
Der Kreativität von G. Maps sind keine Grenzen gesetzt und so kamen wir auf den letzten 6,5 km von Berca bis zu unserem Übernachtungsplatz noch zu einem Pistenabenteuer.
Zuvor war uns während der Fahrt der Außenspiegel auf der Beifahrerseite gerissen. Frank klebte das, was noch da war mit Tesafilm. Eine andere Möglichkeit hatten wir nicht und bevor wir keinen Spiegel mehr haben, war das die zunächst schnellste Lösung.
Nun hatte ich Sorge, dass der restliche Spiegel zwischen den Sträuchern verloren gehen könnte. Wendemöglichkeiten gab es keine, also mussten wir tapfer der Strecke durch die Sträucher und Büsche folgen. Der Spiegel hielt und irgendwann kam eine offene Fläche in Sicht.
Vor uns lagen grüne Hügel. Das gefiel uns. Drei Fahrzeuge kamen uns entgegen. Doch Dank vorausschauendem fahren Aller und vorhandenen Ausweichmöglichkeiten, war dies kein Problem. Das hätte in den Büschen schon anders ausgesehen.
Wir fuhren bis zum Lac Pâclele (Danke Micha und Moni für die Inspiration). Drei Hunde freuten sich. Natürlich bekamen sie etwas Katzenfutter. Wobei sie nicht wirklich abgemagert aussahen.
Wir trotzten dem Wind und bereiteten die Gemüse-Tajine zu. Dazu gab’s Minutensteaks. Die Sonne hatte sich heute nur kurzzeitig blicken lassen und sich dann wieder hinter den Wolken versteckt.
Spät abends zogen Schakale an uns vorbei. Wie schön, die Laute hatten wir schon lange nicht mehr gehört.
Kurz danach ein neues Geräusch. Es waren wohl zwei Wasservögel auf dem Lac Pâclele gelandet und unterhielten sich über den zurückgelegten Flug, die Wassertemperatur und die Planung des nächsten Tages.
Montag, 19. Oktober 2026
Ansonsten war es in der Nacht still. Gegen drei Uhr tröpfelte es etwas. Um kurz vor 8 Uhr waren die Hunde zurück. Einer bellte kurz.
Vulcanii Noroioși Pâclele Mici
Die kleinen Schlammvulkanen, Vulcanii Noroioși Pâclele Mici, befanden sich nur einen Kilometer von unserem Übernachtungsplatz entfernt.
Theoretisch ein Spaziergang, praktisch fuhr Allmo uns. Zumal es später regnen soll und da wollte ich nicht mehr durch die matschige Senke fahren. Wir parkten auf der betonierten Fläche neben einer Ölraffinerie.
Nördlich von Berca sind vier Gebiete mit Schlammvulkanen zu finden. Zwei sollen kostenlos zu besichtigen sein. An den kleinen und großen Schlammvulkanen Vulcanii Noroioși Pâclele Mici und Mari kostet der Eintritt jeweils 4 Lei pro Person (umgerechnet 75 Cent). An den großen Schlammvulkanen wird für’s Parken auch noch Geld verlangt.
Ein Schild, dass den Weg zu den kleinen Schlammvulkanen weist, gab es nicht. Wir liefen den teilweise etwas matschigen Weg nach oben. Das Kassenhäuschen war besetzt und dann tauchten wir in die Welt der Schlammvulkane ein.
Immer wieder blubberte es und Schlamm floss in kleinen Rinnsalen.
Aus dem Internet: Es handelt sich um kalten Vulkanismus. Die Vulkane entstehen durch Gase, die aus ca. 3.000 m Tiefe durch ton- und wasserhaltige Schichten aufsteigen. An der Erdoberfläche trocknet der Schlamm und bildet Strukturen, die einem Vulkan ähneln. Ende.
Über das Gebiet verteilt befinden sich einige blubbernde Kreise und kleine Vulkane.
Wegen des Regens vorgestern waren deutlich die Fußabdrücke der gestrigen Besucher auf dem Boden zu sehen. Je nachdem wie steil ein Hügel war, mussten wir ein paar Mal aufpassen nicht auszurutschen. Ansonsten hätte es „Arschi-Kleber“ gegeben. Nach Starkregen also eher ein Ort den man meiden sollte.
Fast eine Stunde erkundeten wir die Gegend der kleinen Schlammvulkane, die wir für uns allein hatten.
Die Sonne war sich noch nicht sicher, ob sie den Kampf mit den Regenwolken aufnehmen wollte.
Frank dichtete das Dach am Koffer neu ab und wurde von drei Hunden kritisch beäugt. Danach fuhren wir weiter. Erste Regentropfen fielen vom Himmel.
Izvoarele de petrol Beciu
Wir folgten der Piste, die zu den großen Schlammvulkanen führt. Doch kurz vorher bogen wir links ab. Die Izvoarele de petrol Beciu, die Ölquellen von Beciu, waren unser Ziel.
Die geschotterte Straße war am Eingang zu den Ölquellen breit genug, so dass wir Allmo am Rand parken konnten. Eine Tafel weist auf die Besonderheit hin.
Drei Infotafeln wiesen uns den Weg zu dem schwarzen Gold. Schon im Mittelalter wurde Petroleum zur Beleuchtung, Wundversorgung und abschmieren von Achsen genutzt. In den Anfängen wurde an dieser Stelle Öl gewonnen. Ein paar Spatenstiche und schon sprudelte das Öl hervor. Später musste man tiefer graben, bohrte Brunnen, setzte Pumpen ein.
Die Region war früher mit der größte Öl-Standort in Rumänien. Auch heute wird immer noch Öl gefördert und neuen Tiefenbohrungen vorgenommen. Im Jahr 1857 war Rumänien der größte Ölproduzent der Welt.
Ölschichten befinden sich in 2 – 4 km Tiefe. Zwischen 4 – 6 km liegt Erdgas. Das ebenfalls gefördert wird.
Anstatt umzudrehen, folgten wir der Piste nach Beciu und fuhren über Asphalt zurück nach Berca.
Wir mussten feststellen, dass G. Maps am Vortag doch schlau gewesen war. Die vermeintlich besser befahrbare Asphaltstraße rüttelte uns durch. Auf einem längeren Abschnitt war es wie auf einer Achterbahn. Mit einem tiefergelegten Auto hätte man Schwierigkeiten gehabt den riesigen „Bodenwellen“ auszuweichen.
Tbc














































































































































































































































































































































































































