
Über Land peilten wir die A63 an, die zwischendurch mautfrei befahren werden kann. Unser Tagesziel Clerac, lag rund 250 Kilometer entfernt. Bei Liphostey verließen wir die Autobahn, um die Mautstelle zu umgehen. Entgegen den anderen beiden Malen wollte Karten-Gockel nicht an die nächste Straße links abbiegen (die direkt parallel zur Autobahn verläuft). Wir vertrauten dem Navi und bogen erst etwas später links ab. Die Ausweichroute ist für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen erlaubt. Was uns wiedermal bestätigt, dass wir mit Allmo alles richtig gemacht haben.
Zurück auf der A63 und über die A630, N230 und A10 kamen wir zügig voran. Nur auf der Umfahrung von Bordeaux war etwas mehr Verkehr. Die Flüsse Garonne und Dordogne führten schmutzig braunes Wasser mit sich. Es war zu erkennen, dass der Pegel kürzlich noch einiges höher gestanden hatte.
Auch die N10 ist eine sehr gut ausgebaute Nationalstraße, mit Autobahn-Charakter. Diese brachte uns nach Clerac. Wobei wir noch rund 10 Kilometer über Land fahren mussten.
Nur wenige Kilometer hinter der Abfahrt gibt es eine Überführung, die auf 3,75 Meter Höhe begrenzt ist. Wir schlängelten uns unserem Ziel entgegen und ignorierten das 3,5 Tonnen-Schild vor dem neuangelegten Aire pour camping-cars. Sowohl bei Karten-Gockel, als auch auf den Fotos von P4N ist noch der alte Platz zu sehen.
Jetzt gibt es 12 angelegte Stellplätze für Camper. Schön eingefasst mit Holz, Rindenmulch und kleinen Pflanzen. Sieben Picknickbänke und ein paar weitere Bänke sind zu dem kleinen See hin ausgerichtet. Baden und Angeln ist verboten. Parken ist nur für eine Dauer von 24 Stunden erlaubt. Gleich um die Ecke gibt es eine Bäckerei und einen kleinen Proxi-Supermarkt. Ein schöner Fleck, auch wenn Frank es störte, dass dort bereits drei andere Camper standen.
Ich setzte einen Brotteig an und wir verputzten vorab das letzte Burger-Brötchen. Während das Brot später im Ofen war, unternahm ich einen Spaziergang. Frank wollte nicht mit, so dass ich mir eine rund 10 Kilometer lange Route rausgesucht hatte.
Der Weg sollte etwas abenteuerlich werden. Führte er zunächst aus der dörflichen Bebauung raus und über einen breiten Weg durch den Wald, landete ich schließlich auf einem Pfad, der wohl gerne zum Crossen (Motocross) genutzt wird. Zumindest ließen die Reifenspuren im hügeligen Gelände darauf schließen. Vorbei an einem See folgte ich dem Pfad durch den Wald. Stellenweise war der Boden matschig (kein Wunder nach dem vielen Regen) und es gab Ausweichtrampelpfade, die teilweise sogar mit Holzbrettern ausgelegt waren, um trockene Füße zu behalten.
Zurück auf der Straße lief ich vorbei an der Chapelle du sacré-Coeur, die als solche nur durch ein Kreuz an der Wand und zwei Heiligenbilder zu erkennen ist. Und weiter ging’s durch den Wald, um einen grünlich schimmernden See vorbei.
Der letzte Waldabschnitt sorgte für weitere Abenteuer. Der Weg war eigentlich breit genug für forstwirtschaftliche Fahrzeuge. Doch durch die Nähe zu einem schmalen Fluss, war der Waldboden sehr getränkt und irgendjemand hatte bereits große Löcher hinterlassen, die mit Wasser gefüllt waren. Es sah so aus, als hätte ein Traktor sich dort gut eingebuddelt und beinah versenkt. Kaum dass ich mir den Weg durch die Matsche gebahnt hatte, stand vor mir auf dem Waldweg ein Audi A4. Die Windschutzscheibe hatte einen kräftigen Schlag abbekommen. Der Wagen hatte eindeutig im Wasser gestanden. Zumindest war der untere Bereich mit Grasbüscheln dekoriert. Davor wieder tiefere Löcher. Eins sogar ganz dramatisch in Richtung Fluss. Was war dort nur geschehen?
Während ich noch so drüber nachdachte, dass der Audi in die Richtung, aus der ich kam, nicht abgeschleppt werden konnte, trat ich um die Kurve und entdeckte, dass auch in der anderen Richtung der Weg versperrt war. Erst lag ein Baum quer über den Waldweg und dahinter noch ein paar mehr Bäume. Also kletterte ich über das Gewirr an Ästen und Stämmen. Es half ja nichts.
Eine kleine Waldmaus erschreckte sich, als sie mich sah und verschwand im Dickicht.
Auf dem restlichen Weg war es an ein paar Stellen etwas matschig, aber ansonsten gut zu laufen. Ein paar hundert Meter wurde ich von einem etwas verwahrlost aussehenden Hund mit Halsband begleitet. Es sah fast so aus, als wäre er entweder ausgesetzt worden oder weggelaufen. In einer offenstehenden Garage fand er wohl was, was interessanter war als ich und ich lief das letzte Stück allein.
Nach nicht ganz 9 Kilometern in etwas unter 2 Stunden war ich wieder zurück. Frank hatte es sich auf dem kleinen Steg gemütlich gemacht und die Sonne genossen. Unterwegs hatte ein Thermometer 17 Grad angezeigt. In der Sonne war es schön warm. Sobald sich eine kleine Wolke davorschob und ein leichtes Lüftchen wehte, war es direkt frisch.
Das Abendessen bestand aus Süßkartoffeln, die Frank diesmal als Bratkartoffeln zubereitete. Dazu gab es das restliche Schweinefilet und Spinat-Tomaten-Parmesan-Salat.
Montag, 16. März 2026
Die Nacht war aufgrund der Nähe zur Straße nicht ganz so ruhig. Anfangs kam auch noch alle paar Minuten ein Zug vorbei.
Das es am Morgen nieselte bekamen wir zu spät mit und das Dachzelt wurde nass. Eigentlich waren Sonne und Wolken gemeldet. Stattdessen gab es Wolken ohne Sonne. Und so starteten wir bei trüben Wetter in den nächsten Fahrtag.
Tbc














































































































































































































































































































































































































