Weiter ging es in Richtung Westen – Kurs auf die Cala del Aceite. Kurzzeitig kam Frank bei Boronia noch auf die Idee, ob wir dort nicht letztes Mal (also vor vier Jahren) irgendwo schön gestanden hätten. Nein, weiß nicht, egal. Cala del Aceite ist und bleibt unser Ziel.

Und dann hatten wir sie endlich erreicht und was ist: Ein Stück von dem Zugangsweg war weggespült worden. Die Spur knapp breit genug, dass wir durchpassen würden. Aber was ist, wenn der Boden weiter wegbröckelt. Frank wäre durchgefahren. Ich nicht. Sogar eine recht frische Fahrspur war bereits unterbrochen. Wenn es nur diese Möglichkeit gäbe wieder von dem Platz runter zu kommen, dann Augen zu und durch. Aber sehenden Auges ins Verderben fahren??? Nein. Also den Rückwärtsgang eingelegt. Es half ja nichts. Zudem gab es eigentlich eine Absperrung der Polizei. Die war aber wohl umgefallen oder hatte jemand umgelegt. Ein Womo war auf dem Platz zu sehen. Ob noch weitere Camper hinten durch standen konnten wir nicht sehen.

Ich war schon ein wenig enttäuscht, weil das an der Cala del Aceite ein ruhiger Platz ist. Ende Februar 2022 und Anfang Oktober 2023 hatten wir schon übernachtet. Und ich wollte doch endlich eine paar Tage einfach nur Ruhe und Entspannung.

Nur drei Kilometer weiter stellten wir uns dann an den Calas de Roche auf den breiten Streifen neben der Straße. Andere Camper standen auf dem langen Stück weit verteilt. Wir blickten von Allmo aufs Meer und hören auch das Meeresrauschen. Leider auch das Rauschen der vorbeifahrenden Fahrzeuge. Hoffentlich schläft der Verkehr in der Nacht ein.



Inzwischen war es schon recht spät, aber die Sonne schien und wir gingen hinunter an den Strand. Dort war es so schön, dass Frank unsere Picknickdecke holen ging. Ich hatte damit nicht gerechnet, und deshalb nichts mitgenommen. Der Strand wird durch Felsen zu beiden Seiten eingegrenzt, die mit zig tausend Muscheln (Fossilien) überzogen sind. Was für eine wunderschöne Bucht.

Wir machten es uns für ein gutes Stündchen auf der Picknickdecke gemütlich, genossen die Sonne, die Wärme, ganz ohne Wind. Von so was hatte ich die letzten Wochen in Marokko geträumt. Einfach die Wärme genießen und nichts tun. Es war uns in Marokko nicht gegönnt, weil es die letzten Wochen immer windig war. Jetzt war es endlich soweit. Wie hatte ich das vermisst!!!



Zum Abendessen bereitete Frank Schweinefilet mit Zwiebelsauce zu, während ich den Spinat-Avocado-Kürbiskern-Salat vorbereitete. Man, was war das lecker!

Zum Sonnenuntergang gingen wir nochmal hinunter, und dass obwohl Frank sich zuvor am Strand den Zeh angeschlagen hatte und etwas humpelt. Die Sonne versank dann allerdings in den Wolken. Später leuchtete der ganze Horizont orange.


Donnerstag, 15. Januar 2026

In der Nacht ließ der Verkehr tatsächlich nach und weil der Wind fehlte, verbrachten wir eine angenehme Nacht im Dachzelt. Am Morgen gab es, wie gemeldet, Bodennebel. Doch dieser verschwand schnell und die Sonne schien.

Ich nutzte das (noch) gute Wetter und unternahm am Vormittag einen Spaziergang. Frank blieb bei Allmo zurück. So konnte er seinen doch arg geschwollenen Zeh schonen. Mein Ziel waren die vielen Anker am Hafen von Conil, an denen wir gestern vorbei gefahren waren. Ich spazierte am Meer entlang und traf beim Leuchtturm, der gestern Abend in regelmäßigen Abständen Lichtblitze zu uns sandte, auf die Straße.

Unzählige verrostete und mit Muscheln übersäte Anker liegen aneinandergereiht neben der Straße am Hafen von Conil. Ob die alle hier in der Nähe aus dem Meer geborgen wurden? Das waren dann aber eine Menge Schiffe, die Schiffbruch erlitten hatten.



Ich wollte noch bis zu dem kleinen Aussichtspunkt laufen und entschied dann aber, weiter zur Cala del Aceite weiterzugehen. Ein wenig neugierig war ich schon, wie viele Fahrzeuge sich trotz der Abbruchkante und der eigentlichen Barriere dorthin verirrt hatten.

Anstatt dem Hauptweg zu folgen, nahm ich den Trampelpfad und landete im Dickicht. Wie gut, dass ich lange Hosenbeine anhatte. Zwischendurch musste ich mich auch noch bücken, um vorwärtszukommen. Und dann befand ich mich auf einer offenen Fläche auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht.

Einen Abgang hinunter in die Cala del Aceite gab es wohl nicht. Also lief ich außen herum. Ein paar Pfützen musste ich umlaufen. Die Abbruchstelle sah noch so aus wie gestern. Es gab keine frischen Reifenspuren. Die Absperrung der Polizei hatte jemand aufgerichtet. Die Durchfahrt ist eindeutig verboten. Dies hatte die sieben Camper, die auf dem Parkplatz standen, wohl wenig interessiert. Es ist ja jeder selbst für sich verantwortlich, aber wenn der Weg weiter wegbricht, dann stehen sie auf einer Insel.


Die Katzenkolonie, die im Oktober 2023 in dem Gebäuderest wohnen sollte, war diesmal auch tatsächlich vorhanden. Es gab neue Schilder, die auf die „Colonia Felina“ hinwiesen und auch ein Info-Schild für den Strand. Die Katzenkolonie war diesmal tatsächlich bevölkert und eine der Katzen kam aus dem Gebäude raus und ließ sich von mir streicheln.

Ich setzte mich vor den Treppenabgang, mit Blick auf die Bucht und wollte eigentlich mein online-Buch zu Ende lesen. Doch irgendwann wurde es mir am Hintern zu kalt und ich ging weiter.

Anstatt zurückzugehen, schlug ich den Weg entlang der Küste nach Osten ein. Dort waren wir im Februar 2022 auch schon entlang spaziert. Damals war der Boden trocken. Jetzt gab’s immer mal wieder Pfützen. Den Rückweg wollte ich mitten durch gehen, anstatt an der Küste entlang. Allerdings gab es dort mehr Senken, der Boden war feucht und irgendwann wurde die Pfütze sehr groß. Ich bog links ab, auf einem schmalen Pfad, der mich wieder auf den Küstenpfad brachte.

Wieder vorbei an den jetzt nur noch sechs Campern, nahm ich größere Wege, damit ich nicht wieder durch das Dickicht kriechen musste. Und dann war ich auch schon wieder am Hafen und lief den restlichen Weg zurück über die Straße. 7,5 Kilometer war ich gelaufen.

Bei Allmo stärkten wir uns (obwohl es noch keine 12 Uhr war) und gingen an den Strand. Noch war des Wetter gut und ich war bei meiner Wanderung richtig ins Schwitzen geraten. Die Sonne schien, kein Wind. Diesmal waren wir mit der Picknickdecke direkt gut ausgerüstet. Das Meer waar unruhiger als gestern, die Wellen höher. Doch unsere Zeit am Strand war wieder überschaubar. Vom Meer her zogen dunkle Wolken auf. Die Wetter-Apps waren sich nicht einig, wann es regnen soll, aber jetzt definitiv noch nicht. Dennoch verließen wir unseren Platz nach etwas über einer Stunde. Die Sonne war weg. Zurück bleiben die Angler, die ihr Glück versuchten.

Wir bauten unser Dachzelt ab. Auch wenn es jetzt noch trocken war, wird es unweigerlich irgendwann regnen. Leider nahm der Wind zu. Aber so war es auch gemeldet.

Am Nachmittag stand plötzlich jemand winkend neben Allmo. Es waren Rebecca und Patrick von den Dachzeltnomaden, die uns zufällig an unserem Logo erkannt hatten. Das Dachzelt war ja schon wegen der Wettervorhersage eingeklappt. Frank ist in der Gruppe der Dachzeltnomaden aktiv.

Die beiden waren mit den Rädern und mit ihrem Hund auf dem Weg nach Conil zum Essen. Wir unterhielten uns eine ganze Weile und als die beiden weiterradelten, begann es leider zu regnen. Was für ein spontaner netter Kontakt.


Zum Abendessen erwärmte Frank die aufgetauten und schon fertig durchgegarten Burgerpatties. Mit Käse und Zwiebeln, Salat und Tomate war es eine perfekte Burger-Mahlzeit. Da brauchen wir gar nicht zu einem Burgerladen zu fahren. Das bekommen wir auch selber sehr gut hin.

Freitag, 16. Januar 2026

Am Abend regnete es ein wenig. In der Nacht nahm der Wind an Stärke zu. Immer wieder rüttelte er an Allmo und uns wach. Den leichten Regen in der Nacht verschlief ich. Doch der stärkere Schauer am Morgen prasselte gut auf den Modulen.

Auch wenn die Sonne sich wieder durch die Wolken kämpfte, entschieden wir uns zur Weiterfahrt. Der Strand bei Camposoto (südlich von Cadiz) war unser Ziel. Dort hatten wir vor der Fährüberfahrt ein paar Nächte gestanden.

Somit fiel mein angedachter Spaziergang in südliche Richtung an der Küste entlang aus.
Ob der Regen die Zufahrt zur Playa del Aceite weiter geschmälert hatte, sahen wir uns nicht an.

tbc

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