Bei gutem Wetter hätten wir noch einen Zwischenstopp an einem Strand eingelegt. Auch die Idee, kurz durch San Vicente de la Baquera zu schlendern, verwarfen wir. Stattdessen hüpfte Allmo auf die Autobahn mit Kurs auf Santander.

Einen ersten Stopp legten wir in Cabezon de la Sal ein. Dort gibt es einen Camper-freundlichen Mercadona mit drei ausgewiesenen Stellplätzen. Wieder zurück auf der Autobahn fuhren wir zum ausgewiesenen Camper-Stellplatz in Puente San Miguel, damit Allmo sich Erleichtern konnte. Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen. Nur ein paar Kilometer weiter gab es einen Lidl mit guten Parkmöglichkeiten. Also hüpften wir dort auch noch rein.

Auf dem Weg nach Santander bzw. einem größeren Parkplatz westlich von Santander nahe am Meer, bekam Allmo noch frischen Diesel. Inzwischen sind die Preise in Spanien weiter gestiegen. Der Liter Diesel kostete nun 1,699 Euro. Günstiger war auf dem heutigen Weg nichts zu bekommen.



Der Platz in San Roman de la Llanilla schien okay zu sein. Es standen noch ein weiterer Camper und ein paar PKWs dort. Thom und Coco (Krümel 4×4) hatten dort vor ein paar Monaten übernachtet und Jörg und Nicole (4×4 Himmelbett) standen in der Nähe auf dem Campingplatz. Wer gut zu Fuß ist kann bis nach Santander laufen. Mit dem Rad geht’s schneller.

Leider hatte es wieder zu regnen begonnen, so dass wir uns in Allmo verkrochen. Erst gegen 16 Uhr hörte der Regen auf. Ich schnürte mir schnell die Schuhe und spazierte nach Virgen del Mar.

Der Weg dorthin war etwas langweilig. Immer nur geradeaus. Auf einem separaten Weg für Fußgänger und Radfahrer, neben der Straße. Vorbei an einer nicht enden wollenden Friedhofsmauer. Schafe, Kühe und Pferde stehen auf den Weiden. Dutzende weißer Vögel flogen frei herum.


Vor den Buchten und dem Strand Playa de la Virgin del Mar befindet sich ein riesiger Parkplatz. Zudem ein Chiringuito (geschlossen) und eine Taverna (geöffnet – roch gut). Karstige Felsen begrenzen die kleinen Buchten und boten ein sehr schönes Bild.

Eine Brücke führt hinüber zur Isla de la Virgen del Mar. Einer kleinen vorgelagerten Insel, auf der sich die gleichnamige Ermita befindet. Ursprünge gehen in das späte 14. Jahrhundert zurück. Von dort blickte ich auf die westliche Küste und die Wellen, die mit einer Wucht gegen die Felsen schlugen.



Auf dem Rückweg wählte ich den Weg auf der anderen Seite der Friedhofsmauer entlang. Einen richtigen Fuß-/Radweg gab es dort nicht. Nur eine schwache Linie auf dem Boden, als Abgrenzung zur Straße. Nach 6,2 km bzw. 1:18 Stunden war ich wieder zurück. Auf dem letzten Stück war der Himmel ein wenig mehr aufgeklart und die Landschaft sah gleich viel freundlicher aus. Doch das war nur von kurzer Dauer, bevor alles im grau in grau versank. Zum Abendessen bereitete Frank uns Burger zu. Heute in der Frischfleisch-Variante.

Donnerstag, 12. März 2026

Die Autos und anderen Camper waren am Abend bzw. in der Nacht ruhig. Somit sprach nichts gegen eine weitere Nacht in San Roman de la Llanilla.

Der Donnerstag startete deutlich freundlicher. Regnen soll es erst wieder ab Freitagnachmittag. Nach dem Frühstück warteten wir noch etwas und holten die Räder aus dem Heck. Die Gegend lässt sich wunderbar mit dem Rad erkunden, wie wir von Jörg und Nicole (4×4 Himmelbett) wussten. Richtung Westen waren heute zig schneebedeckte Berggipfel der Picos de Europa zu sehen. Es hatte den Anschein, dass diese bis an die Küste ragen. Doch unser Weg führte uns in die andere Richtung.

Ich hatte eine Wikiloc-Strecke rausgesucht, der wir folgen wollten. Zu Anfang ging’s recht steil bergab und ich endschied mich fürs Schieben. Eine Holzbrücke führte an einer alten Wassermühle vorbei. Nur zwei Buchten weiter war letzte Woche ein Holzsteg, der zwischen zwei Klippen montiert war, eingestürzt. Fünf von sieben Personen starben, weil sie den Sturz hinunter bzw. das kalte Wasser nicht überlebten.

 Die Strecke führte und auf einen landwirtschaftlich genutzten Feldweg, der nach dem vielen Regen nicht gut befahrbar war. Frank fuhr durch den Matsch, während ich zu Fuß Matsch und Pfützen so gut wie möglich auswich. Nach etwas Teer lag plötzlich wieder ein Feldweg vor uns. Total geflutet. Kein Durchkommen ohne nasse Füße zu bekommen. Und dabei handelte es sich um einen ausgeschilderten Radweg, und die Holzschilder sahen noch relativ neu aus.

Genervt kehrten wir um, nahmen einen anderen Weg über die Straße. Und kamen schließlich an der Wetterstation an, von wo aus wir zu Fuß zur alten Teufelsbrücke „Antiguo Puente del Diablo“ liefen. Zu sehen ist von der Teufelsbrücke nichts mehr. Der Name lässt vermuten, dass die beiden Felsen früher mal miteinander verbunden waren. Jetzt führt eine Holzbrücke außen herum.

Unser nächstes Ziel, der Leuchtturm Faro de Cabo Mayor, war schon zu sehen. Mit den Rädern gings außen herum. Die Straße zum Leuchtturm hoch wird neu hergerichtet und auch am Leuchtturm fanden Bauarbeiten statt. Der direkte Zugang zu den alten Flakstellungen war versperrt. Also fuhren wir mit den Rädern ein Stück weiter zu einem Parkplatz.

Über ein sehr grünes Gelände, dass auch gut ein Golfplatz hätte sein können (der Golfplatz befand sich allerdings auf der ebenso grünen nächsten Landzunge), gingen wir hoch zu den Ruinas canon a barbeta Vickers und der Casamata de artilleria de costa de Cabo Mayor.

Wir warfen noch einen Blick auf die Playa de Matalenas. Der Zugang zum Strand, der sich unterhalb der Klippen befindet, führt über eine steile Treppe.

Inzwischen hatten wir Hunger und außer Wasser nichts dabei. Frank suchte uns einen Döner raus (was sonst), der sich fast unmittelbar an der Primera Playa de El Sardinero befand. Ganz schön viele Menschen suchten heute den Strand auf und flanierten durch den Park am Strand. Die Parkplätze waren voll.



Wir ließen uns den Dönerteller (Frank) und den Falafel-Teller (für mich) einpacken und flitzten zum Strand. Dort aß es sich gleich doppelt so gut. Wie hatten wir so ein Wetter, Meer und Strand vermisst. Das war auf dieser Reise viel zu kurz gekommen.

Auf die weitere Besichtigung von Santander verzichteten wir. Unsere Fahrradakkus waren nicht voll gewesen und bevor wir auf dem Rückweg irgendwann ohne Unterstützung fahren müssen (bei den vielen Hügeln eher wenig spaßig), radelten wir wieder zurück. Bereits auf dem Hinweg waren wir so Akku-schonend wie möglich gefahren.



Nach 23,3 km waren wir zurück. Was beinah schlapp gemacht hätte, war mein Handyakku. Schnell an die Steckdose und als der Akku halbwegs voll war, schwangen wir uns erneut auf die Räder.

Wir fuhren zu der Playa de la Virgin del Mar, wo ich gestern schon allein hingelaufen war. Bei dem schönen Wetter war deutlich mehr los als gestern. Die Wellen peitschten erneut gegen die Klippen. Die Schneeberge waren leider nicht mehr sichtbar, sondern im Dunst verschwunden. Schade. Nach 4,7 km waren wir wieder zurück.



Waren gestern nur ein paar vereinzelte Autos auf den Parkplatz gekommen, um den nicht vorhandenen Sonnenuntergang zu betrachten, so wurde es heute am späten Nachmittag immer voller. In der Sonne war es aber auch schön.

Zum Abendessen gab es nur noch ein Sandwich, aus dem Brot, was bei Franks Döner-Teller-Menü dabei gewesen war.

Freitag, 13. März 2026

Wenn wir dachten, dass nach Sonnenuntergang alle verschwinden, lagen wir falsch. Ich glaube, dass letzte Auto fuhr gegen halb 12 Uhr nachts. Es waren aber alle friedlich. Was die Nachtruhe störte, war irgendwer, der um 4:45 Uhr Musik hörte und über den Platz lief. Gegen halb 8 Uhr meinte unser direkter Nachbar den Motor laufen lassen zu müssen. Nach gefühlten Ewigkeiten fuhr er dann.

Nach war es schön, daher brachen wir nach dem Frühstück direkt auf. Bei Mercadona wollten wir schauen, ob diese den Schweinebraten und das Aioli haben. Hatten sie leider auch nicht. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, mussten wir fast 20 Minuten auf dem Parkplatz warten. Der Supermarkt öffnet erst um 9 Uhr. Wir kauften zwei Teilchen (die mit den leckeren Nüssen) und ein Brötchen. Dann ging’s weiter Richtung Osten.

tbc

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