Was bleibt zu dieser Reise (unserer 5. Überwinterung) als Fazit zu sagen?

Es war unsere erste Reise mit Allmo außerhalb von Europa, was sie zu einer besonderen Reise machen sollte. Doch bereits nach vier Wochen legte sich ein Schatten über uns.

Die traurigste Reise



Der plötzliche Tod von unserer Reisekatze Emma, machte diese Überwinterung zur traurigsten unserer Reisen. Die ersten Wochen, gar Monate, waren besonders schwer. Überall stecken so viele Erinnerungen an die gemeinsame Zeit auf Reisen. Über 800 Tagen hatten wir zusammen in Allmo verbracht. Und dann war Emma plötzlich nicht mehr mit dabei. Für mich steht diese Reise unweigerlich mit Emmas Tod in Verbindung und wird immer das Erste sein, woran ich denken werde, wenn es um unsere 5. Überwinterung geht.

Die nervigste Reise


Die Menschen in Marokko (viele, nicht alle) stellten uns vor eine harte Geduldsprobe. Ständig wurden wir angebettelt und das teilweise in einer Penetranz, die nicht mehr schön war. Näher möchte ich an dieser Stelle nicht dazu eingehen. Darüber hatte ich mich schon in unserem Marokko-Fazit ausgelassen. Aber klar ist, dass diese Reise unsere nervigste Reise war.

Die staubigste Reise



Auch Allmo bekam in diesem Winter sein Fett weg bzw. wurde kräftig eingestaubt. Die Mischung aus vielen Pisten, Sand und Schwemmtonebenen ließen ihn zusehends schmutziger werden (von außen wie von innen). Da es in den ersten zwei Monaten in Marokko nur an einem Tag etwas nieselte, wurde er überhaupt nicht sauber.

Die nasseste Reise



Doch zu früh gefreut. Mitte Dezember kippte das Wetter. Nicht nur in Marokko, sondern im gesamten Mittelmeerraum. Wir hatten zwar immer Glück, dass wir uns südlich der jeweils schlimmen Unwetter (Wind und Regen) befanden. Doch Sonne und Wind, wenn man eigentlich nur Sonne haben möchte, um endlich mal am Strand etwas zu entspannen, vermiesten uns die Aufenthalte an der Küste von Marokko.

Das schlechte Wetter hielt sich auch nach unserer Rückkehr in Spanien bzw. wechselten sich die Atlantikstürme ab. So viel Regen hatten wir auf unseren Reisen bisher nie. Dies machte die 5. Überwinterung zur nassesten unserer Reisen. Doch wie in Marokko, hatten wir auch in Spanien und nachher in Portugal Glück, dass wir nicht im heftigsten Dauerregen und stärkstem Wind auskamen.

Die meisten Hubdach-Nächte



Aufgrund des vielen Regens verbrachten wir viele Nächte nur im Hubdach, anstatt im Dachzelt. Auch wenn wir dies nicht statistisch festhalten, so muss es die Reise mit den meisten Hubdach-Übernachtungen gewesen sein. Und definitiv mit den meisten Nächsten, die wir vorne in der Doka verbrachten. Allein schon in der ersten kompletten Januar-Woche schliefen wir vorne.

Die kälteste Reise



Diese Überwinterung war nicht nur die nasseste, sondern auch die kälteste. So lange ist selbst Frank sonst nicht mit langer Hose und festen Schuhen herumgelaufen. Das war sonst nur seine Bekleidung für den Rückweg.

Abends kuschelten wir uns in der Doka in Decken. Und zur normalen Bettdecke hatten wir fast die ganze Reise über auch noch eine Kuscheldecke übergeworfen. Allerdings hatten wir auch nur die Sommerbettwäsche aufgezogen. Richtig heiß war es nur die erste Zeit in Marokko und das hatte sich bald erledigt, als wir ins Atlasgebirge abgebogen sind. Doch wir nutzten jeden windstillen und sonnigen Tag, um die Wärme aufzusaugen. Dennoch war diese Reise in der Gesamtbetrachtung die kälteste unserer Reisen.

Die längsten Standzeiten



Bereits die vier Nächte in Camposoto, bevor wir mit Allmo nach Marokko übersetzten, waren für uns rekordverdächtig. Doch nach unserer Rückkehr aus Marokko schafften wir es tatsächlich weitere acht Nächte in Camposoto zu versacken und dann noch mal acht Nächte im Wald La Norieta (beide langen Standzeiten waren dem Wetter geschuldet). Und auch nach dem wir etwas Fahrt aufgenommen hatten, gab es immer wieder Tage, an denen wir nicht täglich weiterfuhren. Wieder ein Rekord!

Die meisten Tage am Fremdstrom



Viel schlechtes Wetter und zu wenige gefahrene Kilometer sorgten bei uns für Stromnot. Irgendwie konnten wir uns immer wieder über die Nacht retten. Auf einem städtischen Campingplatz in Portugal taten wir es dann: Wir nutzten die Möglichkeit Landstrom zu tanken. Der Platz selbst kostete nur 5 Euro und Storm zusätzlich 2 Euro. Quasi ein Schnäppchen. Nach um die 1200 Tagen (Mitte November 2022 bis Anfang Februar 2026) hing Allmo also wieder am Kabel.

Auf einem kostenfreien Stellplatz für Camper taten wir es wenige Tage später erneut. Allmo ging wieder an den Landstrom. Schließlich musste es sich ja gelohnt haben, dass Frank extra Kabel und Stecker zusammengebastelt hatte. Insgesamt hing Allmo also vier Nächte am Landstrom. Abgesehen von unserer ersten Reise, als wir in Frankreich ein paar Mal auf Campingplätzen standen (kleinere Batterie und noch kein Ladebooster) waren die vier Nächte mit Landstrom ein neuer Rekord.

Die meisten Kilometer



Obwohl die durchschnittlich gefahrenen Kilometer in Marokko bei 85 Kilometer lagen, was sich nicht viel anhört, waren dies doch deutlich mehr Kilometer als gewöhnlich. Letztlich endete diese Reise nach 188 Tagen bei 14.977 gefahrenen Kilometern.

Wir verbachten

  9 Nächte in Deutschland
17 Nächte in Frankreich
68 Nächte in Spanien
81 Nächte in Marokko
11 Nächte in Portugal
  1 Nacht in Belgien

Die teuerste Reise



Nein, diesen Rekord konnten wir nicht brechen. Dies bleibt unsere Kanaren-Reise. Anfangs sah es so aus, als würde auch diese Reise das Schaffen, weil nunmal alle Ausgaben einer Reise dazugehören und die Einmalzahlung der Ausland-Krankenversicherung und Emmas Tierarzt und Beerdigungskosten nach vier Wochen den Schnitt nach oben trieben. Das relativierte sich dann über die Zeit. Und auch die deutlich gestiegenen Dieselpreise in den letzten drei Wochen unserer Reise hatten auf die Gesamtkosten gesehen, keine große Auswirkung. Ärgerlich waren die horrenden Preise für Diesel natürlich schon.

Es wurde aber auch nicht die billigste Reise. Diesen Rekord hält weiterhin die Kreta-Reise.

Die Gesamtkosten der 5. Überwinterung lagen bei 9.636,74 EUR. Im Schitt gaben wir 51,26 EUR pro Tag aus. (Die Ausgaben pro Tag sahen auf unseren Reisen wie folgt aus: 1. Reise – 49,25 EUR, 2. Reise – 52,30 EUR, 3. Reise – 60,32 EUR, 4. Reise – 46,45 EUR).

Der größte Kostentreiber war auch diesmal Allmos unersättlicher Durst.

45,9 % der Ausgaben entfielen auf Diesel
25,4 % Lebensmittel
  7,5 % sonstige Ausgaben (ausschließlich Tierarzt und Beerdigungskosten Emma)
  6,0 % Auslands-Krankenversicherung
  4,2 % Reparaturen Allmo
  2,6 % Essen gehen
  2,6 % Fähre
  2,4 % Anschaffungen (Jacken und Socken von LIDL, Trinkflaschen von Decathlon)

Das war sie also, unsere fünfte Überwinterung, voller Rekorde. Auf einige hätten wir gut verzichten können.

tbc

2 thoughts on “Roadtrip 2025/2026: Fazit”

  1. Ihr Lieben, ich habe eure Reise auf den Kanaren gelesen, da wir dort unterwegs waren und euch daher auch bei dieser Reise hin und wieder besucht. Wir sind vor zwei Tagen nach sechs Monaten auf Tour von unserer ersten Überwinterung Heim gekehrt. Einige Rekorde teilen wir mit euch, doch ganz spontan möchte ich euch mein herzlichstes Beileid zum Tod von Emma wünschen. Auch ich musste meine Emmi vor anderthalb Jahren freigeben. 22 Jahre war sie an meiner Seite. Kommt gut im hiesigen Leben wieder an♥️

    1. Hallo Steffi,
      vielen Dank für deine lieben Worte.
      Konntet ihr ein wenig Inspirationen für die Kanaren mitnehmen?
      Ich bin froh, dass wir diese vielen Rekorde erst auf unserer 5. Überwinterung erleben durften.
      Wer weiß, ob wir sonst noch reisen würden. 😉
      Euch wünschen wir auch ein gutes Eingewöhnen. Ist die nächste Reise schon geplant?
      Liebe Grüße
      Sandra

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