
Das besondere an Niebla ist die alte Stadtmauer, die den ursprünglichen Ortskern vollständig umschließt. Bereits auf dem Weg durch die kleine Stadt, wurden wir von dem Anblick „erschlagen“. Wir parkten Allmo am westlichen Ende der Stadt, unterhalb der Stadtmauer.
Gestern meinte Frank, dass Allmo schief stehen würde, kümmerte sich aber nicht weiter darum. Kaum eingeparkt sah er nach und stellte fest, dass die mittlere Feder unserer drei Parabelfedern auf der Fahrerseite gebrochen war. So richtig wollte er nicht mit der Sprache rausrücken, was das jetzt bedeutet. Aber so schlimm kann’s nicht sein. In Uganda wären wir schließlich auch mit einer gebrochenen Feder gefahren.
Die Stadtmauer ist vollständig erhalten und ist rund 2 Kilometer lang. Sie besteht aus 50 Türmen (48 rechteckige und 2 achteckige). Erste Ursprünge gehen ins 8 Jahrtausend vor Christus zurück. In der jetzigen Form wurde die Stadtmauer zwischen dem 11. und 12. Jahrtausend errichtet.
Mehrere Stadttore ermöglichen den Zugang, nicht nur für Fußgänger, sondern auch für Autos. Das nimmt ein wenig von dem Flair, weil man immer schauen muss, wenn ein Motorengeräusch zu hören ist, dass man in den schmalen Gassen zur Seite tritt.
Wir schlenderten durch die Gassen, sahen uns noch erhaltene und Ruinen von Kirchen an und natürlich auch ein paar weitere Stadttore. Frank ging am Fluss Rio Tinto zur alten Brücke Puente Romano de Niebla (über die wir mit Allmo gefahren waren). Ich nahm den etwas längeren Weg durch die Stadt, vorbei am Castillo.
Der Rio Tinto, der wie der Name sagt, eh gefärbt ist, führte jede Menge schlammbraunes Wasser mit sich. Kein Wunder bei dem vielen Regen der letzten Wochen und an Nachschub mangelt es ja leider auch nicht. Die römische Brücke steht auf massiven Pfeilern. Wobei das jetzige Aussehen auf das 17. bis 18. Jahrhundert zurückgeht. Die im Mittelalter verwendeten Blöcke bilden jedoch weiterhin das Fundament.
Zurück bei Allmo stärkten wir uns. Als Frank wieder alles draußen verstaute und ich die Krümel vom Brettchen nach draußen schubste, rannte ein junger Typ neben uns den Hügel hoch. Verfolgt wurde er von zwei Herren der Guardia Civil, der eine etwas sportlicher, der andere nicht ganz so sportlich. Frank war immer noch draußen, als der Typ wieder an uns vorbei gerannt kam und in einem der gammeligen kleinen Gebäude einige Meter hinter uns verschwand. Ich zog mir schon die Schuhe an, um die Guardia Civil zu suchen. Doch auch Frank hatte gesehen, wohin der Typ verschwunden war und sah, dass die Polizisten sich suchend umsahen. Wir gaben ihnen einen dezenten Hinweis. Der Schlagstock wurde gezückt, wir verkrochen uns in Allmo und schauten durch’s Fenster. Der junge Typ wurde abgeführt.
Bevor wir weiterfuhren, Niebla schien ja ein heißes Pflaster zu sein, telefonierte Frank mit DFF in Dingelstädt. Wir sollten eine Mail schicken, was wir taten und den Sachverhalt (gebrochene Feder, Spanien, Fahrtüchtigkeit) schilderten. Es dauerte nur eine Stunde, bis wir einen Rückruf erhielten. DFF bot uns einen Kontakt in Barcelona an, doch das liegt so gar nicht auf unserem Weg. Und dann viel das Wort „Lissabon“. Das klang super! Und somit war ganz schnell vereinbart, dass uns eine neue Feder nach Portugal geliefert wird. Die Kontaktdaten erhielten wir per Mail und zahlen müssen wir erst, wenn wir die Feder erhalten haben. Jetzt müssen wir nur noch „unfallfrei“ dorthin kommen.
Tbc














































































































































































































































































































































































































