
Nach dem vergeblichen Abstecher zum Monasterio de Santa Maria de Moreruela nahmen wir Kurs auf den Norden von Spanien. Ziel war es so weit zu fahren wie möglich bzw. bestenfalls noch die Küste bei Gijon zu erreichen. Diese lag rund 250 km entfernt.
Ab Morgen Nachmittag (Donnerstag) ist Regen gemeldet, der auch den ganzen Freitag anhalten soll. Während wir über die Autobahn düsten, sah ich nochmal auf die Wetter-App. Ach du Schreck: 40 mm Regen waren für Freitag im Norden gemeldet. Ein Blick auf unsere aktuelle Umgebung: deutlich weniger Regen und Donnerstag länger freundlich. Was tun?
Wir steuerten den nächsten Picknickplatz auf der Autobahn an. Es war eh Zeit für einen Mittagssnack. Nach einigem hin und her und Blick auf die Wettervorhersage diverser Orte, entschieden wir uns nicht mehr weit zu fahren.
Die Bergkette, die sich von Leon aus in Richtung Norden erstreckt scheint ungefähr die Wetter-Grenze zu sein. Im Dunst waren weiße Spitzen der Bergrücken zu erkennen. Nach Leon selber wollten wir nicht. Bloß keine Großstadt mit viel Lärm. Schöne Picknickplätze waren auch nicht zu finden.
Also entschieden wir uns für einen Platz am Rande des Dorfes Torneros del Bernesga, neben einer Kirche. Nicht ideal und kein Traumplatz. Aber für eine Nacht wohl erstmal okay. Morgen sehen wir dann weiter.
Auf dem Kirchturm nisteten mehrere Storch-Familien, die misstrauisch zu uns herunterschauten. Das Kirchengebäude selbst hat den Charme eines Bahnhofgebäudes. Was die angebrachten Graffiti untermauerten.
Wir setzten uns eine Weile auf eine der Bänke an der Kirche. Wobei man schon etwas Sorge haben muss, von eine der alten, mit Moos und Sedumspflanzen bedeckten Dachziegel erschlagen zu werden. Im Aushang hing ein Plakat, dass auf eine Veranstaltung am 31. März 2020 hinwies, mit Anmerkungen zu Corona. Das andere Plakat schien vom Mai letzten Jahres zu sein. Viel scheint in der Kirche nicht mehr zu laufen. Auch der Glockenturm blieb stumm.
Zum Abendessen zauberte Frank uns eine leckere Hackbällchen-Mexiko-Gemüse-Pfanne mit Nachos. Davon werden wir auch noch die nächsten zwei Tage essen können.
Donnerstag, 5. März 2026
Über Nacht hatte sich an der Wettervorhersage nicht viel getan. Südlich der Berge soll es länger trocken bleiben und weniger regnen. Dafür werden die Temperaturen frostig, weil der zunehmende Nordwind kalte Luft aus den Bergen bringt.
An der Nordküste von Spanien soll es heute schon früher regnen und am Freitag sind deutlich größere Regenmengen gemeldet. Dafür sind die Temperaturen milder.
Was tun?
Wir entschieden uns für weniger Regen und kältere Temperaturen. Was im Umkehrschluss bedeutete, dass wir noch eine Nacht in Torneros blieben. Immerhin war es diese Nacht sehr ruhig gewesen. Selbst tagsüber kamen gestern nur 4 Fahrzeuge vorbei (2 davon war ein Trecker, der hin und her fuhr).
Das Dorf selbst gab nicht viel her. Also bastelte ich mir aus zwei Wikiloc-Strecken einen eigenen Weg. Frank kam nicht mit.
Ich wandere zwischen den Feldern und klapperte vier wenig interessante Dörfer ab. Das spannendste waren die in Reih und Glied gepflanzten Bäume (Aufforstung der Wälder) und das Bewässerungssystem der Felder. Wütend machte mich ein armer Esel, dem irgendein Depp das Fell halb geschoren hatte. Bei dem gemeldeten Regen, Wind und frostigen TEmperaturen wird das arme Tierchen sicherlich frieren.
In einem Dorf wollte mich eine Dame über die Via de Leon schicken, das wäre doch schöner als an der Straße (wenig, bis Nicht befahren) entlang zu laufen und der Weg würde direkt nach Torneros führen. Theoretisch schon. Doch praktisch wollte ich mehr Kilometer laufen und wählte daher den längeren Weg entlang der Straße. Nach 11,2 km bzw. 2:07 Stunden war ich zurück.
Die Sonne schien inzwischen und wir holten unsere Stühle raus. Die Bänke an der Kirche waren gestern nicht sehr bequem gewesen und hier störte es keinen. Ich backte Gabis Apfelkuchen und kochte Kritharaki-Nudeln für abends vor. Somit waren wir vorbereitet, wenn ab dem späten Nachmittag der Regen kommt.
Es war noch keine 17 Uhr, als dunkle Wolken die Sonne verdeckten. Wir bauten das Dachzelt ab. Eine Nacht im Hubdach stand uns bevor. Der Wind frischte etwas auf. Regen setzte erst bei Sonnenuntergang (19 Uhr) ein. Dafür hörte der Wind zu dem Zeitpunkt auf. Vor dem Regen hatte Frank eine Portion der Hackbällchen-Mexiko-Gemüse-Pfanne mit Kritharaki-Nudeln erhitzt und der Abwasch war auch rechtzeitig erledigt.
Freitag, 06. März 2026
Der Regen hielt sich am Abend sehr zurück und in der Nacht nahmen wir nicht wahr, dass es regnete. Vermutlich war dieser ausgeblieben. Auch am Morgen war es trocken. Die Wettervorhersage sah für den Norden immer noch Regen vor, aber weniger Regen. Also machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg.
Tbc














































































































































































































































































































































































































