In der langen schlaflosen Zeit hatte ich mir überlegt, dass wir uns die Fahrt über die Dörfer heute klemmen und stattdessen über die mautpflichtige Autobahn weiter in den Norden fahren. Somit sparten wir uns den Stadtverkehr in Rabat, Kenitra, Larache und in diversen anderen kleinen und größeren Dörfern.

Die Überlegung war, eventuell heute noch zum Hafen Tanger-Med zu fahren und die nächste freie Fähre zu nehmen, die uns zurück nach Spanien bringt. Ab Morgen ist zumindest in Tanger-Med stärkerer Wellengang gemeldet. Auf der gegenüberliegenden Seite des Mittelmeeres soll es jedoch weiterhin entspannt sein.

Also peilten wir das 350 km entfernte Tanger-Med an, hielten uns aber offen doch nur bis zum Cap Spartel zu fahren.



Auch wenn wir über die A1 und A5 sehr gut vorwärts kamen, ist Allmo kein Rennpferd. Und so dauerte alles seine Zeit. Für eine kleine Stärkung stoppten wir auf einem Rasthof an der Autobahn. Auf den umliegenden Strommasten und hohen Pfeilern hatten sehr viele Storchenpärchen ihre Nester gebaut. Das glich regelrecht einem Mehrfamilienhaus. Zuvor hatten wir auf einer überfluteten Wiese schon dutzende Störche durch das Wasser waten sehen.

Inzwischen war klar, dass wir erstmal zum Cap Spartel fahren und dort einen Blick auf das Meer werfen. Bei Asilah verließen wir die mautpflichtige Autobahn. Vier Stationen hatten wir passiert und insgesamt 138 Dirham bezahlt. Das sind umgerechnet keine 13 Euro für vermutlich um die 250 Kilometer. Genau hatten wir nicht drauf geachtet.



Von Asilah waren es noch rund 40 Kilometer über Land, die gut zu fahren waren. Je mehr wir uns dem Cap Spartel näherten, desto touristischer wurde es. Dromedare warteten auf Touristen, Quads fuhren herum. Zig Touris-Pkws und ein Reisebus mit Chinesen.

Wir parkten in der Nähe des Cap Spartel am Straßenrand und steuerten zunächst die Stelle an, an der sich das Mittelmeer und der Atlantik treffen. Es ist quasi das Pendant zu Tarifa. Ein Souvenirstand durfte an dieser Stelle natürlich nicht fehlen.

Anschließend gingen wir in Richtung des Leuchtturms. Selbst ist dieser bzw. das direkt umliegende Gelände nur gegen Eintritt zu besichtigen. Wir begnügten uns mit einem Blick von einem breiten Aussichtsbalkon. In der Ferne blickten wir auf das spanische Festland.

Zuvor lief uns eine Wildschweinmama mit ihren sechs Jungen über die Füße. Auch wenn ein Schild darauf hinweist, dass füttern verboten ist, war die Mama total entspannt und wird an Menschen gewöhnt sein.



Wir drehten noch eine Runde über den angelegten Weg beim Cap Spartel, sahen auf die schönen Felsen und entdeckten eine weitere Sau mit fünf kleinen Frischlingen beim Grasen. Neben Wildschweinen wird das Cap auch von zahlreichen Katzen bewohnt.

Den Rückweg traten wir über die Straße an und fuhren dann mit Allmo wieder ein Stück zurück, zu einem Platz am Meer, an dem Palmen standen. Ob das Übernachten dort am Plage Sidi Kacem toleriert wird, wissen wir nicht und hoffen es einfach. Nach zwei Nächten mit sehr wenig erholsamen Schlaf benötige ich dringend meine Ruhe. Wobei da schon die Straße gegen spricht. Vielleicht ebbt der Verkehr in der Nacht ab. Auch der Flugverkehr wird hoffentlich in der Nacht eingestellt.

Wir setzten uns zwischen die Palmen mit Blick aufs Meer. Als Frank das Dachzelt aufbaute kam ein Hund. Das passte mir gut, schließlich mussten noch 8 Dosen Futter verteilt werden. Der scheue Hund bekam zunächst zwei Döschen und dann nochmal zwei. Ich musste jedes Mal weg gehen, damit er das Futter fraß.

Zum Abendessen gab es für uns die restlichen, vorgestern gebratenen Würstchen mit Bratkartoffeln und Tomate-Feta-Salat. Zuvor hatte Frank noch die TK-Cordon Bleu und TK-Hähnchen-Schnitzel gebraten. Somit wäre unser Essen für Morgen auch gesichert. Egal zu welcher Zeit für mit der Fähre übersetzen können.



Auch an unserem wohl letzten Abend in Marokko ging die Sonne in den Wolken unter. Diese leuchtete später in den schönsten orange-rosa Farben. Zum Sonnenuntergang waren einige Einheimische mit ihren PKWs gekommen. Sie parkten mit der Front zum Meer und blickten so aufs Wasser.

Dienstag, 13. Januar 2026

Tatsächlich wurde es in der Nacht ruhiger. Es war fast nur das Meeresrauschen zu hören. Bereits gegen 4 Uhr wurde ich wach. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Erst als es Zeit war so langsam aufzustehen, begann ich wegzudämmern. Nein, dass ging gar nicht. Schließlich wollten wir zeitig los. Und so frühstückten wir, als es noch dunkel war.

Noch vor Sonnenaufgang (diesem fuhren wir entgegen) machten wir uns auf dem Weg zum Hafen in Tanger-Med.

Tbc

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