Von Foum El Oued navigierten wir offline nach Laayoune. Wie gut, dass ich vor der Reise bei Gockel die offline-Karten heruntergeladen hatte. Letztens hatte ich auch schon nach Shell-Tankstellen geschaut und wusste, dass es auf der Zufahrtsstraße mindestens zwei Tankstellen gibt und im Stadtgebiet noch weitere. Allerdings hatte ich ir nicht gemerkt, wo sich diese befanden.

Also stoppten wir an der zweiten Shell und befüllten Allmos Tanks für umgerechnet 0,79 Euro den Liter Diesel (8,53 Dirham). Bei dem Preis war Frank direkt übermotiviert und unser Haupttank war zu voll. Durch den Riss tröpfelte der Diesel, was wir allerdings erst später bemerkten. Kartenzahlung war ohne Probleme möglich. In der Umgebung von Zagora wollen die Touristen entweder abzocken (3 % Aufschlag) oder verärgern.

Obwohl wir eigentlich noch genügend Lebensmittel haben, kam Frank auf die Idee, dass wir an einem Supermarkt anhalten und dort frisches Fleisch kaufen könnten. Brot fehlte uns auch noch oder ich müsste backen. Tatsächlich spuckten die offline-Ergebnisse bei dem Suchbegriff „Supermarkt“ einen Marjane Market am östlichen Ende der Stadt aus. Dieser wurde unser Ziel. Auch in der Hoffnung, dass es dort vielleicht einen Shop von einem Mobilfunkanbieter gibt. Gab es natürlich.

Der Marjane befindet sich an einem größeren noch recht neuen Komplex mit einer Mall und einem Möbelgeschäft das Kitea heißt. Ob die Ähnlichkeit zu IKEA nur zufällig ist? Auch dieser Marjane bot alles, was man sich vorstellen kann. Genau wie der in Guelmim. Ähnlich wie ein Real gibt’s von Elektronikartikeln über Kleidung bis hin zu Lebensmitteln und Haushaltswaren alles zu kaufen. Natürlich auch Weihnachtsdeko.



Wir kauften natürlich mehr als wir wollten und mussten dann zurück bei Allmo feststellen, dass der Dieseltank Konkurrenz mit einem Springbrunnen aufnehmen könnte. Nur das es unten raussprudelt und nicht oben. Okay, so extrem war es nicht. Aber es tropfte stetig. Nachdem die Einkäufe verstaut waren, gingen wir zu dem Shop des Mobilfunkanbieters.

Im Gegensatz zu den ersten drei Reisen, hatte ich mich diesmal nicht vorher schlau gemacht, welcher Mobilfunkanbieter in Marokko welche Leistungen anbietet. Ich hatte ganz auf Frank und unser Starlink gesetzt. Eigentlich wusste er, was nach zwei Monaten zu tun ist. Nur dass das jetzt doch nicht ging. Also nahmen wir das, was sich uns anbot.

Wir mussten etwas warten und dann hatte der – die ganze Zeit vor sich hin röchelnde – INWI Mitarbeiter Zeit für uns. Er sprach zu unserer Freude Englisch, auch wenn er sich komisch ausdrückte. „ You can have the card from someone who is on holiday.” Was mich denken ließ, dass er uns für einen Monat in einen bestehenden Vertrag reinmogelt. Nein, er meinte, dass wir eine Prepaid-Karte für einen Urlauber benötigen. Klar, was sonst!!!

Obwohl ich ihm erklärte, dass wir eine Karte für einen Monat benötigen, bekamen wir noch die Info, dass eine Woche 100 Dirham, zwei Wochen 200 Dirham und ein Monat 300 Dirham kosten. Ob es jetzt ein Monat oder 30 Tage sind, war nicht so klar. Auch ging nirgendwo draus hervor, dass wir über unbegrenztes Datenvolumen verfügen. Wobei der Mitarbeiter das mehrfach bestätigte. Die Sim-Card kostet nichts, aber Frank musste dennoch einen „Vertrag“ unterzeichnen. Vermutlich einfach nur, dass die Sim-Card auf seinen Namen registriert ist. Über die 300 Dirham bekamen wir eine separate Rechnung. Aber wie erwähnt, waren da weder die Gültigkeit noch das Datenvolumen angegeben. Wird schon alles passen. Noch im Laden legte Frank die Sim-Card ein und schwupp waren wir wieder online. Hoffentlich gab es gratis kein Corona dazu, so wie der Mitarbeiter geröchelt hat.

Wir wollten gerade vom Parkplatz in den kleinen Kreisverkehr abbiegen, als aus dem Kreisverkehr ein Auto mit einem wild winkendem Fahrer abbog. „Hello my friend!“ Es war der Marokkaner, der in die USA ausgewandert war, mit dem wir gestern auf dem Parkplatz in Foum El Oued gesprochen hatten. Er erzählte uns, dass er aus Laayoune kommt. Aber so klein ist die Stadt nicht, dass man sich einfach so über den Weg läuft. Wie lustig!

Laayoune, die Hauptstad der südlichen Provinz Westsahara, machte auf uns einen sehr ordentlichen und modernen Eindruck. Größere Parkanlagen, hübsch angelegte Kreisverkehre mit Springbrunnen. Wir entdeckten an Gebäuden des Öfteren spanische Namen (Pub Andaluz, Taccos, Rancho irgendwas). Wohl noch „Hinterlassenschaften“ der spanischen Kolonialherren, die sich in den letzten 50 Jahren nicht ausgeschlichen haben.




Etwas außerhalb stoppten wir für einen Mittagssnack am Straßenrand neben einer Grünanlage. Neben der Fahrspur der Nationalstraße gab es einen Bypass und daneben eine breite Fläche mit Palmen am Rand, auf der auch andere Fahrzeuge parkten. Wir taten es denen gleich und verputzten schnell ein wenig Brot. Der Tank tröpfelte weiterhin, so dass wir zügig weiterfuhren.

Auf der weiteren Fahrt winkte uns dann die Gendarmerie Royal nicht, wie üblich, durch und wir mussten anhalten. Der Herr erfragte unsere Nationalität, wollte wissen, wo wir herkommen, und unsere Pässe sehen. Vermutlich war er nur ein wenig neugierig und wollte Allmo etwas länger anschauen. Wobei sein Gesichtsausdruck eher neutral bzw. nicht so freundlich war. Die Pässe bekamen wir schnell zurück und durften weiterfahren.

Tbc

Laayoune

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