Bei dem schönen Wetter fuhren wir rund 70 Kilometer. Der Parkplatz am Tourist Office Malpas war unser Ziel. Durch Béziers dürfen keine LKWs fahren, so dass wir die Südumrundung wählten, um dann doch ein Stück durch den Außenbereich von Béziers zu fahren. Womöglich wäre die Nord-Umrundung besser gewesen. Wer weiß.

Egal, schließlich landeten wir auf unserem gewünschten Parkplatz uns stellten Allmo möglichst weit abseits. Noch war der Parkplatz leer. Frank packte unsere Räder aus. Denn tatsächlich stand heute Radfahren auf dem Programm. Béziers war unser Ziel. Ein Radweg führt, immer am Canal du Midi entlang, in die Stadt.

Begeistert waren wir, als uns ein erstes Ausflugsboot auf dem Canal du Midi entgegen kam. Damit hatten wir nicht gerechnet. Dem einen Schiff folgte ein nächstes und ein nächstes. Auch viele Miet-Boote sahen wir auf unserem weiteren Weg.



Erstes Highlight auf der Strecke waren die 9 Schleusen (Les 9 Ecluses de Fonseranes). Auf der vorletzten Ebene wartete gerade ein Boot darauf in die letzte Schleuse einfahren zu dürfen und wir blieben stehen, um beim Schleusen zuzusehen. Es dauerte gefühlte Ewigkeiten, bis das Wasser so hoch eingelassen war, dass sich das letzte Schleusentor öffnete. Wir möchten nicht wissen, welche Zeit der gesamte Schleusenvorgang, von der ersten bis zur neunten Schlesue in Anspruch nimmt.

Hinter der Schleusentreppe hielten wir uns rechts und gelangten so zum Orb Aquädukt. Auf beiden Seiten dieser Wasserstraße verläuft ein Fuß- und Radweg. Vorbei an der Orb-Schleuse hielten wir uns in Richtung der Cathédrale Saint-Nazaire. Das war ein anstrengendes Unterfangen, weil wir steil bergauf mussten, um zu der Kathedrale zu gelangen. Von dort oben blickten wir über die Umgebung und sahen uns das Kirchengebäude auch von innen an. Die Steinmetze haben beeindruckende Arbeit geleistet.



In den ganzen verwinkelten Gassen kann man beinah verloren gehen. Über die Markthalle Les Halles, die geschlossen war und vorbei an der Eglese de la Madeleine, hielten wir uns in Richtung einer Parkanlage. Dort konnten wir entspannt entlang radeln. Frank ließ es sich nicht nehmen und radelte mehrfach durch die Wasserfontänen.



Natürlich kam von Frank irgendwann die Frage, ob wir nicht wenigstens einen kleinen Snack zu uns nehmen könnten. Doch ich hatte gestern schon einen Kebab-Laden herausgesucht, den wir nun ansteuerten. Frank war natürlich mehr als glücklich. Das Essen bei O Nan & Grill war gut und wir waren beide satt, nachdem wir unsere Döner-Teller verputzt hatten. Der Angestellte hinter dem Tresen sprach auch Englisch, wobei ich versuchte, französisch mit ihm zu sprechen.



Von dort radelten wir zur Ecluse de Béziers, die um die Ecke lag und folgten dem Radweg am Canal entlang.

Auf dem Rückweg stoppten wir spontan an der Pente d’Eau de Fonseranes. Eigentlich waren wir nur durch den wasserlosen Kanal auf diesen Lost Place aufmerksam geworden. Dieses Wasserkeilhebewerk befindet sich parallel zu den 9 Schleusen. Es wurde 1983, als zweites und letztes Wasserkeilhebewerk in Betrieb genommen und letztlich 2001 stillgelegt. Es traten immer wieder Probleme in er Hydraulikanlage auf, was zu längeren Revisionen und einer immer geringeren Nutzung führte. Der ursprüngliche Gedanke, dass durch dieses Wasserkeilhebewerk das Schleusen nur noch 10 Minuten dauert, anstatt 30 Minuten abwärts und 45 Minuten aufwärts über die Schleusentreppe, war also von wenig Erfolg gekrönt.


Um wieder auf die andere Kanal-Seite zu gelangen, mussten wir später über eine Fußgängerbrücke und dann mit einem Aufzug hinunterfahren. Der Aufzug war so klein, dass eins unserer kleinen Klappräder knapp hineinpasste.

Der Rückweg zu Allmo am Malpas Tourist Office zog sich etwas. Was auch daran liegen konnte, dass es sehr sehr warm war. Aber wir wollen uns nicht beschweren. Nach 23 Kilometern lt. Der Tracking-App und 25 km laut dem TachoKilometern bzw. 4,5 Stunden waren wir zurück bei Allmo. Zwei französische Camper standen nun auf dem Parkplatz.

Unsere Räder verstauten wir in Allmo und ich sah mir zu Fuß noch den Tunnel le Malpas an. Ein schmaler Fußweg führt neben dem Schifffahrtsweg durch den Tunnel. Kurz bevor die Sonne unterging, kam Frank mit mir zum Tunnel. Wieder ohne Boot. Der „Meilenstein“ leuchtete in der Abendsonne. Die Erbauer der römischen Straßen setzen jede römische Meile (1480 Meter) einen Meilenstein. Eingraviert ist die Distanz zur Provinz-Hauptstadt sowie der Name des regierenden Kaisers.



Die nächsten zwei Tage soll es auch sehr warm werden, so dass wir uns nach einem Platz am Meer bzw. an einem Gewässer sehnen. Ob dies Morgen umsetzbar ist (eventuelle Parkplätze mit Höhenbeschränkungen oder Camping-Verboten-Schilder, werden wir dann sehen. Zur Not bleibt nur die Flucht in die Berge. (War es uns dort nicht noch vor ein zwei Tagen zu frisch? Wir wissen also nicht, was wir wollen 😉)

Dienstag, 30. September 2025

Ruhig war die Nacht. Nur Emma hatte ein paar kleine Befindlichkeiten. Aber wir hatten da schon ganz andere Nächte.

Die Sonne schien wieder. Doch im Vergleich zu gestern, war es nicht ganz so warm. Nach dem Frühstück ging’s wieder weiter.

Tbc

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