Das Cap Ghir, bzw. die Grottes du Cap Ghir, befanden sich direkt an der N1. Ein großes Schild neben der Straße weist auf diese landschaftliche Besonderheit hin. Parkplätze waren Fehlanzeige, zumindest für flache Fahrzeuge. Allmo fuhr die kleine Böschung auf der Meeresseite hinunter und stellte sich parallel zur Straße.

In den erstmal nur interessant aussehenden Felsen befinden sich Höhlen. Nicht sehr tief, aber dann doch tief, breit und hoch genug, um Windschutz zu bieten. Eine kleine Höhle war mit einem Tuch abgehangen. Steine waren aufeinandergestapelt, um den Eingangsbereich zu verkleinern und somit mehr Schutz vor der Witterung zu bieten. Mit etwas Abstand waren ein Bettlager und Kleidungsstücke zu sehen. Zu Hause war wohl niemand.

Es gab auch noch einen interessanten Felsbogen zu sehen. Wir kletterten auf den Felsen, vorbei an vielen Kakteen mit großen Stacheln.



In unmittelbarer Nähe befindet sich die Caves of bulls, die wir uns auch noch ansahen. Sie ist kleiner, also offener. Wasser tropft am Felsen hinunter und kleine Tropfsteine bilden sich.

Geformt wurden diese Höhlen und Felsen durch das Meer, während der oberjurassischen Kalkstein Epoche. Diese Oberjura-Epoche liegt 163,5 bis 145 Millionen Jahre zurück.

Zurück bei Allmo setzten wir unseren Weg in den Norden fort. Nächstes Ziel war der Timlaline Canyon. Es ging vorbei an einem Meer aus Bananen, welches sich in einem Tal zwischen zwei Bergen befand. So viele Bananenpflanzen hatten wir zuletzt auf den Kanaren gesehen.

Grundsätzlich ist die Umgebung von Agadir für den Anbau von Gemüse bekannt. Im Süden von Agadir waren wir durch die Foliengewächshäuser gefahren. Was angebaut wurde, konnten wir nicht erkennen.

Die Zufahrt zu dem Timlaline Canyon kann man nicht übersehen. Zum einen stechen die Sanddünen aus der Landschaft heraus, zum anderen buhlen Quad- und Snowboard-Verleiher und Dromedare um die Gunst der Kunden.

Rechts der N1 befindet sich ein größerer Parkplatz, für diejenigen, die nicht auf die Piste links abbiegen wollen. Wir fuhren links und parkten so, dass wir bequem in den Canyon absteigen konnten.

Diesen Ort hatte ich erst vor wenigen Tagen bei Karten Gockel entdeckt und was für ein Glücksgriff. Während die Touristen auf Snowboards oder Surfbrettern die Düne hinunterrutschten, gingen wir durch das trockene Flussbett in Richtung Meer. Plötzlich verengte sich der Canyon und wir liefen ein kleines Stück durch einen Slot Canyon. Dann wurde es wieder etwas breiter.




Von oben blickten wir in einen weiteren Slot Canyon, den wir von der anderen Seite betreten konnten. Wie cool! Bis zum Meer war es nicht weit. Uns blieb jedoch nur der Blick von oben. Denn es ging am Ende tief hinab. Wie es wohl aussieht, wenn Wasser hinunterfließt in die Bucht fließt?



Wir kletterten hoch auf das Plateau, sahen von ganz oben auf den kleinen Strand mit den interessanten, durch das Wetter geprägten Felsen, hinunter.



Bevor wir Allmo erreichten, stiegen wir wieder in das Flussbett hinunter und gingen in die andere Richtung (also zur Straße). Links türmte sich hoch die Düne auf. Rechts der Hang mit dem Canyon. Und wieder schmälerte sich der Durchgangsbereich. Sand rieselte an verschiedenen Stellen in den Slot Canyon hinein und bildete, wie in einer Sanduhr, Haufen.

Eins ist klar, wenn weiterhin so viel Sand in den Canyon geweht wird, dann verschwindet dieser irgendwann.



Das Flussbett / der Canyon wurde wieder breiter, die Wände flacher. Frank wollte schon nicht weiterlaufen, also ging ich allein weiter. Um die eine Kurve, um die nächste und die übernächste. Ich wusste nicht, ob noch was Interessantes kommt. Doch bis zur Straße war es nicht mehr weit. Und tatsächlich, kurz vor Erreichen der Straße kam noch ein Slot Canyon. Wie schön! Wieder mit rieselndem Sand.

Ein Tunnel führt unter der Straße her auf die andere Seite. Wobei es eigentlich wohl ein Wasserkanal sein soll und dementsprechend keine Stehhöhe vorhanden war. Im Tunnel, menschliche Exkremente. Als wenn es schon nicht gereicht hätte, dass zwei unserer Van-Nachbarn sich heute Morgen wie Schweine verhalten hatten. Der eine kippte seinen Kanister unmittelbarer neben der Zufahrtspiste aus und der andere hatte beim Rauffahren seinen Hahn gezogen und stand dann auf der Fläche vor der Straße, damit der Tank gänzlich leer laufen konnte. Grrrr…..



Hinterm Tunnel sah es dann nicht mehr so spannend aus und plötzlich war Frank hinter mir. Er hatte sich irgendwann gedacht, dass es wohl doch noch interessant wird, weil ich nicht mehr zurückkam. Und so gingen wir gemeinsam den Weg durch den Canyon zurück zu Allmo. Das war eine Wanderung, ein Canyon, eine Landschaft so ganz nach unserem Geschmack.

Gut gestärkt fuhren wir weiter. Ich setzte noch Brotteig an, damit wir morgen früh auch was für’s Frühstück haben.

Unser angedachter Übernachtungsplatz lag noch rund 35 Kilometer entfernt. Der Weg über die N1 führte in vielen Schlangenkurven weiter in den Norden. Immer wieder waren, wie zuvor auch, Stellen sichtbar, an denen Schlamm über die Straße gelaufen war.

Richtig Grün wurde es unterwegs. Ob die Hügel und Bäume sonst auch so kräftig grün leuchten? Oder lag das alles an dem vielen Regen der vergangenen Wochen?

tbc

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