
Eine Strecke von 300 Kilometern lag vor uns. Ziel war Dinat in Belgien. Wir kamen gut voran und entschieden uns unterwegs nochmal in Frankreich zu tanken. Die Preise für Kraftstoff waren erneut gestiegen. In Belgien lag der Höchstpreis nun bei 2,10 Euro und somit 9 Cent höher als gestern. Ich suchte uns eine günstige Tankstelle raus.
Wir fuhren wieder zu E.Leclerc, diesmal in Fagnieres, bei Chalons-en-Champagne. Die Durchfahrtshöhe wird durch einen Metallbalken auf 3,50 m begrenzt. Eigentlich kein Problem, nur das irgendwer die Höhenbarriere krumm gefahren hatte. Ich durfte nicht aussteigen, um von außen zu gucken, ob es passt. Frank fuhr ganz langsam und dann machte es auch schon ein schepperndes Geräusch. Die Durchfahrtshöhe lag wohl, durch die Schieflage, unter 3,35 m.
Wir waren mit dem Griff von der Feuerwehrleiter an der Stange hängen geblieben. Der Griff war krumm, das Gummi abgeschrappt. Später stellte Frank fest, dass der Griff gebrochen war. Das war ja super gelaufen. Wir tankten für 2,019 Euro voll.
In der Stadt hielten wir dann noch mit LIDL, deren großer Parkplatz so leer war, dass hundert Allmos darauf Platz gehabt hätten. Weiter ging’s mit Kurs auf Dinant.
Diesmal waren wir so schlau bzw. Karten-Gockel bot uns die Alternative an, den Großraum Reims zu umfahren. Vor zwei Jahren mussten wir erstmal schauen, wie wir um die Umweltzone herum gefahren kommen. Dies blieb uns nun erspart. Wir kamen an großen Soldatenfriedhöfen vorbei. Hinter Rocroi fuhren wir über die französisch-belgische Grenze.
Bis nach Dinant waren es noch einige Kilometer. Nachdem wir zunächst unschlüssig waren, wo wir parken sollen (ich wäre für den Platz an der Maas gewesen, Fank wollte dort aber parallel zur Fahrbahn parken und Allmo hätte ein Straßenschild verdeckt und ich wollte mit der Schnauze zum Wasser stehen), stellten wir uns in die Parkbucht vor dem Bayardfelsen (Rocher Bayard). Direkt neben der Durchgangsstraße wird es eine unspaßige Nacht werden.
Die lichte Breite zwischen den Felsen beträgt nur 2,70 m, also gerade breit genug für Allmo. Die Spiegel konnten sogar ausgeklappt bleiben. Der Rocher Bayard ist 40 m hoch. Der Durchgang wurde im 17. Jahrhundert geschaffen.
Frank kam mit in die Stadt, denn die Zufahrt hatte ihn umgehauen. Dinant ist zwischen der Maas und den Felsen gebaut. Auf dem Felsen ist die massive Mauer der Zitadelle zu sehen. Davor bzw. darunter die große Kirche Collegiale Notre-Dame. Von innen ist die Kirche schlicht gehalten. Die Säulen und Mauern sind nicht weiß angemalt, was uns sehr gefiel. Hübsche Buntglasfenster gibt es und riesige Heiligenstatuen aus Holz geschnitzt.
Auf der Brücke Charles de Gaulle befinden sich, wie auch im Stadtgebiet verteilt, bunte Saxophone. Adolphe Sax, der Erfinder des Saxophons wurde in Dinant geboren. In seinem Geburtshaus wurde ein Museum eingerichtet, welches kostenfrei besichtigt werden kann.
An der Brücke trennten sich unsere Wege. Während Frank zu Allmo zurückkehrte, lief ich weiter an der Maas entlang. Vorbei an Schleuse und einem kleinen Wehr. Ziel war die Ruine des Castle of Crevecoeur.
Der Pfad hinauf zur Ruine führte in Serpentinen steil bergauf durch den Wald. Was hatte ich mir nur angetan? Doch dann wurde ich mit einem Blick über die Maas, Bouvignes und Dinant in der Ferne belohnt.
Von der Ruine selbst sind noch ein paar Mauern und ansatzweise die Türme vorhanden. Metalltreppen ermöglichen den Zugang zum Untergeschoss. Bergrunter ging’s deutlich schneller. Die Ursprünge des Turms liegen um 1320. Geschliffen wurde er 1672.
Ich überquerte die Maas an der Schleuse/dem Wehr und sah mir auf dem weiteren Rückweg noch ein paar Gebäude, Saxophone, etc. an. Nach 11,3 km in 2:52 Stunden war ich wieder zurück.
Die Sonne schien heute den ganzen Tag und es war angenehm warm. Thermometer im Stadtgebiet zeigten 14 bzw. 17 Grad. Nur ab und zu fegte plötzlich ein böser Wind (das erlebten wir auch schon an der Tankstelle) durch die Gassen.
Zum Abendessen zauberte Frank uns panierte Schweineschnitzel, die wir mit Salat, Gurke, Feta und Zaziki verputzten. Es schmeckte sehr gut.
Donnerstag, 19. März 2026
Die Nacht wurde, wie nicht anders zu erwarten war, etwas unruhig. So ein Platz neben der Bundesstraße ist nicht sehr ideal. Zumal es in Dinant keine Ortsumfahrung gibt. Ich schlief vermutlich etwas besser als Frank.
Früh waren wir auf, frühstückten und starteten zur letzten großen Etappe. Eigentlich mussten wir nur dem Flusslauf der Maas folgen. Dieser würde uns fast bis nach Hause bzw. bis zur 4×4 in Kalkar bringen.
In Höhe von Lüttich/Liege gab es eine größere Verstockung. Doch mit der linken Spur fuhren wir ganz gut und kamen schneller voran als die LKWs, die auf der rechten Spur standen. Grundsätzlich muss ich anmerken, dass wir auf der verhältnismäßig kurzen Fahrt durch Belgien mehr Baustellen hatten, als auf der ganzen Strecke quer durch Frankreich. Einmal die Baustelle in Lüttich hinter uns gelassen und rollten wir zügig weiter. Südlich von Maastricht überquerten wir die Grenze zu den Niederlanden. Wir entschieden uns bis in Höhe von Goch auf der niederländischen Autobahn zu bleiben.
Und dann war es so weit, nach fast 6 Monaten waren wir zurück in Deutschland.
tbc














































































































































































































































































































































































































