Auch am Plage El Mansouria war viel los. Angler und Familien genossen den schönen freien Tag.

Zum Abendessen sollte es eigentlich Eier mit Toast geben. Doch Frank stellte die Frage, ob wir denn das marokkanische TK-Cordon Bleu mit nach Spanien nehmen dürfen. Tja …
Also gab es Cordon Bleu und dazu Rührei mit Zwiebeln. Passt zwar nicht ganz, aber Umkommen lassen wir nichts. Als Dessert backte ich Gabis Apfelkuchen und somit hatten wir heute mal eben 12 Eier verbraucht.


Die Sonne ging in den Wolken unter. Doch bereits zuvor war es durch den Wind etwas frisch. Schnell verkrochen wir uns in Allmo.

Montag, 12. Januar 2026

Ich war hundemüde, weil ich seit vier Uhr früh kaum noch geschlafen hatte. Der mögliche Wellengang bei der Überfahrt zurück nach Spanien bereitete mir Kopfzerbrechen. Früh lagen wir in den Federn. Wir schauten noch aus dem Dachzelt auf die beleuchteten Frachtschiffe, die im Meer vor Anker lagen. Gleichzeitig sah ich aus der Gegenrichtung Scheinwerfer in Richtung Meer fahren. Sehr langsam, fast im Schneckentempo. Wenn juckt’s? Reißverschlüsse zu und schlafen.

Ich war dabei wegzuschlummern, als ich mehrfach ein leises „Hello“ hörte. Doch kein Klopfe und nichts. Wenn das Militär die Pässe kontrollieren will, dann sollen die Klopfen. So mein Gedanke.

Ab und zu war mal ein Fahrzeuggeräusch zu hören. Wir standen dummerweise genau an der „Einflugschneise“ der Strandpiste und anscheinend fuhren noch Leute weg oder kamen. Keine Ahnung wie herum.

Gegen Mitternacht wieder waren wieder ein paar Stimmen zu hören, erst etwas entfernt und dann ein „Excuse me“, „Sorry“. So hatte ich es verstanden. Frank meinte später, dass er ein „we need help“ gehört hätte. Ich nicht. Wieder kein Klopfen. Ich dachte mir nur, was für eine Unruhe nachts am Plage El Mansouria herrscht. Als wir nachmittags ankamen, waren wir der einzige Camper. Bis zum Abend kamen noch 5 Fahrzeuge dazu.

Und dann wieder laute Motorengeräusche.. Ein Moped und ein PKW (oder umgekehrt) rasten an uns vorbei. Natürlich waren wir wach und ich ärgerte mich, warum mich niemand in Ruhe schlafen lassen kann. Und dann hörten wir beide das Geräusch eines Motors und etwas, das sich wie durchdrehende Reifen anhörte. Die Uhr zeigte 1:45 Uhr.

Ein Blick aus dem Dachzelt zeigte mehrere Fahrzeuglichter und ein orangenes Licht. Frank zog sich an und ging gucken. Ich sicherte in der Zwischenzeit die Sachen, die herunterfallen könnten und zog mir ebenfalls etwas über.

Frank kam zurück und startete Allmo. Ein Abschlepper und die Polizei waren vor Ort. Ein polnischer Van hatte sich festgefahren und der kleine Abschlepper, schaffte es nicht diesen aus der Senke herauszuziehen. Was um Himmelswillen tat der Van dort mitten in der Nacht?

Was hatte sich in der Nacht am Plage El Mansouria ereignet?

Ein Marokkaner mit einem kleinen Pritschenwagen hatte sich in dem vom Regen noch sehr feuchten Boden festgefahren und kam nicht mehr weiter (das waren vermutlich die Scheinwerfer, die sich schneckenhaft bewegt hatten). Und vermutlich auch das „Hello“ wenig später.

Der Marokkaner rief eine Bekannte mit einem Geländewagen an, um ihn zu retten. Diese kam, fuhr sich jedoch selber fest. Nun saßen zwei Fahrzeuge im Schlamm fest. Vielleicht war das auch erst das „Hello“.

Der polnische Van, der etwas weiter weg stand, eilte zur Hilfe. Er schaffte es den Geländewagen herauszuziehen, war dann aber selbst in der Senke steckengeblieben. Die Dame mit dem Geländewagen war inzwischen nicht mehr vor Ort.

Bei einer Kontrollfahrt wurde die Gendamerie auf die Situation aufmerksam und rief einen Abschlepper. Mit ziehen hatte es nicht geklappt, den polnischen Van zu bewegen. Zwei Abschleppgurte waren gerissen. Dann sollte dieser mit den Vorderrädern auf die „Gabel“ genommen werden. Dabei neigte sich die Front des Abschleppers nach oben. Das war der Moment in dem wir dazu kamen. Den Rest hatte mir die Polin aus dem zweiten polnischen Van erzählt.

Der polnische Van hatte bereits zwei Sandbretter unter den Hinterreifen liegen. Man hatte versucht in anzuheben (wobei am Schweller nachher Dellen von dem unsachgemäßen Gebrauch des Wagenhebers zu sehen waren).

Die Idee den Abschlepper und den Van in einem rauszuziehen, verwarfen wir. Zunächst musste der Abschlepper aus der Senke raus. Also den Van wieder runterlassen und kurz anziehen. Passt.

Der Abschlepper fuhr aus dem Weg. Jetzt war die Bahn frei, um den polnischen Van zu retten. Vorsichtig blickten wir alle (die Beifahrerin des Polen, das andere polnische Pärchen, der Polizist, der Abschlepper und der Marokkaner, der als erster feststeckte) auf den Van und das Abschleppseil. Allmo hat Kraft und stand gut. Der Van stand in der Senke, hatte einen langen Radstand und sollte dort in einem Stück wieder rauskommen. Die Bergung verlief, wenn auch langsam, gut und der Van stand sicher oben im halbwegs Trockenen.

Eigentlich wollte der Pole die matschigen Sandbretter erst im Hellen aus dem Matsch holen, doch auf Anraten, dass Allmo die beschädigen könnte, holten er und der Marokkaner sie sofort raus.

Jetzt musste nur noch der eigentliche Auslöser des ganzen Schlamm-Massels geborgen werden. Bei der „Begehung“ stellten wir fest, dass der Boden auf der anderen Seite der Senke tatsächlich noch sehr nass und matschig war. Allmo fuhr voller Bewunderung der Polen, durch die Senke. So einfach kann das sein. Doch als er noch ein Stückchen näher musste, damit das kurze Abschleppseil des Marokkaners reichte (wir wollten unseres bei dem Schlamm nicht verwenden), drehten Allmos Reifen gut durch. Das Stollenprofil hatte sich mit Matsch gefüllt.

Dann war der kleine Pritschenwagen am Haken und Allmo fuhr langsam zurück, bis der Marokkaner sicher stand. Doch voller Euphorie begann er einen Fehler. Er wollte es aus eigener Kraft durch die Senke auf die andere Seite schaffen. Dabei hatten wir gedacht, dass er den Weg nimmt, über den er gekommen war. Und dann nahm das Unglück seinen Lauf.

Natürlich schaffte er es nicht aus der Senke wieder herauszufahren. Das Heck stand auf der Fahrerseite in der Luft und wir setzten uns zu Viert auf die Pritsche, um für Gewicht (Heckantrieb) zu Sorgen. Doch das gelang nicht.

Nun stand der Pritschenwagen im Weg. Schlauer wäre es gewesen, wenn Allmo schon drüben gewesen wäre. War er aber nicht. Also musste der Pritschenwagen zunächst rückwärts rausgezogen werden. So weit, dass Allmo durch die Senke fahren konnte. Durch das viele hin und her fahren, war der Boden schon sehr aufgewühlt.

Der Pritschenwagen steckte jetzt allerdings wieder im Schlamm fest und Allmo musste rückwärts die Senke runter, um an ihn ranzukommen. Inzwischen hatten wir wieder unser Bergeseil im Einsatz (das kürzere, nicht das womit wir den polnischen Van geborgen hatten). Doch ab einem gewissen Punkt driftete Allmo einen Meter nach links weg. Einfach so beim rückwärtsfahren. Da war es an mir einzuschreiten. Allmo musste wieder nach oben und der kleine Pritschenwagen musste angeschoben bzw. gezogen werden. Die beiden Polen zogen vorne und schafften es, dass der Pritschenwagen sich wieder bewegte und in die Senke fuhr. Dort konnten wir ihn anhängen und ohne Probleme rausziehen.

Die Polen und der Marokkaner bedankten sich mehrfach bei uns. Ohne unsere bzw. Allmos Hilfe hätten sie noch am Morgen festgesessen. Es war 3 Uhr, als wir wieder auf unserer Ausgangsposition standen. Mir war kalt geworden. Und wenn ich kalt bin, kann ich nicht schlafen.



Kaum, dass wir mit dem Bergen aller Fahrzeuge fertig waren (der Polizist und der Abschlepper waren bereits gefahren als der Van draußen waren und überließen uns mit dem kleinen Pritschenwagen unserem Schicksal), fingen die Straßenhunde an zu bellen. Läuft.

Es wurde vier Uhr und ich war immer noch wach. Gestern war ich zu der Zeit nicht mehr eingeschlafen. Jetzt hatte ich zu der Zeit kaum geschlafen. Ich schaute nicht mehr auf die Uhr, war aber noch lange wach. Irgendwann muss ich doch noch in einen leichten Schlaf gefallen sein. Es war nach 8 Uhr, als ich auf die Uhr blickte und es wurde schon hell.

Frank meinte dann allen Ernstes, dass es doch eine angenehme Nacht war ohne Wind und ohne lautes Meeresrauschen. Wind und Meeresrauschen wären wohl das kleine Übel gewesen.

Als wir gegen 10 Uhr fuhren, war von den beiden polnischen Pärchen noch nichts zu sehen. Vielleicht schliefen sie noch.

Was für eine Nacht am Plage El Mansouria.

Tbc

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