Auf dem Weg zum Hafen in Tanger-Med tankten wir ein letztes Mal für umgerechnet günstige 0,94 EUR den Liter Diesel. So günstig wird es in Europa nicht mehr. Wir hatten uns die nächstgelegene Shell-Tankstelle ausgesucht. Nach dem Tanken steckten wir gefühlt in der Rush hour fest.

Auf den von Gockel bevorzugten Weg kamen wir nicht, weil wir von der Tankstelle nicht nach ganz links wechseln konnten. Geradeaus ging auch. Zunächst kein Problem. Dann eine Reduzierung der Fahrspur, am Ende irgendwo Blaulicht. Der Kreisverkehr dicht, weil der Verkehr geradeaus nicht weiterfloss. Lautes Hupkonzert der Marokkaner. Geduld ist so gar nicht deren Stärke. Wir entschieden umzukehren und nutzten die Gelegenheit, sobald der Verkehr im Kreisverkehr es hergab.

Jetzt konnten wir auch in die von Gockel bevorzugte Richtung abbiegen und fuhren ohne viel Verkehr zur Autobahn. Auf der Autobahn stellten wir dann fest, dass der Diesel dort genauso viel kostete, wie in der Stadt. Den Umweg und Stau hätten wir uns also sparen können.

Die Autobahn endete kurz vor Erreichen des Hafens, welchen wir gegen 9:40 Uhr erreichten. Wir parkten auf dem großen Parkplatz, der mit „Ticket Sale“ gekennzeichnet ist. Wir mussten unser Open-Ticket noch in ein Richtiges umwandeln. Unter dem überdachten Bereich haben alle Fährgesellschaften ein kleines Ticket-Häuschen, so also auch Balearia. Der Angestellte sprach zu meiner Freude Englisch und ich bekam Tickets für die nächste Fähre um 13 Uhr. Die 10 Uhr Fähre war ja quasi schon fast weg.

Anschließend folgten wir mit Allmo der Straße durch das Hafengelände und hatten eine halbe Stunde später sowohl Ausreisetempel im Pass (ein Ausreiseformular musste nicht ausgefüllt werden) und Allmo war elektronisch ausgetragen worden (dabei wird auch ein Foto vom Fahrzeug – mit dem erkennbaren Nummernschild gemacht). Alles ging vom Fahrersitz aus.

Alle Fahrzeuge mussten durch den Scanner, was wegen der Schlange insgesamt noch mal eine eine halbe Stunde dauerte. Unsere Technikseite war auffällig und der Beamte, der ein paar Worte deutsch sprach,, warf einen Blick darauf.

Minuten später standen wir am Gate 17, welches wir unterwegs mitgeteilt bekommen hatten. Vor uns lag die Balearia Napoles, auf die bereits LKWs auffuhren. Doch halt. Das war eigentlich die 10 Uhr Fähre. Die 13 Uhr Fähre wäre die vom Hinweg gewesen.



Weitere 30 Minuten später fuhren wir auf die Napoles auf. Ein Spürhund lief einmal um Allmo und ein Zöllner schaute sowohl in die Doka als auch in den Koffer. Wir wurden auf das obere Deck geleitet und standen somit draußen. Die Napoles ist baugleich mit der Fähre, die uns von Teneriffa zurück nach Huelva gebracht hatte. Dort hatten wir auch draußen gestanden und Allmo durfte Seeluft schnuppern. Von oben blickten wir auf Allmo, Marokko und die noch auffahrenden Pkws.

Um 11:45 Uhr legte die 10 Uhr Fähre ab. Wir waren somit unserer Zeit voraus. Wie gut, dass wir früh genug am Hafen waren und das Glück hatten mit an Bord zu kommen. Die Fähre war nicht ausgebucht, weswegen vermutlich alle mitgenommen wurden, die dort waren. Gestern Abend beim Sonnenuntergang an den Palmen machte sich bei mir etwas Wehmut breit, doch jetzt war ich einfach nur froh, wenn wir wieder zurück auf dem europäischen Kontinent sind.

Mir war es ganz recht, dass wir mit der Balearia Napoles fuhren. Diese ist größer als die Poeta irgendwas und mir daher sympathischer.

Wir wollten eigentlich die Fahrt über draußen bleiben, doch die permanent anspringenden Alarmanlagen diverser PKWs und auch die Raucher, hielten uns davon ab.

Keine anderthalb Stunden später waren wir schon zurück in Algeciras, Spanien, Europa. Während in Tanger-Med noch kurz vor Abfahrt etwas die Sonne durch die Wolken blinzelte, war es in Algeciras komplett zugezogen. Bei unserer Abreise Ende Oktober war das Wetter deutlich freundlicher.

Um 13:20 Uhr rollten wir von Bord. Die Einreise in Spanien wurde zur Geduldsprobe. Es gab zunächst nur 2 geöffnete Schalter und entsprechend langsam ging es vorwärts. Dann wurden wir und ein paar andere auf eine dritte Spur gewunken. Doch die war nur kurz geöffnet und dann wieder geschlossen. Alle die sich wieder in die ursprüngliche Spur einfädeln mussten, zogen den Unmut der anderen auf sich. Dabei konnten wir alle nichts dafür.



Endlich waren wir dran und konnten nach elektronischer Prüfung unserer Pässe zum Zoll durchrollen. Die Zöllner sprach deutsch mit Frank (sie kann es nur ein bisschen – und da haben wir wieder das Missverständnis zwischen meinem „un pocito“ und deren „ein bisschen“). Sie fragte nach Zigaretten, Alkohol, Hund und Katze. Alles nicht dabei. Die Flasche Wein, die wir noch aus Deutschland spazieren fahren war wohl nicht gemeint. Und dass wir Emma in einer Urne spazieren fahren, ließ Frank auch unerwähnt. Er sagte nur „leider nein“. Für eventuelles Fleisch und sonstige Milchprodukte interessierte sich niemand. Viel hatten wir ja auch nicht mehr, weil wir die letzten Tage alles was ging vertilgt hatten.


Tja, es war anders gedacht gewesen. Es ist genau drei Monate her, dass Emma nicht mehr bei uns ist. Der Schmerz sitzt immer noch tief. Zudem musste unser alter Kater Lucky heute vor 11 Jahren eingeschläfert werden. Kein schöner Tag. Umso glücklicher waren wir, dass wir die Fährfahrt nur mit leichtem Wellengang gut überstanden hatten.

Um kurz nach 14 Uhr hatten wir freie Fahrt. Allerdings begannen wir dann den Fehler uns vor der Brücke auf die rechte Spur hinter den LKWs einzureihen. Wir dachten, dass es ein normaler Stau ist. Dabei war uns entfallen, dass wir uns noch im Hafengebiet befanden und noch eine Kontrolle stattfand. Diese galt nur den Güterverkehr-LKWs und wir hätten uns auf die linke Spur einreihen sollen. Egal. Irgendwann hatten wir die Stelle passiert, wobei der Kontrolleur uns noch darauf hinwies als Camper die linke Spur zu nehmen. Ja, nächstes Mal.

Nach 82 Tagen in Marokko und zurückgelegten 6972 km waren wir zurück in Europa. Dies entspricht einer durchschnittlichen Tagesetappe von 85 km, was für uns sehr viel ist.

Marokko hat uns vieles abverlangt und uns gefordert. Das Fazit über unsere erste Reise mit Allmo und Nordafrika muss ich noch verfassen.

Tbc

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