Die Bedingungen waren nicht die Besten, um über den Transfăgărășan (Transfogarascher Hochstraße), eine der beiden Passstraßen, die von Transsilvanien (Siebenbürgen) über ein Hochgebirge in die Walachei führen, zu fahren.

Die Schneeberge, die gestern noch zu sehen waren, lagen versteckt hinter den Wolken. Ob eine Überquerung des Făgărăș-Gebirges, mit einer Passhöhe von 2041 Metern überhaupt sinnvoll ist? Liegt oben eventuell Schnee? Infos über Sperrungen lagen uns nicht vor. Doch es kann jederzeit soweit sein. Letztes Jahr wurde die Straße am 20. Oktober gesperrt (geöffnet war sie dieses Jahr am Mitte Juni).

Wir steuerten erstmal die Cascada Bâlea an und würden dann weitersehen.

Allmo schraubte sich langsam Meter um Meter nach oben. Irgendwann kam der Wasserfall in der Ferne in Sicht. Vor dem (vermutlich) Hauptparkplatz standen Verkaufsbuden. Autos waren geparkt. Es wäre noch Platz für uns gewesen. Doch wir fuhren weiter. Ab der ab dieser Stelle ist die Passstraße täglich von 21 bis 7 Uhr gesperrt. Wenige Meter später setzte leichter Niesel ein. Wir befanden uns auf rund 1500 Metern.

Wir stoppten ein paar Mal. Kleine oder größere Flächen neben der Straße gab’s ausreichend.

Eisig kalt war’s am oberen Parkplatz für den Wasserfall. Wir begnügten uns mit einem Blick auf den Zulauf zum Wasserfall. Die Berge vor uns trugen einen Wolkenschal.





In Serpentinen fuhren wir höher und höher. Der Blick hinunter ins Tal war so gut wie nicht vorhanden. Auf rund 1900 Metern dann Schneegriesel neben der Fahrbahn. An einer Felswand hatten sich interessante Eiszapfen gebildet.

Auf der Passhöhe am Bâlea Lake war keine Sicht, dafür viele Verkaufsbuden, von denen eine geöffnet war. Ein Lkw stand am Rand, um eine andere Bude abzubauen. Links befand sich ein mit Schranken gesicherter Parkplatz. Ja, umsonst gibt’s den Bâlea Lake nicht. Alles versank in Wolken. Wir rollten direkt weiter in den Tunnel hinein. Was etwas unheimlich war, denn auch dort war zu Anfang noch etwas Nebel.





Am Ende des keine 900 Meter langen Tunnels fanden wir Licht und keinen Nebel. Kalt war’s trotzdem. Die Walachei begrüßte uns freundlich.

In Serpentinen und zig Kurven fuhren wir wieder hinunter.  Immer wieder gab es kleine Wasserfälle neben der Straße zu sehen (genauso wie auf der anderen Passseite).

Die Bedingungen für die Befahrung des Transfăgărășan waren nicht optimal, aber abgesehen von vielleicht 200 Höhenmetern, auf denen wir keine Sicht hatten, war es in Ordnung. Die Straße war nicht glatt, es lag kein Schnee. Im Sommer, wenn sich Tourimassen über den Pass schieben, ist’s bestimmt nicht besser.

Leider hielten wir vergeblich nach Bären Ausschau. Die halten sich gerne in der Nähe der Straße auf, weil’s genug dumme Touristen gibt, die meinen die Bären füttern zu müssen. Was bei Hörnchen und Affen vielleicht noch lustig ist (aber auch falsch), kann bei Bären tödlich enden. Für den Menschen, und später dann auch für den Bären.





In der Nähe vom Lacul Vidraru, einem großen und langen Stausee, fanden wir neben der Straße und einem Flüsschen, einen Platz für die Mittagspause. Letztlich wurde es dann auch unser Übernachtungsplatz.

Noch war kein Bär in Sicht, so dass es zum Mittagessen die restliche Kürbissuppe gab.

Anschließend holten wir alles fürs Abendessen nach innen. Falls später die Bären um Allmo herumtanzen, müssen wir nicht mehr raus.

Frank setzte sich noch eine Weile nach draußen, bis es ihm zu kalt wurde. Ich verkroch mich direkt in den (Bären) sicheren Allmo.

Leider klopfte kein Bär an Allmos Tür und auch so entdeckten wir keinen. Schade.
Zum Abendessen gab’s Sandwiches.

Freitag, 16. Oktober 2026

 Am Morgen sah es etwas freundlicher aus. Das Frühstück mit Bären fiel, mangels Bären, aus.

Wir fuhren noch etwas am Lacul Vidraru entlang und dann über die Staumauer auf einen Tunnel zu. Durchfahrtshöhe 3,60 m laut Schild (vermutlich in der Mitte höher). Passt!

Im weiteren Verlauf war die Strecke nochmal sehr schön. Zwischen Felsen und neben einem Fluss rollte Allmo immer weiter nach unten.




Die Burg Poenari, in der damals Vlad, der Pfähler (Dracula), im 15. Jahrhundert sein Unwesen trieb, ist nur über fast 1500 Stufen zu erreichen. Da waren die 397 Stufen der Spitzhaustreppe beim Mammutmarsch in Dresden ein Klacks gegen. Im Ort Căpățânenii Ungureni ist das Dracula Schloss nicht zu übersehen.





Kloster und Kirche in Curtea de Arges ließen wir rechts liegen. In der Stadt gab es einen Stau, so dass wir nur schnell tankten (2,05 Euro den Liter Diesel) und abdrehten.

tbc

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