
Wir wollten schauen, ob wir in Nähe der Felszeichnungen bei Icht einen guten Übernachtungsplatz finden. Eine sehr gut geschotterte Piste zweigt von der Hauptstraße R107 in westliche Richtung ab. Die „Felszeichnungen“ befinden sich bereits auf den ersten 100 Metern, auf einem nicht ganz runden Felsen, der sich vor der eigentlichen Felswand befindet. Die Zeichnungen, die wir sahen, schienen eher aus der Neuzeit zu stammen. Zumindest der überwiegende Teil. Wie gut, dass wir dafür keinen Umweg gefahren waren.
Auf der Suche nach einem akzeptablen und regentauglichen Übernachtungsplatz fuhren wir etwas weiter. Die Strecke ist auch der neue Ausstieg bzw. Einstieg aus der Piste SAF der Pistenkuh. Über den alten Ausstieg soll inzwischen ein Zaun verlaufen.
Frank fand die Fläche neben einem größeren Gebiet mit zerklüfteten und ausgewaschenen Lehm-Konstrukten ideal zum Übernachten. Mein Hinweis, dass der Boden wohl nicht so ideal zu befahren wäre, wenn es regnet, ließ er nicht gelten. Um mir zu demonstrieren, wie fest der Boden ist, stieg er aus, hüpfte wie ein Affe, der sich über eine Banane freut, auf der Stelle auf und ab. Klar, dass der Boden nicht nachgab. Allmo wiegt auch nur rund 100x so viel wie er.
Auf seine Verantwortung hin steuerten wir also einen Platz in diesem Bereich an. Ich las mir nochmal die Pistenbeschreibung durch und fand, dass ein Platz an Palmen in einem Kiesbett doch besser klang als ein Platz auf Lehmboden. Also fuhren wir nach dem Mittagssnack weiter.
Zunächst führte der Weg weiter über die gekieste Piste, bis zu einem trockenen Staudamm. Dann ging es in eine Senke hinunter. Entlang des Weges gab es immer feuchte Stellen, was bei mir direkt für Unbehagen sorgte. Doch Allmo meisterte alles mit Bravour. Auch durch die größere Pfütze kamen wir gut durch.
Die größten Hindernisse auf dem Weg waren tatsächlich die Bäume, die zu nah an die Fahrspur reichten. Von der Breite her war es okay. Die Höhe passte nur knapp bzw. einmal schrappten die Äste über Allmos Dach. Ausweichen war leider nicht möglich, weil’s seitlich zu steil wurde.
Nach dieser abenteuerlichen Anfahrt erreichten wir den eigentlichen Track. Wir stießen auf diesen in einem trockenen steinigen Flussbett des Oued Tamarnate. Palmen und Felswände boten einen schönen Anblick, so dass wir uns dazu entschieden, unser Nachtlager dort aufzuschlagen.
Frank wollte heute Morgen bereits gegen 10:30 Uhr nicht weiterfahren, weil der angewehte Sand an den dunklen Felsen so schön aussah und die Sonne schien. Und nun war es ja schon 14 Uhr. Ich hätte es besser gefunden, die Piste heute noch durchzuziehen oder zumindest den überwiegenden Teil. Wer weiß, wie die Strecke morgen bei/nach weiterem Regen zu befahren ist.
Wir waren noch gar nicht lange angekommen, als Motorengeräusche zu hören waren. Aus der Richtung, in der sich eigentlich ein Zaun befinden soll und die Zufahrt/der Ausstieg daher nicht mehr möglich sein soll (laut dem Update auf der Pistenkuh-Webseite), kam ein Defender gefahren. Das Nummernschild konnten wir nicht erkennen.
Auch ein paar Mopeds kamen aus der Richtung mit dem Zaun. Okay, wo ein Moped durchpasst, muss noch lange kein Allmo langfahren können. Aber der Defender gab mir zu denken. Und so spazierte ich irgendwann los. Maps.Me zeigte mir eine Strecke von 1,7 km bis zur Straße an. Das ist schnell gelaufen.
Ich folgte zunächst nicht dem Track der Pistenkuh, sondern den augenscheinlich stärker befahrenen Weg. Also an der Gabelung rechts, anstatt links. Die Strecke führte an den Felsen entlang, war immer breit genug und für Allmo wäre das Befahren kein Problem. Auch wenn es ein paar Stellen gibt, die etwas lehmig sind, wird dies bei einsetzender Nässe keine Schwierigkeit darstellen.
Ich lief bis zur Straße durch, sah mir den Schriftzug von Fam (Foum) El Hisn an und ging zu dem Endpunkt des Tracks. Und tatsächlich, kann dieser Einstieg so nicht gewählt werden, weil eine Gabionenmauer (Steinkörbe, die das Flussbett befestigen) im Weg ist. ABER! Ich hatte vorher schon gesehen, dass man an zwei anderen Stellen in das Flussbett kommt. An einer der Stellen sind eindeutige Fahrspuren zu erkennen. Also folgte ich den Spuren, die nicht dem Track entsprachen, durch das Flussbett. Die Spuren verliefen selten auf dem Track, sondern rechts oder links daneben. Manchmal mit deutlichen Abweichungen. Aber so ist das. Man soll sich nicht stur an den Track halten, sondern den deutlichen Fahrspuren folgen. Diese waren nicht zu übersehen. Das der Ausstieg nicht mehr möglich ist, stimmte also nicht. Irgendjemand hatte die Pistenkuh mit Fehlinformationen versorgt.
Aus dem Flussbett raus ging es wie im Track und schon kam ich an der Gabelung an, an der ich vorhin den rechten Weg gewählt hatte. Noch ein Stück und ich war zurück bei Allmo.
Falls wir morgenfrüh fluchtartig unseren Übernachtungsplatz verlassen müssen, haben wir also zwei kurze Wege zurück zur Straße zur Auswahl. Falls es schön bleibt (davon ist leider nicht auszugehen), werden wir dem Verlauf der Piste SAF folgen. Jetzt kann ich später wenigstens relativ beruhigt schlafen.
Der Wind hatte aufgefrischt und immer wieder zogen weiße Wolken an uns vorbei. Zum Abendessen kochten wir uns eine Tajine. Das hatte letztes Mal als Pfannengericht gut geklappt. Und nach der Erfahrung in Tafraoute mit der angebrannten übergaren Tajine, ist es klar, dass wir die ab sofort nur noch selber kochen werden.
Als die Sonne endgültig hinter dem Berg verschwand, verkrochen wir uns in Allmo.
Dienstag, 16. Dezember 2025
Bis halb 5 Uhr schlief ich gut. Danach begann ich zu lauschen, ob Wind oder Regen zu hören waren. Gegen 5 Uhr öffnete Frank den Deckel vom Dach. Von allen Seiten funkelten die Sterne. Von Regenwolken war noch nichts zu sehen. Also Weiterschlafen, was nicht gelang. Gegen 7 Uhr frischte der Wind auf und ein Blick aus dem Deckel zeigte sehr dunkle Wolken aus Westen kommend. Um halb 8 Uhr standen wir auf, frühstückten und waren wenige Minuten nach 8 Uhr schon losgefahren.
In Anbetracht des gemeldeten Wetters (Regen) und dem Regen der vergangenen Tage, verzichteten wir darauf der Piste nach Assa zu folgen. Wir nahmen den gestern von mir ausgespähten Weg zurück zur Straße, der keine 2 Kilometer lang war.
In Foum El Hisn war Markt. Die Händler hatten teilweise schon ihre Stände entlang der eh schmalen Ortsdurchfahrt aufgebaut, bzw. waren noch dabei. Wir fuhren im Slalom um die Lieferwagen verschiedenster Art herum. Obst und Gemüse hatte uns angelacht, so dass am Dorfausgang parkten und zurückgingen.
Frank kam mit einem jungen Mann ins Gespräch, der die letzten 9 Jahre in Deutschland gelebt hat und seit ein paar Monaten zurück in Marokko ist. Wir kauften das meiste an Obst und Gemüse an seinem Stand und noch ein paar Sachen an anderen Ständen. Wobei wir einmal übers Ohr gehauen wurden. Zuerst meinte der Herr 300 Dirham zu mir (für ein paar Kartoffeln, Gurken und Zucchini). Ein anderer Kunde sagte dann 15 Dirham zu mir. Aber letztlich sollte ich 30 Dirham zahlen.
Zurück bei Allmo waren wir erstmal damit beschäftigt alles ordentlich zu verstauen und überlegten dann, ob wir zurück zur Piste fahren sollen oder der Teerstraße weiter folgen. Der Himmel war überwiegend blau, die Sonne schien, die Wolken waren nicht zu dunkel. Doch die Ungewissheit blieb. Wird es noch regnen? Wenn ja, wieviel? Und wie viel hatte es in den vergangenen Tagen geregnet? Schweren Herzens fuhren wir auf Teer weiter.
tbc














































































































































































































































































































































































































