
Wir nahmen Kurs auf Essaouria und folgten daher weiter der R211. Die Stadt selber wollten wir uns nicht ansehen. Wenige Kilometer südlich, in Diabat, befindet sich der Palais Dar Sultan.
Es handelt sich um die Ruinen eines ehemaligen Palasts, der sich fast am Meer befindet. Inzwischen gibt es einen asphaltierten Weg, der bis hinter den Palast, zu einem großen angelegten Parkplatz führt. Wobei dieser Parkplatz wohl weniger für die Besucher des Palais Dar Sultan gedacht ist, sondern eher für Strandbesucher.
Viele Mauern sind zerfallen und Sand erobert das Gelände. Organisierte Ausritte (Pferd) und Ausfahrten (Quad) finden rund um den Bereich statt. An einer Stelle gab es noch ein paar Bodenfliesen zu betrachten. Schnell hatten wir alles gesehen und fuhren an Essaouria vorbei, weiter in Richtung Norden.
Die R301 brachte uns in Küstennähe nach Safi. Alternativ gibt es auch eine Strecke, die etwas weiter im Landesinneren verläuft.
Zur Mittagszeit stoppten wir in der Nähe von Chaibat. Den Platz am Meer, hatte ich eigentlich als mögliches Übernachtungsziel ausgesucht. Doch wir fuhren gut gestärkt weiter (es gab die Reste der Asiapfanne). Auch wenn die Sonne schien, war es windig. Die Küste sah sehr zerklüftet aus und das Wasser war zum Greifen nah. Kaum das wir angekommen waren und auf’s Meer blickten, kam ein Mann angelaufen. Er grüßte uns freundlich. Erklärte, dass wir hier ruhig übernachten könnten (was wir ja nicht wollten) und fragte dann nach Bier oder Whiskey. Beides Fehlanzeige. Eine Flasche Wein hätten wir noch. Aber die geben wir nicht her.
Anstrengende 100 Kilometer lagen bis zu unserem Übernachtungsplatz noch vor uns. Anstrengend wegen vieler langsamer LKWs, Pkws die unkoordiniert fuhren, viel Stadtverkehr in Safi, zuvor noch eine Umleitung und dann im Schleichtempo an der Phosphor-Industrie vorbei. Die Strecke zog sich.
Was wir heute aber auch sahen, waren kleine Kuhherden, Schafe und Ziegen natürlich auch und viele Esel. Das Land ist Grün und bietet im Moment viel Nahrung. Pferde- und Eselfuhrwerke waren ebenso auf den Straßen anzutreffen.
Und was wir vor allem in den ersten zwei Tagen in Marokko erlebt hatten: Ehrlich winkende Menschen.
Hinter Safi folgten wir nicht mehr der R301, die am Meer entlangführte, sondern fuhren den kürzeren Weg querfeldein. Wiesen mit lila, gelb, orange blühenden kleinen Blümchen befanden sich neben der Straße. Sehr hübsch anzusehen.
Oualidia war unser Ziel. Allerdings nicht der Ort selber, der über eine interessante Lagune verfügt, sondern ein Platz etwas außerhalb. Der Weg führte uns zwischen den Salinen (von Salz war im Moment nichts zu sehen) ans Meer und dann wieder in Richtung Oualidia zurück.
Entlang der Piste gibt es verschiedene Möglichkeiten ein Nachtlager aufzuschlagen. Direkt zu Anfang stand ein Womo aus Frankreich. Wir fuhren hinter die nächste Kuppe und entschieden, dass das unser Platz. Schnell war Allmo in Position gebracht.
Während ich von den kleinen Klippen neben uns weiter durch noch mindestens zwei andere Camper entdeckte, saß Frank noch in Allmo. Als er raus kam und zum Heck lief, stellte er fest, dass irgendetwas undicht war. Der Boden einer der Kanister mit dem Motoröl hatte sich aufgescheuert und das Öl lief raus. Schnell schraubte Frank die Abdeckung von der Feuerwehrleiter auf, holte beide Kanister raus und füllte das Motoröl um. Wie gut, dass wir inzwischen einen leeren Kanister hatten. Rund einen Liter hatten wir verloren, was wohl zu verschmerzen ist. Er hätte auch ganz leer sein können, was ungünstig gewesen wäre. Denn in rund 300 Kilometern müssen wir wieder den Ölstand prüfen. (wir machen das alle 2000 Kilometer)
Rechts und links der Salzbecken befinden sich abgetrennte Parzellen, auf denen die Einheimischen vermutlich irgendetwas anbauen. Unter anderem könnte es sich um Stroh oder ähnliches handeln. Zumindest lässt das Garben-Tipi neben uns darauf schließen.
Hinter Safi hatte es sich auf der Fahrt angefangen zuzuziehen. So hatte ich es zuvor auch in der Wetter App gesehen. Es ist wie es ist. Regen war keiner gemeldet.
Bereits vor 17 Uhr hatte Frank unser Abendessen gezaubert. Es gab die Bratwürstchen, die wir bei unserem ersten Besuch in Guelmim an der Frischetheke gekauft und eingefroren hatten, zusammen mit Mexiko-Gemüse, frischen Tomaten und Nachos. Lecker war’s. Beim Kochen hatte Frank kurzzeitig Unterstützung von einer Schafherde.
Zum Tagesendspurt kam dann tatsächlich noch ein wenig die Sonne hervor.
Während ich innen den Tagesbericht tippte, wollte Frank draußen die Sonne genießen. Davon wurde er dann von einer Einzel-Reisenden abgehalten, die ihm ein ganzes Wörterbuch an den Kopf quatschte. Ich konnte sie die ganze Zeit sprechen hören und wusste nicht, ob ich Frank irgendwie erlösen soll. Aber dann dachte ich mir, dass er alt genug ist.
Sonntag, 11. Januar 2026
Es war zu befürchten, dass das Meer uns in der Nacht den Schlaf rauben wird. So ein Dachzelt schluckt nun Mal keine Geräusche. Das Meeresrauschen war schon sehr laut und ich hätte den Gedanken, wieder in der Doka zu übernachten, einfach umsetzen sollen. Zudem hielt mich irgendwann der Gedanke an die bevorstehende Fährfahrt wach. Es ist wieder stärkerer Wind und auch Regen gemeldet. Was mich leicht in Panik versetzt. Optimal wäre es noch morgen überzusetzen. Was zeitlich (also von den noch zu fahrenden Kilometer) überhaupt nicht passt. Die gestrige Fahretappe mit 220 Kilometern und heute sollten es am Ende des Tages 230 Kilometern werden, waren schon fast tagesfüllend. An 350 Kilometer ist überhaupt nicht zu denken.
Bevor wir übersetzten, müssen wir noch unsere Eier aufbrauchen. Vermutlich dürfen die nicht mit nach Spanien. Also gab es Frühstückseier. Doch der Eierkocher piepste wieder zu früh und Frank musste daraus dann Rührei herstellen.
Gegen 10 Uhr fuhren wir los. Die ersten beiden Traktoren kamen schon über die Piste geholpert und auch ein paar Mopeds waren schon unterwegs. Gestern kamen so einige Angler mit ihren Mopeds an uns vorbei gedüst.
Wir quetschten uns durch ein größeres Dorf. Die beiden Hauptstraßen waren von Marktständen flankiert und gefühlte 1000 Menschen befanden sich auf der Straße. Truthähne und anderes Geflügel lag mit zusammengebundenen Beinen auf dem Boden. Mensch und Tier wollten kaum Platz machen, um uns vorbei zu lassen. Gegenverkehr gabs natürlich auch noch.
Wir kauften unterwegs Brot (einfach im Gewühl anhalten und den Weg blockieren, also so, wie alles anderen es auch machen) und waren froh, als wir aus dem Dorf unbeschadet wieder raus waren. Wie der 40 Tonner, der uns zum Schluss entgegenkam, sich durch das Dorf schlängelt, möchten wir lieber nicht wissen.
Anstatt über die mautpflichtige Autobahn zu fahren, wählten wir den Weg über Land. Die Straßen waren mal besser und mal schlechter zu befahren. Auf einer Strecke von gut 10 Kilometern waren mehr Schlaglöcher als auf den Pisten, die wir gefahren waren. Das nervte.
Vielfach sahen wir neben der Straße Seen, also eigentlich Felder, die noch von dem Regen unter Wasser standen. Frank witzelte noch, dass dort Reis angebaut werden würde. Wobei er damit recht haben könnte. Viel Landwirtschaft und Ackerbau wurde betrieben. Doch das viele Wasser auf den Flächen gehörte wohl eher weniger zum Bewässerungsplan.
Der Verkehr war, wie gestern, anstrengend. Das schöne Wetter und es war Sonntag und zudem noch Nationalfeiertag, zog die Menschen nach draußen. Sie picknickten in Blumenfeldern, an Stauseen und sonstigen Freizeiteinrichtungen. Bei so viel Verkehr blieben Unfälle nicht aus. Drei Blechschäden sahen wir.
Doch Feiertag bedeutet in Marokko nicht gleich, das alle Frei haben. Wir sahen neben den Menschen, die auf dem Markt oder am Straßenrand ihr Obst und Gemüse verkauften auch Bauarbeiter, die fleißig waren.
Ob es nun schlau von uns war, anstatt durch den Stadtverkehr durch Casablanca lieber einen etwas südlich verlaufenden Bogen zu fahren, bleibt ungeklärt.
Nach 6 Stunden und 230 Kilometern waren wir fertig für heute. Unterwegs hatten wir nur für einen kurzen Mittagspausen-Stopp und zum Tanken angehalten.
Tbc














































































































































































































































































































































































































