
Nach dem wir die Vororte von Madrid hinter uns gelassen hatten, fanden wir uns irgendwann im Grünen wieder. Das tat gut. Wir fuhren über kurvige Straßen durch die Sierra Oeste de Madrid. Die Area Recreativa El Fresne bei El Hoyo de Pinares war unser Ziel.
Pinienwälder und eine schöne felsige Landschaft, soweit das Auge blickte. Wir stoppten an einem Aussichtspunkt (Mirador La Venta). Leider wird die linke Ecke als Toilette benutzt. Haufen nebst Papier waren zu sehen.
Immer höher schraubten wir uns über die kurvige Straße. Ein Paradies für Motorradfahrer, die das gute Sonntagswetter nutzten. Schließlich landeten wir auf rund 1000 Metern.
Nach einer kurzen Begehung parkten wir Allmo um. Etwas von der Straße entfernt. Aber auch weg von dem Hauptweg und der freien Fläche direkt am Stausee Embalse de Hoyo de Becedas I.
Dennoch kam Frank mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt, die Allmo Muy Bonito fanden und ihm auf Spanisch erklärten, dass man hier wunderbar wandern kann. Am Stausee entlang zu einem Wasserfall. Mal sehen, was meine Muskeln und Blasen übermorgen davon halten.
Wir genossen die Sonne. Neben uns lagen ein paar halbzersägte Pinienbäume. Auch hier hatte das Unwetter zugeschlagen und seine Spuren hinterlassen.
Zum Abendessen gab es die restlichen Ravioli mit Pesto für mich und für Frank die übriggebliebenen Frikadellen als Burger. Die Sonne stand inzwischen schon zu tief, so dass wir in Allmo aßen.
Montag, 23. Februar 2026
Früh fiel ich hundemüde ins Bett. Frank versorgte erneut meine lädierten Muskeln. Schnell schlief ich ein und relativ gut. Gegen Mitternacht muss etwas Wind aufgekommen sein. Zumindest rauschte es in den Bäumen. Um die 6 Uhr war Hundegebell zu hören. Das Tier wollte keine Ruhe geben. Doch ich schlief jedes Mal zügig ein. Das Geläut der vermeintlichen Ziegen (so Franks Gedanke) hatte ich verschlafen.
Kurz nachdem es hell wurde, war dann ein Muhen zu hören. So viel zu Franks Ziegen-Theorie. Es sei denn, die sprechen eine Fremdsprache. Schräg hinter uns standen mehrere Kühe mit schon etwas größeren Kälbern. Das eine Kälbchen muhte die ganze Zeit „Muhti, Muhti“, wo bist du? Frank fand es „Kuhl“. Lieber von Kühen geweckt werden als von Straßenlärm oder lauten Campern.
Es dauerte dann noch ein wenig, bis die Sonne unseren Platz erreichte. Den schönen sonnigen Tag (gemeldet waren Temperaturen von bis zu 21 Grad) verbrachten wir mit viel nichts tun. Auch wenn es mir bzw. meinen schmerzenden Körperteilen schon deutlich besser geht, wären die Füße bzw. die Blasen unter den Füßen noch nicht für eine Wanderung bereit.
Vormittags „verirrten“ sich erstaunlich viele Menschen auf unseren Weg und um Allmo herum. Dabei standen wir so, dass man eigentlich nicht plötzlich auf unserer Fahrerseite auftauchen musste. Vielleicht waren die Leute nur neugierig. Aber mehr als ein Hola saß nicht drin.
Am späten Nachmittag inspizierte ein Pärchen den umgefallenen Baum neben uns. Vermutlich auf der Suche nach Brennholz. Zumindest war an anderer Stelle das Geräusch einer Kettensäge zu hören. Ob das Pärchen in den nächsten Tagen auftaucht, um den Baum zu zerlegen? Angefangen hatte schon jemand damit.
Zum Abendessen gab es Schweinefilet mit gebratenen Zwiebeln, Kartoffelecken und Salat.
Dienstag, 24. Februar 2026
Tatsächlich schlafe ich nachts fast wie ein Murmeltier. Das Hundegebell nahm ich nicht wahr und als die Kühe muhten, war ich schon wach. Frank sowieso, schließlich kommt er mit weniger Schlaf aus. Er hatte auch den Hund gehört.
Nach dem Frühstück warteten wir noch ein wenig, bis die Sonne etwas höher stand, und wanderten dann los. Wir hatten beide die neuen Socken an, die wir Sonntag bei LIDL gekauft hatten. Meine Balsen waren zwar schon halbwegs abgeklungen, aber noch sichtbar. Daher war es nicht verwunderlich, dass ich genau an den Stellen Druck verspürte. Frank war mit den neuen Socken sehr zufrieden.
Bevor wir auf den Trail abbogen, sahen wir uns an, was so eine große Rauchwolke produzierte. Irgendjemand schien Zeug zu verbrennen.
Wir folgten einer Strecke von Wikiloc, die an den Stauseen Embalse de Hoyo de Becedas I und II und dem Fluss, der die Stauseen miteinander verbindet, vorbeiführt. Markiert war diese mit neu aussehenden Holzpfosten, die blau markiert waren. Später sahen wir, dass wir uns auf der Ruta del Aguas befanden.
Wie von unserem Übernachtungsplatz schon zu erahnen war, führte uns die Wanderung durch eine Landschaft mit Pinien und grauen Felsen. Wasser war fast immer zu sehen.
Zwischendurch versperrten des Öfteren umgefallene Pinien unseren Weg. Entweder konnten wir über den Baumstamm drübersteigen oder es gab schon einen Trampelpfad, der außen herumführte. Die Kühe nutzten diese „Umfahrung“ ebenso, was unschwer an den Fladen zu erkennen war.
Ein verrostetes Schild, wies darauf hin, dass das Baden unter Sanktionen im See verboten ist. Vermutlich wird das Wasser zur Gewinnung von Trinkwasser genutzt. An den Verfärbungen der Steine am Ufer, war deutlich zu erkennen, dass das Wasser mal höher stand. Dabei müssten die Seen doch bei dem vielen Regen der letzten Wochen doch schon voll sein.
An mehreren Stellen sah es o aus, als wären diese als Steinbruch genutzt worden. Solche glatten Flächen und Stufen werden nicht von Natur aus entstanden sein.
Wir liefen in einer sehr schmalen Acht und kamen auf einem neuen Bretterweg samt Aussichtsplattform aus. Drei ältere Herren saßen auf einer der beiden Holzbänke und genossen die schöne Aussicht.
Vorbei an der Staumauer des Embalse de Hoyo de Becedas I steuerten wir noch einen interessanten Felsen an und kehrten dann zu Allmo zurück. Für die etwas über 8 km benötigten wir 2:50 Stunden. Am Samstag war ich in der Zeit beinah doppelt so viele Kilometer gelaufen. Aber wir waren nicht auf der Flucht und genossen die Natur.
Den restlichen Tag verbrachten wir in der Sonne bei Allmo. Es waren 19 Grad gemeldet. Ohne Wind war es geradezu heiß.
Zum Abendessen gab es panierte Hähnchenbrust mit Spinat-Mango-Sonnenblumenkerne-Salat. Wir merkten, dass die Avocado fehlte. Diese waren jedoch bei LIDL entweder zu matschig oder zu hart, so dass wir keine gekauft hatten.
Mittwoch, 25. Februar 2026
Wieder eine ruhige Nacht, dennoch hielt mich irgendwas gegen 3 Uhr vom Schlafen ab. Zunächst kann es am Hundegebell gelegen haben. Später schlief ich dann doch wieder ein und entsprechend war es nach 8 Uhr, als ich wach wurde. Die Läuten der Kuhglocken war bereits zu hören gewesen. Doch beim Frühstück zog parallel zu uns eine Polonäse aus Kühen vorbei. Viele mit Glocken. Bisher hatten wir diese nur gehört, aber nur Kühe ohne Glocken gesehen.
Nach dem Frühstück ging ich zum Stausee und über den Holzsteg, während Frank telefonierte. Anschließend starteten wir beide in die Ruta Los Molinos. Diese hatten wir gestern auf einem Schild entdeckt und über Wikiloc einen Trail gefunden. Allerdings wollten wir nicht die ganze Runde drehen, die neben alten Mühlen auch noch auf irgendwelche Berggipfel führt. Wir begnügten uns also mit der kleinen, weniger anspruchsvollen Route.
Bei der Area Recreativa El Batan fanden wir eine große Infotafel, die die verschiedenen Wege (blau, rot, grün) erklärte. Infos zu dem botanischen Lehrpfad gab es ebenfalls.
Auch heute lagen einige Male Bäume über dem Weg, die wir Umlaufen mussten. Zusätzlich gab es einige Senken, durch die wir nicht ohne Weiteres laufen konnten, ohne uns nasse Füße zu holen. Über die Wiesen suchten wir uns halbwegs trockene Stellen.
Viele der umgefallenen Bäume schienen irgendwann mal (vielleicht im letzten Sommer) einem Brand zum Opfer gefallen zu sein. Während die umgefallenen Bäume (wie an unserem Übernachtungsplatz) noch grüne Äste und Zweige mit Piniennadeln haben, handelte es sich bei diesen Bäumen um tote Gerippe. Vielleicht hat der Sturm den Bäumen den Rest gegeben, doch abgestorben waren sie vorher schon.
Wie der Name des Weges vermuten lässt, führte uns dieser zu drei alten Wassermühlen, von denen Gebäudereste, Mühlsteine, Wasserzuläufe in unterschiedlichen Erhaltungszuständen zu sehen sind.
Auch mehrere Wasserfälle konnten wir betrachten. Letztlich ergab die Info, die Frank kurz nach unserer Ankunft am Sonntag erhalten hatte einen Sinn. Unweit der Staumauer gab es einen Wasserfall (dort befand sich die dritte der Mühlen, weil wir erst zum Schluss unserer Wanderung dort ankamen), der von der Staumauer aus jedoch nicht zu sehen ist. Man sieht, dass das Wasser dort weiterfließt, kann aber den Wasserfall nicht erahnen.
Durch ein Felsenmeer führte uns die heute Wanderung. Auch die Natur hat es vor zig Millionen Jahren schon geschafft, Steinmännchen aufeinanderzutürmen. Oder eher Steinriesen.
Nach 4 km bzw. etwas über 2 Stunden waren wir wieder bei Allmo. Das Wetter war heute teilweise bewölkt, doch die Temperaturen mild genug, um draußen zu sitzen. Zum frühen Abendessen gab es Bandnudeln mit dem restlichen Filet.
Für den späten Nachmittag hatte sich Besuch angekündigt. Peter, den wir vom Willys Treffen in Enkirch kennen, hatte gestern angefragt, wo wir stecken. Er musste beruflich für ein paar Tage in die Nähe von Madrid und kam mit seinem Mietwagen zu uns gefahren. Schöner wäre es natürlich gewesen, wenn er mit seiner alten Mercedes Feuerwehr zu uns gekommen wäre. Doch so war es ein unverhoffter und schöner Besuch.
Am Abend hatten wir das Glück den Halo-Mond betrachten zu können. Ein „Heiligenschein“ war rund um den Mond herum zu sehen.
Donnerstag, 26. Februar 2026
In der Nacht war wieder das Hundegebell zu hören, doch die Kühe blieben am Morgen aus. Bevor irgendwer noch auf die Idee kommt, uns einen Briefkasten an Allmo zu nageln, brachen wir heute von dem sehr schönen Platz an der Area Recreative El Fresne auf. Gestern hatte ich uns eine Nacht auf dem Parking de Autocaravanas in Avila reserviert. Und so verließen wir nach 4 Nächten diesen wunderbaren Platz.
tbc














































































































































































































































































































































































































