Nachdem wir auch die letzte Kontrolle im Hafen von Algeciras hinter uns gelassen hatten, nahm Allmo Fahrt auf. Viel wollten wir nicht fahren, auch wenn wir unserer Zeit voraus waren. Wir steuerten den Lidl in Los Barrios (bei Carlos, Viajes Normandie) an.

Während ich mich auf der letzten Reise beim ersten griechischen Lidl, wie im Schlaraffenland gefühlt hatte (nach vielen Wochen in Albanien war es ja auch so), hielt sich meine Euphorie in Grenzen. Klar kauften wir viele Dinge ein, die wir dort gerne kaufen. Doch dadurch, dass es in Marokko alles zu kaufen gab (außer Schweinefleisch) hatten wir keine wirklichen Entzugserscheinungen. Zumal wir auch einiges an Fleisch und Wurst auf Vorrat mit nach Marokko genommen hatten.

Nach gefühlten Stunden waren wir mit dem Einkauf durch und brauchten noch eine ganze Weile, bis alles ordentlich verstaut war.

Zum Übernachten fuhren wir wieder nach Palmones. Dort hatten wir die letzte Nacht vor der Überfahrt auch verbracht. Keine zwei Kilometer lag der Platz entfernt. Leider hatte ich verdrängt, dass die angrenzende Industrieanlage nicht gerade leise war. Aber nun gut, auf eine weitere Nacht mit wenig Schlaf kommt es jetzt auch schon nicht mehr an.

Wir drehten noch eine kurze Runde und stellten fest, dass die Stürme und der Regen der letzten Wochen ihre Spuren hinterlassen hatten. Der Strand war übersät mit Schwemmholz und sogar ein kaputtes Schlauchboot lag halb eingegraben am Strand. Der Bretterweg zum Strand stand nun senkrecht und diente als Wind-Sand-Schutzzaun.




Eine Fähre der Balearia steuerte gerade den Hafen von Algeciras an. Wir gingen davon aus, dass dies die 13 Uhr Fähre war, die theoretisch um 14:30 Uhr hätte ankommen müssen. Es war 17:15 Uhr; also fast 3 Stunden Verspätung. Wir schätzten uns mehr als glücklich, dass wir ungeplant auf die verspätete 10 Uhr Fähre gekommen waren.




Sehr dunkle Wolken zogen auf. Frank erwärmte das gestern gebratenen Cordon Bleu und die restlichen Bratkartoffeln im Backofen. Die Chicken Fingers hatten wir größtenteils an Bord verputzt. Nach dem der Abwasch erledigt war, ließ der Regen nicht lange auf sich warten. Jetzt ist’s erstmal vorbei mit dem guten Wetter. Aber in Marokko wäre es zumindest im Norden nicht besser gewesen. Und heute hatten wir noch eine sehr ruhige Überfahrt.

Mittwoch, 14. Januar 2026

Am Abend und in der Nacht regnete es immer wieder. Wir waren früh im Bett und ich schlief etwas besser als in den Nächten zuvor. Das sonore Brummen aus der Industrieanlage störte mich nicht. Dennoch war gegen 5:30 Uhr die Nacht vorbei.

Der Parkplatz glich nach dem Regen einer Seen-Landschaft und die Autos, die dort u. a. von Schülern der angrenzenden Schule tagsüber parken, knubbelten sich auf den trockenen Flächen. Zwischenzeitlich hatte ich die Befürchtung, dass wir später nicht mehr in der Lage sind auszuparken. Doch das war unbegründet.

Allmo nahm natürlich die Ausfahrt mit der riesigen Pfütze. Was anderes war auch nicht zu erwarten gewesen. Matschige Schlappen waren jetzt auch egal, denn heute war Waschtag!

Zunächst stoppten wir jedoch bei Decathlon und kauften noch zwei neue Getränkeflaschen. Dann ging es weiter nach San Roque zur Tank- und Raststätte Combustibles Del Estrecho SL. Dort hatten wir vor unserer Überfahrt nach Marokko nur die Gelegenheit genutzt unseren Grauwassertank zu entleeren. Diesmal stand Waschen auf dem Programm.

Allmo hüpfte wieder auf die Entsorgungsstation, die sich in der Camper Waschstraße befindet. Ich ging zwei Token für jeweils 4 Minuten Wäsche holen. Ein Token kostet 2 Euro. Doch während des Schaumbades wurde schnell klar, dass wir die 8 Minuten komplett für die Vorwäsche benötigen und daher noch mal 2 weitere Token für das Nachspülen mit klarem Wasser. Also flitzte ich nochmal zur Kasse.



Doch nicht nur für Allmo gab es ein Schaumbad. Wir gönnten uns auch eine heiße Dusche. Die Sanitäranlagen dort können nur mit Zugangskarte betreten werden und sind daher sauber. Für 8 Minuten heiß Duschen, zahlten wir jeder 4 Euro. Für Männlein und Weiblein gibt es getrennte Sanitärbereiche.

Was tat es gut, unter der heißen Dusche zu stehen. Unabhängig voneinander stellten wir fest, dass 8 Minuten viel zu viel Zeit ist. Wir sind es gewöhnt kurz und wassersparend zu duschen und waren mit den 8 Minuten geradezu überfordert. Natürlich nutzten wir die Zeit voll aus und standen in einer Dampfsauna.

Eigentlich wollten wir dann bis zur Cala del Aceite, die rund 100 Kilometer entfernt lag, fahren. Doch noch im Stadtgebiet von Algeciras fiel mir ein, dass es in der Nähe doch einen Platz in Getares gibt. Dort hatten wir auf unserer ersten Spanienreise übernachtet. Direkt am Meer. Also bogen wir dorthin ab. Zudem war inzwischen das grau am Himmel gewichen und die Sonne schien. Also war es nur schlau, schnellstmöglich an den Strand zu kommen.

Doch leider glich der Platz einer Matsch- und Sumpflandschaft. Ganz am Rand ging es. Dort lag aber auch ein dicker Hundehaufen und zudem standen wir schräg. Bei dem feuchten Boden die Holzbretter herauszuholen wäre fatal und jeder Fußabdruck hinterließ matschige Spuren. Zudem schien der gammlige französiche LKW dort längere Zeit zu stehen und auch die drei seelenlosen weißen Vans sahen nicht einladend aus. Nee, dass passte alles nicht. Also fuhren wir weiter. Doch auch ein weiterer Platz in Getares sagte uns nicht zu. Also nahmen wir wieder den Ursprungsplan „Cala del Aceite“ auf.

Bei Tarifa meinte Frank dann, ob wir uns nicht an den langen Strand stellen könnten (westlich von Tarifa). Also bogen wir dorthin ab, wobei ein Schild am Zugangsbereich auf einen Naturpark hinweist, in dem grundsätzlich Campen verboten ist. Zusätzlich steht dies aber auch noch auf einem eigenen Schild.

Dennoch bogen wir ab und waren erschrocken, wie viele dutzende von Campern (überwiegend Vans, Bullis, kleine Womos, aber auch ein paar LKWs und sogar eine Concord) sich auf dem schmalen Parkplatz niedergelassen hatten. Die Parkbuchten zum Meer hin waren sehr gut gefüllt, die meerabgewandte Seite blieb frei. Ansonsten würde da auch keiner mehr durchkommen. Natürlich gab es dort auch Pfützen. Nee, das war so überhaupt nicht unsers. Schon zu Anfang stand ein alter Mann mit einem Lendenschurz begleitet an der Seite und schaute nur blöd und dann diese aneinander Reihung von Fahrzeugen. Bloß weg hier. Die schnelle Abreise wurde dann durch ein Womo gebremst, dass durch die Pfützen schlich.

Tbc

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