
Mit Obst und Gemüse waren wir für die nächsten Tage bestens versorgt. Fehlten nur noch ein paar Sachen aus dem Supermarkt. Nicht nur die Piste heute, sondern auch die nächsten beiden geplanten Pisten, fielen erstmal aus, so dass wir bis Guelmim fahren wollten.
Rund 20 Kilometer östlich von Guelmim befindet sich eine heiße Quelle. Das Wasser soll 40 Grad warm sein, die Becken aber überschaubar groß und nicht sehr tief. Lohnt es sich dort zu halten? Wir verschoben diese Frage, denn bis dahin lagen noch über 150 Kilometer vor uns.
Auf den ersten Kilometern war die Straße in kleinen Senken ein wenig mit Schlamm und Erde überzogen. Vermutlich von den Regenschauern am Wochenende. Kleine Seen hatten sich neben der Straße gebildet. Zudem war es windig (das war auch gemeldet) und immer wieder wehte der Wind Sand und lose Erde auf und die Staubwolken zogen über die Felder und die Straße. Der Himmel war weiterhin strahlend blau mit weißen Wattewolken. Von Regen keine Spur. Allerdings wurde kurz vor Fask ein Regenbogen sichtbar.
In Assa hielten wir nach einer Patisserie Ausschau (die in Foum El Hisn war geschlossen), sahen bei der Durchfahrt jedoch keine.
Die Strecke zog sich in die Länge. Ein wenig Abwechslung bot die Überfahrt über einen Pass. Vor Fask (dem Ort mit der heißen Quelle), wehte es kräftiger und Sand wehte über die freien Flächen. Irgendwo dort befand sich auch die heiße Quelle. Und so wurde uns die Entscheidung abgenommen. Auf ein Bad in der heißen Quelle mit anschließender Ganzkörper-Panade können wir verzichten.
Also fuhren wir noch 20 Kilometer weiter, bis nach Guelmim. Der Marjane Supermarkt am Ortseingang war unser Ziel. Anscheinend ein beliebter Ort für Camper. Manche scheinen sich dort länger aufzuhalten (die Fahrräder standen eingepackt neben dem Fahrzeug).
Gefühlte Stunden verbrachten wir in dem sehr großen und sehr gut sortierten Supermarkt und entsprechend lang wurde der Kassenbon. Etwas irritiert waren wir, über die weihnachtliche Deko im Laden. Grüne Girlanden, Tannenbäume, sogar Kuchen mit „Merry Christmas“ waren zu bekommen. Aber auch Deko-Artikel der marokkanischen Fußball-Nationalmannschaft. Der Africa Cup beginnt am 21. Dezember und Marokko ist Gastgeber. Bis alles verstaut war, benötigte auch seine Zeit. Der Wind hatte zwischenzeitlich noch mehr an Stärke zugelegt.
Wir wollten es nicht wie die anderen Womos halten und auf dem Parkplatz vom Marjane Supermarkt übernachten und peilten ein Ziel in rund 50 Kilometern Entfernung an. Wir stärkten uns noch (die Reste von unserem Brot und leckere Erdbeertörtchen). Bevor es auf die letzte Etappe ging, tankten wir noch bei Shell. Auf meine vorsichtige Frage, ob ich denn mit Karte zahlen könnte, antwortete der Tankwart mit „Bien sure“. So selbstverständlich war das zuletzt leider nicht. Aber schön, dass es wieder geht.
Das Fort Bou Jerif war unser Übernachtungsziel, auf dem Weg dorthin regnete es tatsächlich für 5 Minuten. Es handelt sich um ein ehemaliges Fort, welches von den Franzosen 1935 errichtet und bis zur marokkanischen Unabhängigkeit im Jahr 1956. Die letzten 10 Kilometer führten über eine Piste (Bonne route), die ein normaler Camper vielleicht weniger als „gut“ bezeichnen würde.
Wir parkten erst direkt neben dem Fort (voll im Wind), sahen uns die Reste des Gebäudes an und fuhren dann zu dem etwas tiefer gelegenen Gebäude. Franks Idee im Innenhof zu parken, verwarfen wir. Dort wirbelte der Wind. Stattdessen stellten wir uns neben die Mauer. Ganz windgeschützt war das auch nicht, aber immerhin ein wenig.
Ein wenig sahen wir uns noch um. In dem Gebiet direkt am Fluss ist das Campen verboten. Schilder weisen darauf hin. Ob dies daran liegt, dass der Fluss über die Ufer treten könnte und das Gebiet überflutet? Oder ob der Boden durch Erosionen zu fragil ist? Oder wegen der Gefahr, dass die Eukalyptusbäume brechen oder die Palmen umfallen können? Wer weiß. Außerdem war’s da eh zu windig.
Frank bereitete anschließend unser Abendessen zu. Wir hatten Truthahn-Hack gekauft, die er zum einen zu Frikadellen und zum anderen zu einer Bolognese-Sauce verarbeitete. Ich war für die Nudeln zuständig. Jetzt ist es das zweite Mal, seit wir unterwegs sind, dass wir eine zweite Kochplatte benötigten würden.
Und plötzlich lief ein magerer Hund neben Allmo herum und beäugte uns. Weil wir noch einiges an Katzenfutter haben (das Spanische, von vor 2 Jahren), dass seit letztem Monat abgelaufen ist, bekam er einige Dosen vom Nassfutter. Schüchtern und mit Abstand wartete er, bis ich die jeweilige Dose serviert hatte und dann fraß er es begierig.
Als wir uns nach dem Abwasch nach innen verkrümelten, zog er auch ab. Er hatte wohl gemerkt, dass es heute nichts mehr bei uns zu holen gibt. Am Abend fing es dann tatsächlich noch an zu regnen. Wie gut, dass wir eh nur im Hubdach schlafen wollten, wegen dem Wind.
Mittwoch, 17. Dezember 2025
Der Morgen startete wieder freundlich. Der Hund ließ sich zum Frühstück nicht blicken, dabei hatte ich ihm gestern neues Futter in Aussicht gestellt. Die sprachliche Barriere wird’s gewesen sein.
Wir verließen das Fort Bou Jerif über einen steileren Hügel und fuhren über eine andere Piste zur Asphaltstraße zurück. Wie sich herausstellte, war diese nur 4 km lang und in einem deutlich besseren Zustand als die 9 km lange Bonne Route gestern.
Auf der Piste waren Vorbereitungen für eine Asphaltierung begonnen worden. Dicke Kanalrohre waren alle paar Meter neben der Piste verlegt worden. Baumaschinen waren nicht zu sehen.
tbc














































































































































































































































































































































































































