
Auf dem Weg nach Icht wollten wir uns noch alte Felszeichnungen ansehen. Diese befanden sich beim Ort Ighir.
Wir bogen vor dem trockenen Flussbett auf eine Piste ab, die uns ein Stück näher an die Felszeichnungen bringen sollte. Der Boden war teilweise etwas matschig. Nach dem Regen war schon jemand über den feuchten Boden gefahren. Wir parkten Allmo neben der Piste und gingen das letzte Stück zu Fuß.
Wir hielten Kurs auf den bei Gockel verzeichneten Punkt und mussten schauen, dass wir uns keine nassen Füße bei kleinen Gärten holten. Ein Esel begrüßte uns lautstark mit IA. Direkt dahinter dem Feld befand sich die Felswand und zwischen den Palmen konnten wir die ersten beiden Zeichnungen (leicht erhöht) ausmachen. Wie auch in den vergangenen beiden Tagen vernahmen wir zwischen den Palmen lautes Vogelgezwitscher.
Frank suchte und fand den besten Weg, um näher an die Felszeichnungen zu gelangen. Manche Tiere sind eindeutig zu erkennen. An anderen Stellen waren nur noch schemenhaft die Einritzungen zu sehen. Die Witterung hatte über die Jahrtausende die Zeichnungen fast verschwinden lassen.
Wir entdeckten ein paar weitere Zeichnungen und nahmen dann den einfacheren Weg hinunter vom Felsen. Dieser führte vorbei an Felszeichnungen der Neuzeit. Vorbei an Dattelpalmen, Bananenstauden, Apfel-, Mandarinen-, Apfelsinenbäumen. Wir kreuzten das Flussbett und waren schon zurück bei Allmo. Der kleine Ausflug hatte sich gelohnt.
Generell gibt es in der gesamten Gegend immer wieder Stellen, an denen Felszeichnungen entdeckt wurden. Und wer weiß, was bisher noch alles unentdeckt geblieben ist.
Brot konnten wir bisher noch nicht kaufen, also setzte ich Teig an. Bis Icht war es nicht mehr weit. Doch der eigentliche Ort war nicht unser Ziel, sondern die Piste SFI (Foum El Hisn – Icht Rundkurs). Diese wollten wir in umgekehrter Richtung fahren. Der Grund war ganz einfach. Wir wissen nicht, ob wir nach dem Regen über die Schwemmtonebene fahren können. Der landschaftlich reizvollere Teil kommt erst nach diesem Bereich. Also machte es für uns Sinn, in Gegenrichtung zur Beschreibung zu fahren. An der Schwemmtonebene können wir dann immer noch entscheiden, ob sie befahrbar ist oder nicht.
Wir überquerten die Landebahn von Icht, die nur aus einer von Steinen geräumten Fläche besteht. Es gibt aber auch Markierungen aus Stein. Ein Heli-Port ist ebenfalls vorhanden.
Nach einem Felseinschnitt öffnet sich vor uns ein großflächiges Tal. Zur linken befand sich an den Felsen meterhoch angewehter Sand. Wir nahmen Kurs auf die sandige Felskette vor uns. Dort soll es ebenfalls Felszeichnungen geben.
Während der Brotteig im Ofen zu Brot wurde, machten wir uns auf die Suche nach den Felszeichnungen. Doch die Markierung bei Gockel ist definitiv an einer falschen Stelle und die dort gezeigten Felsen und Zeichnungen konnten wir nirgends entdecken. Wir liefen die Felskante ein Stück auf und ab. Vielleicht sind die Felszeichnungen inzwischen unter dem angewehten Sand begraben.
Als das Brot fertig war entschieden wir zu bleiben. Auch wenn wir direkt neben der Piste stehen, wird der Verkehr sich wohl in Grenzen halten. Tatsächlich kamen im Laufe des nachmittags zwei Mopeds an uns vorbeigefahren und noch bei der Anfahrt kam uns ein Moped entgegen. Und ich dachte, dass die Piste ins Nirgendwo führt bzw. südlicher nur noch Algerien kommt.
Dunkle Wolken zogen eine ganze Zeit lang an uns vorbei. Doch es blieb trocken. Erst in Richtung der Berge schienen sich die Wolken zu entleeren. Glück gehabt. In der Sonne war es sogar ganz schön.
Ich machte mich noch an der anderen Felskante auf die Suche nach den Felszeichnungen. Und entdeckte tatsächlich einen Strauß. Daneben könnte auch mal was gewesen sein. Das war aber nicht mehr gut zu erkennen. Ein Strauß war auf den Fotos bei Gockel jedoch nicht abgebildet gewesen. Schön, was eigenes Neues entdeckt zu haben.
Zum Abendessen gab es heute wieder Cordon Bleu mit Gurken-Tomaten-Salat. Aus dem Backofen war das Cordon Bleu nicht so lecker saftig wie beim letzten Mal. Die Panade war sehr kross. Nach dem Abendessen verzogen wir uns in Allmo.
Einen wunderbaren Sonnenuntergang durften wir erleben. Der Himmel färbte sich rosarot.
Montag, 15. Dezember 2025
Endlich Nichts, was unseren Schlaf störte. Niemand der hupte oder klopfte. Überhaupt keine Motorengeräusche. Kein Wind, der am Dachzelt wackelte (wir schliefen ja auch im Hubdach). Kein Muezzin, kein Hundegebell. Keine schlechten Träume. So könnte es immer sein.
Die Sonne kam hinter den Felsen am Ende des nächsten Tals empor und blinzelte in die Doka. Es versprach ein guter Tag zu werden.
Wir folgten weiter dem Track SFI, der uns durch die Felsreihen mit dem angewehten Sand führte. Die Landschaft war wunderschön und die Strecke sehr gut zu befahren. Ein paar wenige sandige Abschnitte (sandige Flussdurchfahrten), ansonsten überwiegend über eine Kiesebene. Wir konnten feststellen, dass unter dem vermeintlich trockenen Boden noch eine Restfeuchte lauerte. Und das auf leichtem Kies.
Hinter einem größeren Brunnen (die Solaranlage hatte eine Steckdose mit Ladegerät, an der die Hirten ihr Handy laden können) kamen ein paar Senken, mit etwas feuchterem Boden. Doch dieser trug uns gut.
Eigentlich wollten wir bis kurz vor die Schwemmtonebene fahren und uns anschauen, ob wir darüber können oder lieber nicht. Doch nachdem wir ein paar Kilometer vor Erreichen dieser Gegend bereits in dem eigentlich trockenen Boden schon kleine Furchen zogen, endschieden wir uns umzudrehen. Schließlich müssen wir die Wege der Einheimischen nicht unnötig pflügen.
Also kehrten wir wieder um und besahen uns die schöne Landschaft von der anderen Seite. Die sechs Dromedare, die wir vorhin beim Fressen gestört hatten, waren weitergezogen. Zwanzig Kilometer bzw. rund zwei Stunden später, waren wir wieder an unserem Übernachtungsplatz und fuhren an diesem vorbei.
In der Nähe des Flughafens waren gestern an mehreren Stellen dicke Furchen auf den Boden zu sehen gewesen, so dass wir uns dazu entschieden, dass Gebiet zu verlassen. Für die frühen Morgenstunden und den morgigen Tag ist leider wieder Regen gemeldet.
Ich hatte einen Platz in der Nähe von Felszeichnungen bei Icht ins Auge gefasst. Diesen steuerten wir an.
Der Foum El Hisn – Icht Rundkurs blieb also unvollendet. Ungefähr die Hälfte der Runde hatten wir befahren. Nach der Beschreibung zu urteilen, wird dies die interessantere Hälfte gewesen sein. Deshalb waren wir den Rundkurs in entgegengesetzter Richtung gefahren.
tbc














































































































































































































































































































































































































