Bereits auf den letzten Kilometern nach Guelmim, veränderte sich die Landschaft. Es wurde hügeliger, weniger sandig, höhere Berge waren zu sehen. Von Guelmim in Richtung Küste war es relativ grün. Der Regen in der letzten Woche wird der Natur gut getan haben. Ich freute mich über die kleinen grünen Berge. Nach zwei Wochen mit viel Sand und einer eher kargen Landschaft war das eine willkommene Abwechslung.

Spontan stoppten wir in Sidi Ifni, parkten am Straßenrand neben einem Campingplatz, auf dem die Camper wie Ölsardinen hinter einer Mauer standen. Schön ist anders. Vor uns lag das Meer. Eine Wellenreiter waren mit ihren Body-Boards im Meer bzw. auf dem Weg ins Wasser. Es kam tatsächlich ein leichtes Urlaubsgefühl bei mir auf. Endlich schönes Wetter. Sonne. Kein Wind. Und das Meer vor der Nase.



Unser Rundgang durch Sidi Ifni fiel sehr kurz aus. Schließlich wollten wir auch ans Meer, und das idealerweise von unserem Übernachtungsplatz aus. Also fuhren wir noch rund sieben Kilometer weiter bis zu den Felsbögen von Legzira.

Während sich auf einem Felsbogen mehrere Fahrzeuge (Fischer und Camper) befanden, stellten wir uns auf den Felsbogen daneben. Ich erkundete schnell die Gegend, um sicher zu gehen, dass unser Felsbogen nicht stark unterhöhlt ist. Schließlich will ich heute Nacht gut schlafen. Doch es schien alles in Ordnung zu sein.

Jetzt aber ab ans Meer. Wir schnappten uns die Picknickdecke, Handtücher und etwas zu trinken und machten uns auf den Weg. Meine Idee, dass wir von dem Strand neben uns, durch einen Felsbogen zu dem nächsten Strand in nördliche Richtung spazieren können, sollte sich als Sackgasse herausstellen.

Aber erstmal mussten wir überhaupt an dem Strand unten ankommen, um das zu bemerken. Der Weg hinunter war mit etwas klettern und einem kleinen Sprung verbunden. Mit anderen Worten, dort wird es so gut wie unmöglich sein, wieder hinauf zu kommen.

Unten am Strand dann die Erkenntnis, dass der Felsbogen nicht durchgängig ist oder derzeit mit vielen kleinen Kieselsteinen gefüllt ist und deshalb nicht offen ist. Wie auch immer, wir befanden uns in einer Sackgasse. Während Frank es schaffte auf der Picknickdecke ein Nickerchen einzulegen (kurze Erinnerung, wir hatten wegen der Moskitos kaum geschlafen), lenkte ich mich mit lesen ab.



Somit verlagerten wir das Problem, wie wir wieder zu Allmo zurückgelangen. Ein Weg außen um die Felsen herum schied aus. Dazu waren die Wellen, trotz Ebbe zu stark. Frank suchte uns einen Weg, der links von dem Wasserlauf, in welchem wir nach unten gelangt waren, verlief. Mit einem Stein rieb er Stufen in den leicht feuchten Boden, um für mich ein wenig Trittsicherheit zu schaffen. Ich stieß über einen anderen Weg zu ihm. Wobei mehrfach Steine unter mir wegbrachen. Der Boden ist feucht, die Steine, die etwas aus der Erde rausragen und somit gut als Griff oder Tritt genutzt werden könnten, sind daher teilweise zu locker und brechen weg. Ich schaffte es, zu Frank zu gelangen und setzte meinen Weg über seine geschaffenen Tritte fort. Puh! Was für ein Abenteuer. Aber so kamen wir doch ganz gut oberhalb der Stelle aus, die wir vorhin mit einem kleinen Sprung passiert hatten und konnten den Weg über die vom Wasser ausgespülte Rinne fortsetzten.

Anstatt zurück zu Allmo, schauten wir von oben in die nächste Bucht, die mit dem schönen Felsbogen und gingen hinunter. Der Strand lag schon halb im Schatten. Wir sahen uns den Felsbogen von allen Seiten an und gingen noch ein wenig weiter am Strand entlang. In der Ferne war ein weiterer Felsbogen zu erkennen. Doch in Anbetracht der Uhrzeit und der schon tiefstehenden Sonne, entschieden wir uns nicht dorthin zu laufen und kehrten um.



Zurück bei Allmo baute Frank zunächst unser Dachzelt auf und begann dann zu kochen. Bei Marjane hatten wir die mit Käse gefüllten Hackröllchen, die diesmal Bälle und keine Röllchen waren, gekauft. Dazu gab es den letzten Krautsalat. Ach, was war es herrlich mit Blick auf’s Meer ohne Wind draußen sitzen zu können.

Wir schafften es nach dem Abwasch noch so grade bis an die Spitze unseres Felsbogens zu laufen, um die Sonne beim Untergang ins Meer (ganz ohne Wolken) zu sehen. Was für ein schöner Moment.

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Der letzte Tag des Jahres bricht an. In der Nacht haben wir (relativ) gut geschlafen. Als ich gegen 3 Uhr wach wurde, empfand ich das Meer als sehr laut und konnte eine ganze Weile nicht mehr zurück in den Schlaf finden. Dafür war es dann später schon halb 9 Uhr, als ich wach wurde.

Wir hatten nicht drüber gesprochen, aber uns beiden war klar, dass wir nicht weiterfahren. Es sei denn, dass wir weggeschickt werden. Bei P4N gab es entsprechende Kommentare und das sogar ganz aktuell. Zumindest eine Nacht hatten wir schonmal Glück und an Silvester werden wohl auch alle entspannt sein. Hoffen wir es mal. Auf den benachbarten Felsbögen hatten insgesamt fünf weitere Camper die Nacht verbracht.

Um draußen zu frühstückten empfand es Frank als zu windig, obwohl die Sonne schön schien. Also frühstückten wir innen. Mittags ließ der Wind nach und wir verbrachten schöne Stunden neben Allmo in der Sonne. Um an einen der Strände runterzugehen, waren wir zu faul.

Bereits zum Abendessen (die restlichen Hack-Käse-Bällchen mit einem Aubergine-Mango-Gurke-Kürbiskern-Parmesan-Salat) und dem Sonnenuntergang gönnten wir uns die Flasche Moni-Sekt (Moni hatte uns diese beim Signallicht-Treffen geschenkt und seit dem stand sie kühl). Wer weiß, ob wir um Mitternacht noch wach wären.



Ein Fischer kam extra zu uns gelaufen, um uns seinen Fang zu verkaufen. Der arme Fisch. Von unserem Sonnenuntergangsplatz vorne am Felsen beobachteten wir, als die Sonne gerade untergegangen war, wie zwei Gestalten bei dem Camper auf dem anderen Felsbogen standen. In die eine und andere Richtung zeigten. Der Camper dahinter war schon weggefahren.

Es war also das Eingetreten, was alle 2 bis 4 Tage bei P4N zu lesen ist: das Militär kommt und schickt die Leute weg. Immerhin oder zu unserem Ärger waren sie erst nach Einbruch der Dunkelheit gekommen. Fahren im Dunkeln vermeiden wir eigentlich. Nur auf den Kanaren, bei den späten Fährfahren ließ sich dies nicht vermeiden. Jetzt ging es nicht anders und zudem waren wir noch leicht beschwipst. Aber ein „nuit interdit“ ist ein nuit inderdit. Sogar die Marokkaner, die mit 4 – 5 Pkws zum Sonnenuntergang gekommen waren und ein Feuerchen angezündet hatten, mussten gahren.

Auch vier Kilometer weiter, durften wir nicht stehen. Dabei waren wir noch niemals bis zur Küste durchgefahren. Wir hatten uns an den Rand der Piste gestellt und wurden quasi direkt von den zwei Moped-Militärs und dem Pritschenwagen verfolgt. Während der erste mit dem Moped vorbei fuhr, stoppte der zweite uns meinte, wir sollen nach Legzira fahren. Dabei befanden wir uns eigentlich in Legzira. Er wies in Richtung des Campingplatzes, der sich auf der Parallelstraße befand. Wir versuchten unser Glück, ob wir vorher am Rand stehen könnten, was nicht der Fall war. Also drehten wir vor der Zufahrt zum Camping wieder um. Dabei hatten die, in Aussicht auf Kundschaft, schon ihre Schranke geöffnet.

Wir fuhren etwas weiter, bogen erneut in Richtung Küste ab. Dort wurden wir kurz vor Erreichen des Parkplatzes mit Taschenlampen angeleuchtet. Also wieder umgedreht, ohne bis nach unten zu fahren. Man was war das alles einfach nur nervig!

Insgesamt 25 Kilometer später bogen wir Richtung Meer ab. Eigentlich wollten wir irgendwann die nächste rechts, also ins Landesinnere abbiegen. Doch ein hell beleuchtetes Wasserwerk erschien uns dann nicht so ideal. Also die nächste links. Nach wenigen Metern auf der Piste blieben wir stehen. Also am Rand, nicht auf der Piste. Frank drehte direkt, damit wir einfach geradeaus wieder wegfahren können.

Kaum das wir standen, wurden wir von einem schwachen Licht angeleuchtet und es kam jemand über den Weg auf uns zu. Der Fahrradfahrer interessierte sich allerdings nicht für uns und fuhr weiter. Auch von dem Gebäude auf der anderen Straßenseite traf uns ab und zu ein Lichtstrahl. Doch wieder tat sich nichts. Zwei Mopeds und ein Pkw interessierten sich auch nicht für uns. Es kam niemand, um uns zu verscheuchen. Aber das konnten wir ja nicht wissen und entsprechend unentspannt ging insbesondere ich in den Abend.

Kurs vor Mitternacht beendeten wir unseren Serienmarathon. Auf den erneuten Aufbau des Dachzelts verzichteten wir. Auch das Hubdach blieb unten. Wir übernachteten in der Doka, jederzeit bereit zur Flucht. Wobei sich dies ja als unnötig erweisen sollte.

Unser Silvesterabend war also wenig entspannt. Um fünf nach Mitternacht blickte ich nach draußen. Wie erwartet, war nirgends ein Feuerwerk zu sehen. Für so was wird in Marokko kein Geld verschwendet. Und anders hatten wir es auf unseren bisherigen Reisen auch nicht erlebt.

Donnerstag, 1. Januar 2026

Am Morgen fuhren wir die paarhundert Meter bis zur Küste. Wir frühstückten in der Sonne. Warfen einen Blick auf den Plage Tamhrouchte. Dieser lag noch überwiegend im Schatten. Doch auf der anderen Seite der Bucht befanden sich bereits die ersten Wellenreiter im Wasser. Die waren aber früh auf den Beinen.



Wir fuhren mit Allmo auf die andere Seite der Bucht. Ein Schild weist darauf hin, dass Parken nur tagsüber gestattet ist und 5 Dirham kostet. Das Geld wäre egal. Wir wollten aber gerne an einen Strand, an dem wir vielleicht auch über Nacht bleiben können. Also fuhren wir wieder und suchten einen anderen Platz.

Tbc

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