Von der R211 waren wir nach links (zum Meer) auf eine schmalere Piste abgebogen. Wir verpassten zunächst den Abzweig nach Süden, weil der eigentliche Weg zugeschüttet worden war und wir den Abzweig kurz davor nicht beachtet hatten. An der Stelle, an der wir wendeten, war die „Hauptpiste“ zugeparkt mit Campern.

Über den Sinn und Unsinn der zugeschütteten Abbiegung muss man nicht weiter nachdanken. Wobei, tat ich natürlich doch. Vermutlich wollte man verhindern, dass jeder normale Camper, über die ehemalige Hauptpiste weiter in die Landschaft in Richtung Süden fährt, und hat deshalb die Einfahrt zugeschüttet. Daher knubbelt es sich davor auch.

Die geschaffene neue Zufahrt ist dann eher für die Abenteuer-Fraktion. Ein paar Kurven, durch die Bäume durch (weit genug auseinander stehend, so dass Allmo nirgends aneckte), derzeit auch mit einer etwas größeren Pfütze in einer Kurve, bremst das die Massen an Campern aus.

Wir kamen an einem Exmo aus Frankreich vorbei, der in einer Nische an der Hauptpiste stand und steuerten die nächste freie „Zufahrt“ an. Frank suchte für Allmo ein schönes Plätzchen zwischen den Bäumen und mit Blick über das Meer und die leichte Dünenlandschaft. Ja, hier können wir bleiben!

Hinunter ans Meer gingen wir nicht. Stattdessen spannte Frank für mich die Hängematte zwischen zwei Bäumen (was für eine grandiose Idee). Zuletzt war die vor ziemlich genau vier Jahren am Palmenstrand in Spanien im Einsatz.

Über die Piste fuhren immer mal wieder ein paar Einheimische (Moped oder Pkw). Zwei Camper-Vans gefiel der Platz neben uns nicht uns sie fuhren wieder. Vielleicht standen wir ja dort, wo sie eigentlich hin wollten.  Ein Mann mit Esel und zwei Hunden wollte uns Fisch verkaufen. Nee, wir mögen keinen Fisch. Später kam eine Schaf-/Ziegenherde an uns vorbei.

So windstill fühlten sich die gemeldeten 19 Grad deutlich wärmer an. Frank entdeckte, dass unsere Solaranlage nicht so lief, wie sie sollte und räumte den Bereich mit der Kühlbox und den Gemüseboxen leer, um in Allmos Kofferraum zu klettern. Dabei fand er auch unsere kleine Schere wieder, die seit ein paar Wochen spurlos verschwunden war (vermutlich seit dem Tag, als die Batterie im Kofferraum aus der Verankerung gehüpft war). Ein Allmo verliert nichts.



Keine zwei Wochen bleiben uns noch in Marokko und ich sah die Punkte durch, die ich bei Karten-Gockel markiert hatte. Die Städte an der Küste werden wir wohl auslassen und uns stattdessen am Meer tummeln. Sofern das Wetter in den nächsten Tagen weiterhin mitspielt.

Zum Abendessen zauberten wir uns Schweinefilet (noch aus Spanien, tiefgekühlt) mit Zwiebeln und dazu gekochte Kartoffeln mit einem Frischkäse-Frühlingszwiebeln-Dip.

Die Sonne versank tatsächlich im Meer und ein paar Robben warteten noch auf die perfekte Welle.

Freitag, 9. Januar 2026

In der Nacht wurde ich zunächst durch das Brummen eines Mopeds geweckt und durch einen bellenden Hund wachgehalten. Tagsüber war von den Strandhunden kein Mucks zu hören gewesen. Jetzt schien irgendwas den Hund zu stören. Ich bildete mir ein auch Stimmen gehört zu haben.

Sonnig war’s am Morgen. Aber zunächst noch etwas frisch. Am späten Vormittag gingen wir an den Strand. In einer der Nischen bei uns (es sind mehrere Feuerstellen aus Steinen gemauert vorhanden) hatte sich eine Familie ein Feuerchen angezündet und kochte Tee. Wir grüßten freundlichen und bekamen ein Lächeln und Winken zurück.

Am Strand angekommen, sahen wir verschiedene Steinhäuschen, die als Restaurant genutzt werden. Vermutlich wird es dort fangfrischen Fisch geben. Frank wollte recht schnell nicht mehr weiter. Während er zu Allmo zurückkehrte, spazierte ich noch ein wenig weiter. Auf dem Hinweg am Strand entlang. Für den Rückweg bog ich an ein einem Taleinschnitt ab. Etwas Wasser floss in Richtung Meer. Ich entdeckte Fossilien (kleine Muschelreste) in dem Stein neben dem kleinen Flusslauf.



Über das kleine Plateau lief ich zu Allmo zurück. Unterwegs kam ich mit einem Paar aus UK ins Gespräch. Die standen mit ihrem Motorhome auf einem Campingplatz. Der Trampelpfad wurde zunächst zu einer schmalen Fahrspur und dann zu einem breiten Weg. Stellmöglichkeiten gab es mehrere. Auf einer großen Fläche war ein roter Teppich ausgelegt, ein Zelt wurde gerade aufgebaut und später sahen wir einen Pritschenwagen der Sofas und Matratzen brachte. Irgendwas wird da in Kürze gefeiert.

Ziegen und Schafe zogen im Laufe des Tages an uns vorbei. Ein armer Esel hatte die Vorderbeine so nah zusammengebunden, dass er nur hüpfen konnte. Es war zu sehen, wie die Taue in seine Fesseln einschnitten. Am liebsten hätten wir ihn davon befreit. Aber das würde bestimmt ärger nach sich ziehen und weil wir noch eine Nacht bleiben wollten, sahen wir hilflos zu, wie der arme Esel sich abmühlte.

Wie auch schon gestern, sahen wir mehrere Touris, die mit einem Guide entweder auf einem Pferd oder einem Quad unterwegs waren.

Am Nachmittag ging ich noch eine Runde in die andere Richtung, zunächst auf dem befestigten Weg und dann am Strand vorbei zurück. Der Wind frischte mit etwas Verspätung auf.



Zum Abendessen gab es eine Asiapfanne (Hähnchen, Paprika, Tomaten, Zwiebeln und Mie-Nudeln). Einer von drei Hunden, die uns heute besuchten, wartete geduldig, bis wir aufgegessen hatten und bekam dann zwei kleine Döschen Katzenfutter.

Anschließend verkrochen wir uns nach innen. Im Dachzelt lagen wir windgeschützt. Frank hatte die Seite zum Meer hin geöffnet, so dass wir zusehen konnten, wie die Sonne im Meer versank. Nur ein paar kleine Wölkchen hatten sich noch dazugesellt.

Samstag, 10. Januar 2026

Wieder das Gleiche in der Nacht: Hundebellen und auch kurz ein paar Stimmen (diesmal war ich mir sicher). Frank hatte – wie gestern – nichts davon mitbekommen. Ich schlief mehr als schlecht und war froh, als die Nacht vorüber war.

Mit Sonnenschein und wenig Wind starteten wir in den Tag.

Tbc

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