Von Avila bis zum Castro Ulaca waren es keine 30 Kilometer. Eigentlich war meine Idee zunächst unterwegs zum Castillo de Manqueospese zu wandern und dann erst zum Parkplatz für die Wanderung zum Castro Ulaca zu fahren. Doch das Castillo, das gut erhalten ist, liegt auf einem Berg und kann nur von außen besichtigt werden. Also verwarfen wir das und fuhren direkt zum Parkplatz des Castro Ulaca.

Wir fuhren von Avila durch ein Tal mit grünen Wiesen, eingerahmt von ein paar Bergen mit wenig Schnee und einem mit einem schneebedeckten Bergrücken. Immer näher kamen wir diesem Berg, der zur Sierra de Gredos gehört. Und dann bogen wir bei Solosancho links ab, in Richtung Villaviciosa.



Der Weg hinauf zum Parkplatz (auf etwas über 1200 Metern) war gut zu fahren und was steht am Parkplatz? Ein großer Reisebus. Mit allem hätte ich gerechnet, aber nicht mit einem Reisebus. Wir erfuhren das 40 – 45 Leute gerade auf der Wanderung sind. Eine ältere Dame war schlecht auf den Füßen und nicht mitgelaufen, meinte aber, dass es Muy bonito wäre. Dann sprach sie noch mit dem Busfahrer über irgendwas, was ich nicht verstand. Aber der Busfahrer war beruhigt, weil wir die Route auf dem Handy haben. Später sollten wir bemerken, dass irgendwann die Markierungen fehlten. Das war vermutlich die Sorge der Dame, dass wir verloren gehen könnten.



Wir packten Wasser und eine kleine Stärkung ein und machten uns auf den Weg den Hügel hinauf. Aufgrund der vielen Markierungsstangen (CU-1) war der Weg nicht zu verfehlen. An historisch wichtigen Punkten gab es kleine Infotafeln mit einem Bild. Leider war von der äußeren Verteidigungsmauer, die ein weitläufiges Areal umfasst, nichts zu erkennen oder uns fehlte die Fantasie. Mehrere Mauern schützten das eigentliche Dorf. Zudem machte die Lage, auf einem Hügel, es für Feinde schwer, die Festung zu erstürmen ohne rechtzeitig gesehen zu werden.




Zum Übergang in den Inneren Bereich waren Steinwände rekonstruiert worden. Was gut zu erkennen war, war der Opfer-Altar Santuario (Menschen- und Tier-Opfer) und die Sauna. Ebenso der antike Steinbruch bzw. die quadratischen Blöcke die dort lagen. Der Steinbruch selbst war nicht zu erkennen. Ein paar Grundrisse von Häusern waren rekonstruiert worden, ansonsten konnten wir an mehreren Stellen erahnen, dass dort auch mal Gebäude gestanden haben müssen. Um die 250 Grundrisse von Wohngebäuden wurden identifiziert. Manchmal noch an den Steinen im Boden, mit gradlinigem Verlauf, zu erkennen.



Castro de Ulaca war vermutlich vom 7. – 1. Jahrhundert vor Christus besiedelt. Daher war es wenig verwunderlich, dass kaum etwas von der ehemaligen Festung noch zu erkennen ist. Auch ist es schwierig vorstellbar, wie auf diesem unebenen Gelände und in dieser Höhe ein ganzes Dorf existiert haben soll.



Die Landschaft ist durchzogen von Felsen und Steinen. Später am Torreon war zu erkennen, dass neben dem eigentlichen Gebäude Erde abgetragen und Mauerreste freigelegt wurden. Unglücklicherweise trafen wir dort auf drei Männer, die ein wenig im Weg rumstanden und ich nicht so fotografieren konnte wie ich wollte. Ach ja, die Reisegruppe kam uns schon früh in drei Gruppen aufgeteilt entgegen.



Unsere Mittagspause legten wir mit Blick auf die Berge ein. Was für ein schönes und ruhiges Fleckchen Erde. So was mögen wir.

Ab der „Besiedelung“ fehlten die Wegmarkierungen und wir folgten dem Wikiloc-Trail. Auf dem Rückweg hielten wir uns nicht so ganz an den Trail, kürzten etwas ab und verpassten dadurch den ehemaligen nördlichen Zugang zu der Festung. Stattdessen landeten wir wieder auf unserem Hinweg und sahen uns nachher noch an, wohin der mit UC-2 ausgeschilderte Weg führt. Leider erschloss sich uns das nicht. Wikiloc zeigte keine Strecke an, die diesem Weg, der bei der Infotafel 4 weitergeht, entspricht. Ich ging auch nur ein Stück über die Felsen. Interessant sah der Weg bzw. die Landschaft mit den Steinen auf jeden Fall aus.



Nach 6,3 km (364 Höhenmeter) bzw. 3 Stunden waren wir zurück. Wir gönnten uns ein Eis und genossen die Ruhe. Zum Abendessen gab es eine Art Bandnudel-Carbonara-a-la-Franky.

Samstag, 28. Februar 2026

Herrlich ruhig war es in der Nacht. Gegen 6 Uhr war eine Kuhglocke zu hören. Was für ein wunderbarer Ort. Die Wolken hingen morgens noch ein wenig in dem höchsten Berggipfel und zogen dann ab. Wir wollten die Ruhe genießen und entschieden uns zu bleiben.

Am späten Vormittag drehten wir eine kleine Runde. Frank dachte, dass wir nur nach Villaviciosa und zurücklaufen würden. Nee, wenn, dann drehen wir eine Runde. So 6 km (wobei mir klar war, dass es eher 7 sind. Das hätte jedoch nach zu vielen Kilometern geklungen).

Vor dem Castillo Sancho de Estrada befindet sich auf dem Plaza Castillo die Skulptur Varraco Veton. Es handelt sich um die Skulptur eines Wildschweins, die bei dem Castro de Ulaca gefunden wurde.



Das Castillo wurde im 15. Jahrhundert errichtet und diente zur Bewachung des Passes zwischen dem Ambles-Tal und der Sierra de la Paramera. Im 16. Jahrhundert wurde ein weiterer Turm hinzugefügt, an dessen Fassade sich ein in Stein gemeißeltes Wappen befindet.

Es gibt wohl auch einen mit sehr kleinen Tafeln versehenen Rundweg durch Villaviciosa und drum herum. Durch ein Schild entdeckten wir zufällig das Gebäude, in dem sich ein alter Ofen, oder was davon noch übrig war, befand. Wie der Rundweg genau ausschaut, wissen wir allerdings nicht.



Doch wir hatten ja unseren eigenen Weg bzw. eine Wikiloc-Strecke, der wir folgen wollten. Aus dem Dorf raus verpassten wir zunächst den Abzweig, der über eine Wiese in Richtung der Hügel mit den Steinen führte. Schnell wieder umgekehrt und auf die richtige Spur abgebogen.

Wegmarkierungen in Form von Schildern gab es keine. Entweder folgten wir den Trampelpfaden (ob von Kühen oder Menschen oder beiden) und/oder hielten Ausschau nach kleinen Steintürmchen Ausschau. Dies entsprach auch der ausgesuchten Strecke.



Die Landschaft war wieder mal interessant. Und es machte Spaß den Weg mehr oder weniger suchen zu müssen. Wir entdeckten einen antiken Steinbruch. Im Gegensatz zu dem gestrigen Steinbruch, war an dieser Stelle zu erkennen, aus welchem Felsstein die herausgetrennten eckigen Säulen und Stein-Quadrate herausgeschlagen wurden.

Schon länger konnten wir Allmo in der Ferne sehen und Frank bekam direkt Aufwind und nahm Kurs auf Allmo. Doch das entsprach nicht dem Weg, dem ich folgen wollte. Mit der Wasserflasche zurücklassen wollte Frank mich nicht und so gingen wir gemeinsam auf meinem Weg weiter.



Dieser hatte es noch ganz schön in sich, was die Höhenmeter und den nicht erkennbaren Weg betraf. Die Landschaft entschädigte jedoch für diese Qualen. Wir mussten einen kleinen Gebirgsbach passieren, was dank Trittsteinen gut klappte.

Immer wieder verloren wir den Trampelpfad mit der Spur aus Kuhfladen und fanden ihn etwas versetzt wieder. Biestige Dornen von Hagebutten (?) rankten in den Trampelfpad. Wie soll man an denen vorbeikommen, wenn sie richtig ausgetrieben sind?


Während wir gestern den Eindruck hatten neben Spuren von Kühen, auch Wildschweinspuren zu sehen (die Erde war anders aufgewühlt), waren heute nur Kuhspuren zu erkennen.



Und dann hatten wir nach 6 Kilometern, die sich deutlich länger anfühlten, die Piste erreicht. Dieser folgten wir für weitere 2 Kilometer zurück zu Allmo. Es ging fast nur bergab, teilweise richtig steil. Wie gut, dass wir diesen Weg nicht hochlaufen mussten. Ein Mann mit 6 Pferden kam uns entgegen. Ein paar Kühe schauten uns, wenig beeindruckt, an und dann hatten wir Allmo auch schon erreicht. Für die 8 km (mit 330 Höhenmeter – fühlte sich nach mehr an) benötigten wir fast 3 Stunden.



Es war schon längst Zeit für unseren Mittagssnack. So schlau wie gestern, als wir etwas zu Essen eingepackt hatten, waren wir heute nicht. Entsprechend hungrig waren wir.

Allmo hatte während unserer Abwesenheit auch keine Langeweile. Ein paar Wanderer mit ihren Autos hatten den Weg zum Parkplatz gefunden. Als wir losgelaufen waren, hatten wir uns gewundert, dass noch niemand zum Wandern aufgetaucht war.

Nachmittags kam noch richtig die Sonne heraus. Doch wir blieben in Allmo sitzen. Auf rund 1250 Metern war es dann doch etwas frisch.

Zum Abendessen bereitete Frank uns eine Tajine aus Kartoffeln, Zucchini und Möhren vor. Sie schmeckte fast so gut, wie in Marokko 😉

Sonntag, 1. März 2026

Nach einer weiteren ruhigen Nacht ging es für uns weiter. Morgens befanden sich Eiskristalle auf den Solarmodulen und die Thermometer am Motorblock zeigte 5 Grad.



Tbc

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