
Das wir in Chucena übernachten würden, wussten wir am Morgen noch nicht. Wir verließen Castilleja de Guzman mit einem anderen Ziel. Doch der nur 15 km entfernte Area de Autocaravanas entpuppte sich als wenig schön. Der Platz stand voller Camper (es wäre noch Platz gewesen) und wir wollten uns nicht in dem Rudel einreihen. Wären wir doch einfach geblieben, wo wir waren. Doch jeder Kilometer bringt etwas Energie in unsere Aufbaubatterien.
Weil wir perspektivisch abends nicht draußen kochen können, musste noch etwas Brot und Salat her, so dass wir Sandwiches essen können. Also stoppten wir im nächsten Ort bei LIDL. Im leichten Nieselregen rein in den Laden, bei stärkerem Regen raus und dann schüttete es wie aus Eimern. Während Frank noch den Einkaufswagen wegbrachte und dann den heftigen Schauer abwartete, flitzte ich zu Allmo. Was für ein sch… Wetter. Und dann kurz drauf wieder Sonnenschein.
Jetzt musste noch ein neuer Übernachtungsplatz her. In Chucena, in unmittelbarer Nähe zur Autobahn, gibt es einen Platz für Womos. Auf Teer. Somit schlammfrei. Den steuerten wir an und stellten uns, entsprechend den eingezeichneten Linien in eine der äußeren Parkbuchten. Ein französischer Camper stand quer und belegte direkt 3 Plätze. Dafür stand er gut im Wind, denn für später ist Sturm gemeldet. Doch er fuhr irgendwann.
Ich spazierte zur Kirche, die sich auf der anderen Straßenseite befand. Bruder Jacinto, dem eine Statue gewidmet ist, trägt einen Regenschirm in der Hand. Ist das ein Zeichen?
Direkt an unserem Übernachtungsplatz befanden sich ein Spielplatz, Picknickbänke und Grillmöglichkeiten. Eigentlich ein schöner Ort. Zudem sind in dem kleinen angelegten Park Maschinen und Hilfsmittel zur Gewinnung von Olivenöl ausgestellt.
Der Hubschrauberlandeplatz ist wie ein kleiner Park angelegt. Vier Bänke stehen um den Heli-Port herum. Wenn noch mehr Regen fällt, dann können Enten auf dem Landeplatz paddeln.
Sonne, Wolken und Regen wechselten sich weiterhin ab. Am späten Nachmittag blieb es lange genug trocken, dass Frank unsere Burger braten konnte. Anstatt Sandwiches (wie noch am Morgen gedacht), wurden die gekauften Brötchen als Burger-Brötchen zweckentfremdet.
Wir bekamen im Laufe des Nachmittags einen neuen Camper-Nachbarn, der sich zunächst – wie wir – vernünftig in die eingezeichnete Parklücke stellte. Doch irgendwann am Abend hatte er umgeparkt und sich in den Wind gestellt. Dieser war zwar noch nicht da, aber unser Nachbar war bestens vorbereitet. Als die neben uns parkenden Pkws (die Leute kommen, und bleiben in ihren Autos sitzen) alle weg waren, stellten wir Allmo auch mit der Nase in Richtung Südsüdwest. Somit ersparten wir uns ein nächtliches Umparken, wenn der Sturm kommt.
Morgens hatten wir den Schlecht-Wetter-Blues und hegten tatsächlich Flucht-Gedanken. Wir fragten uns, warum wir nicht mit Angelika und Wolfgang (Hiasl) nach Mauretanien gefahren waren. Doch dann hätten wir unseren Vorrat an Frühstücksfleisch in Marokko in einer Düne einbuddeln müssen, so wie andere das mit ihren Alkoholvorräten machen. Und was mit dem ganzen Katzenfutter gewesen wäre, wissen wir auch nicht. Aber in Mauretanien wäre es wenigstens warm und trocken gewesen. Alternativ dachten wir an eine Flucht auf die Kanaren. Tatsächlich hätten wir noch am gleichen Tag von Huelva übersetzen können. Oder erst in vier Tagen. Doch 960 Euro für eine Überfahrt (ohne Kabine) waren doch ein wenig happig und dann auch noch bei dem schlechten Wetter (Wellengang). Nee, da blieben wir wohl oder übel doch im Sonne-Wind-und-Regen, was kann’s schöneres geben, Mix auf dem Festland.
Mittwoch, 28. Januar 2026
Bis wir schlafen gingen war es entspannt. Dennoch konnte ich nicht schlafen. Dabei war klar, dass die Nacht kurz werden würde, sobald der Sturm einsetzt.
Gegen 4 Uhr kam der Regen, etwas später rüttelten die ersten Windböen an Allmo. Um halb 7 Uhr war die Nacht vorbei. Der Wind war deutlich stärker geworden. Wir zogen uns an, Frank für das Dach herunter. Somit boten wir noch ein klein wenig weniger Angriffsfläche. Wir machten es uns in der Doka gemütlich. Wind und Regen peitschten um Allmo herum. Die Palmen schwankten im Wind.
Gegen 9 Uhr ließen Wind und Regen nach. Frank holte das Frühstückszubehör aus dem Kühlschrank. Doch was war das? Die Palme vor uns war geköpft worden. Vorhin wedelte die Zweige noch im Wind und jetzt war sie enthauptet.
Etwas später – es war inzwischen trocken – spazierte ich ins Dorf Chuenca. Die Häuser sehen typisch spanisch aus, mit ihren vergitterten Fenstern. Zusätzlich waren vor einigen Haustüren Spritzschutze – wegen des Regens – angebracht worden. Ich sah mir die Kirche und das Rathaus von außen an und bummelte wieder zurück. Eine Bäckerei fand ich nicht, also müssen wir unterwegs noch irgendwo Brot auftreiben.
Stehen bleiben war keine Option, denn unsere Aufbaubatterie war am Morgen nur bei 27 Prozent. Ohne Sonnenenergie würden wir im Laufe des Tages stromlos sein. Also half nur Fahren.
Über die Autobahn nahmen wir Kurs auf La Palma del Condado. Wir stillten Allmos Durst für 1,169 den Liter. Als wir losfuhren, war es noch 2 Cent günstiger. Dann stoppten wir noch bei LIDL, der sich fast gegenüber der Tankstelle befand.
Am Rande von La Palma del Condado gibt es einen ausgewiesenen Bereich für Camper und zudem kann auch das angrenzende Gelände genutzt werden. Dies wollten wir uns anschauen. Dabei beließen wir es dann auch. Dort standen zu viele Camper. Also drehten wir ab und nahmen Kurs auf Niebla. Der Akku hatte bis dort auch nur 5 Prozent Zuwachs.
Tbc














































































































































































































































































































































































































