplett windstill und erst am späten Vormittag frischte es wieder etwas auf. Ich hatte Brotteig angesetzt und wir fuhren erst weiter, als das Brot fertig gebacken war.
Tbc














































































































































































































































































































































































































