
Von der Grenze bei Sid/Tovarnik bis nach Osijek, wo wir übernachten wollten, waren es noch rund 50 Kilometer. Die Straßen waren sehr gut ausgebaut und wir kamen flott voran.
Irgendwann passierten wir den Abzweig nach Ilok. Dort waren wir vor zwei Jahren über die Grenze gefahren. Damals mit 80 Kilometern bzw. 3 Stunden Umweg, weil Emma über den kleinen Grenzübergang von den Kroaten nicht ins Land gelassen wurde. Da waren 30 Minuten an der Grenze warten und gefilzt werden, heute richtig harmlos gegen.
Wir durchfuhren Vukovar und stoppten nochmal an dem riesigen Wasserturm von Vukovar. In der Umgebung gab es ein paar schöne Wandbilder, die ich noch ablief. Frank sammelte mich auf der Straße wieder ein.
Wir folgten der LKW-Umleitung und mieden somit das Stadtzentrum. Vorbei ging es an einer Bäckerei, an der wir damals Brot kauften. Jetzt hatte diese geschlossen. Nun gut, es ist ja auch Sonntag.
Bis Osijek war es nicht mehr weit und wir parkten Allmo zwischen den Katakomben und dem Freibad. Der Freibad-Parkplatz war gut gefüllt, was wohl daran lag, dass die Leute in der Sonne in der Beach Bar an der Drau saßen. Interessanterweise befindet sich die Bar auf dem Gelände des Freibades. Dessen Eingangstore (wie man das aus Freibädern kennt), waren geöffnet, so dass man freien Zugang zu dem Gelände hatte. Allerdings waren die Becken mit einem Bauzaun umzäunt.
Wenn wir eins heute gelernt haben ist, dass wir nicht mehr hungrig zu einer Grenze fahren. Immerhin waren wir vorher noch auf dem Klöchen gewesen, aber unsere Mägen und auch Emmas Bauch waren leer. Daher stärkten wir uns nach unserer Ankunft.
Anschließend sahen wir uns die Katakomben an und gingen über die Brücke auf die andere Flussseite. Dort war zunächst der Rote Fico unser Ziel. Text der Informationstafel: „An dieser Kreuzung fuhr unser Mitbürger Branko Breskic am 27.06.1991 seinen roten „Fico“ trotzig vor den Panzer des groß-serbischen Aggressoren. Die Bürger der unbesiegten Stadt Osijek stellen in Erinnerung an den Widerstand, Trotz und Sieg gegen den angezwungenen Krieg diese künstlerische Installation auf.“ Zum 20. Jahrestag wurde dieses Monument errichtet.
Anschließend kehrten wir zur Festung zurück. Im inneren dürfen zwar Fahrzeuge fahren, aber es gibt keinen Durchgangsverkehr. Die Straßen wirken daher wie verlassen. Auf dem zentralen Platz befindet sich eine Votivstatue. Außerdem gab es dort auch eine Gastronomie. Das schöne Wetter zog die Leute nach draußen. Leider zog es sich etwas zu, während wir unseren Weg durch die Festungsmauern fortsetzen.
Wir erklommen noch die Mauer und schauten in den Bastions-Turm. Die Tür war tatsächlich offen und über eine sehr abenteuerliche Treppe gingen wir nach oben. Dort wehte eine große Kroatien-Flagge. Über den Festungswall kehrten wir dann in die Festung zurück und an der Drau entlang ging’s zurück über die Brücke und zu Allmo.
Wir genossen nach diesem ereignisreichen Tag ein kühles Bier. Dabei saßen wir mit geöffnetem Dach im Bett und genossen die frische Luft. Leider fing es dann doch schon an zu tröpfeln, wobei es erst in der Nacht regnen soll. Frank fuhr schnell das Hubdach hoch und dann bereitete er unser Abendessen zu.
Es gab Wraps, mit Ei, kleingeschnittenem Leberkäse, Salat und Tomate. Schnell war das Essen fertig und der Regen hatte auch schon wieder aufgehört.
Um uns herum drehten Eltern mit ihren Kindern Runden im Pkw um den Platz. Einen richtigen Verkehrsübungsplatz scheint es wohl nicht zu geben. Stattdessen wird ein fast leerer Bereich genutzt.
Die Sonne ging über der Drau, hinter der Youth pedestrian bridge unter. Es war noch richtig mild draußen.
Randbemerkung: Irgendwann im Laufe des Tages rollte Allmo 76.000 km. Davon 26.000 km mit der Feuerwehr und 50.000 km mit uns.
Montag, 24. März 2025
Warm war es in der Nacht im Hubdach. Der gemeldete Regen setzte in den frühen Morgenstunden auch nicht ein. Also hätten wir auch im Dachzelt schlafen können. Emma hatte wieder extremen Kuschelbedarf und verlangte, an mir gekuschelt zugedeckt zu werden. Ich geriet richtig ins Schwitzen.
Wieder waren wir früh auf den Beinen und hatten bereits vor 7 Uhr gefrühstückt und waren losgefahren.
Tbc