
Eine Sache Vorweg:
Bei unserem Allmo handelt es sich um einen LKW (KEIN WOMO).
Allmo hat ein H, was für die Mautbox irrelevant ist.
Er ist 7,49 Tonnen schwer, hat zwei Achsen und eine Emissionsklasse ist (kaum verwunderlich bei einem 40 Jahre alten LKW) nicht vorhanden.
Auf unseren bisherigen Reisen waren wir (fast) immer mautfrei unterwegs. Doch auf dem Weg durch Mittel- und Osteuropa bis in die Türkei, mussten wir uns mit den jeweiligen Mautsystemen beschäftigen.
Schnell war klar: Als LKW haben wir keine Chance mautfrei durch Ungarn, Rumänien und Bulgarien zu fahren.
Für Tschechien und Slowakei hatten wir die Hoffnung eine Mautbefreiung für Oldtimer zu bekommen. In Tschechien wurde das abgelehnt (es würde nur für in Tschechien zugelassene LKWs gelten). In der Slowakei haben wir es dann gar nicht erst versucht.
In Rumänien gab es zu Reisebeginn noch eine Roviniete-Vignette für LKWs. Doch diese wurde zum 30.09.2026 abgeschafft und eine streckenabhängige Maut eingeführt. Dazu gibt es einen eigenen Beitrag. HIER!
Damit wir nicht gezwungen sind in Ungarn eine Mautbox zu kaufen (Preise von 160 Euro oder mehr standen im Raum) und es in Bulgarien wohl auch schwierig sein soll eine Mautbox zu bekommen, entschieden wir uns letztlich relativ kurzfristig für eine UTA-Mautbox.
Die Alternative in beiden Ländern Streckentickts zu kaufen, kamen für unsere Art des Reisens nicht in Frage.
UTA-Mautbox
Voraussetzung:
Um eine Mautbox von UTA (gilt auch für DKV) bestellen zu können, ist ein Gewerbe erforderlich. Welche Art von Gewerbe ist egal. Es muss also nichts mit Spedition oder Transportwesen zu tun haben.
Anfrage:
Über die Webseite von UTA stellte ich eine Anfrage. Eine Mail mit den ersten Infos und einem Neukundenantrag kam zügig.
Fragen und Antworten:
Meine vielen Fragen konnte der Mitarbeiter an der Hotline nicht vollständig beantworten und auch der Mitarbeiter, von dem ich die Mail erhalten hatte, wusste nicht alles.
Spätere Telefonate mit den Fachbereichen „Maut“ und „Servicekarten“ verliefen sehr zu meiner Zufriedenheit. Die Mitarbeiter in diesen Fachbereichen wissen, was sie tun und denken mit.
Neukundenantrag:
Zwei Hinweise:
Für die Bestellung der UTA One Next ist eine Tank-/Servicekarte KEINE Voraussetzung. Eine solche Karte kostet zusätzliche Gebühren im Monat. Wenn man die Karte nicht benötigt, dann eine NULL eintragen und auch später keine Karte im Service Center bestellen.
Auch wenn das Wort „SEPA-Firmenlastschriftverfahren“ genannt wird, kann man sein normales privates Girokonto für den Lastschrifteinzug nehmen.
Alles andere erklärt sich im Antrag von selbst.
Validierung der E-Mail Adresse:
Für den Versand der E-Rechnung musste die Mail-Adresse bestätigt werden. Klick, erledigt.
DocuSign:
Das Sepa-Lastschriftmandat musste über DocuSign unterzeichnet werden. Ein entsprechender Link kam per Mail.
UTA Edenred Konto:
Einmal in Gang gesetzt folgte Mail auf Mail. Immer schauen, ob noch irgendwas per „Klick“ bestätigt werden muss, damit es weitergeht.
Dies gilt auch für den Zugang zum UTA-Portal / UTA Service Center.
UTA Service Center:
Nach erfolgreicher Registrierung könnt ihr (bei Bedarf) die Service-/Tankkarte bestellen.
Aber was für uns viel wichtiger war: Die Mautbox!
Unter „Übersicht/Bestellen/Sperren“ und dann „UTA One Next“ bestellt ihr die Mautbox.
Immer dem Workflow folgen, alles schön ausfüllen und bearbeiten, …
Das Ergebnis sollte eine Bestätigungsmail mit allen von euch erfassten Daten sein und mit Auflistung der von euch ausgewählten Mautkontexte (Länder).
Und dann heißt es warten, bis die Mautbox ankommt. Das kann bis zu 14 Tage dauern.
Unsere Box kam mit DHL Express aus Italien. Eine Paketankündigung gab es nicht.
Falls ich im Nachhinein irgendeinen Schritt vergessen habe, seht es mir nach. Einfach immer die eingehenden Mails lesen und erledigen, was verlangt wird.
Telepass Truck:
Nach Erhalt der Mautbox hatte ich eine zusätzliche Registrierung bei Telepass Truck vorgenommen (die Box ist eine Telepass Box). Einen Sinn sehe ich darin noch nicht.
Einbau der Mautbox:
Es gibt im UTA Portal unter „Info Center“ entsprechende Bedienungsanleitungen für die Installation, die Benutzung, etc. zum Download.
Einfach alles befolgen, was in den Anleitungen genannt wird und dann sollte auf jeden Fall die Strombox grün leuchten.
Wie die Mautbox richtig aktiviert wird, ist auch in den Erklärungen zu finden. Letztlich leuchtete unsere Box erstmal rot und piepste immer Viermal, weil wir den Mautkontext „Deutschland“ nicht aktiviert hatten.
In Tschechien leuchtete sie dann grün und das Piepsen hörte auf.
Telepass Truck App:
Nicht zwingen erforderlich, aber schadet nicht. Oder vielleicht doch…
Die App muss mit der Mautbox gekoppelt werden. Funktioniert selbsterklärend.
In der App sind die Daten zum Fahrzeug zu finden (wobei die Gewichtsklasse bei uns nicht gefüllt ist und ich das auch nicht anpassen kann) und die aktivierten Mautkontexte.
Zudem zeigt die App an, wenn irgendwas „angeblich“ mit der Mautbox nicht in Ordnung ist. Im Grunde bekommen wir mehrmals täglich Nachrichten von der App, dass sich irgendwelche Servicedienste geändert hätten (angeblich würde die Stromverbindung nicht stimmen oder wir sollten dringend Kontakt mit dem Mautdienstleister aufnehmen, weil was mit der Box nicht stimmt). Alles Unsinn, soweit wir das beurteilen können.
Solange die Mautbox grün leuchtet, ist alles in Ordnung! Es wurden auch alle Fahrten abgerechnet. Daher ist die App bzw. sind deren Benachrichtigungen mit Vorsicht zu genießen.
Mautkontexte hinzufügen:
Ihr müsst nicht zwingend alle angebotenen Mautkontexte aktivieren. Wir hatten zunächst Ungarn und Bulgarien und vorsichtshalber Polen aktiviert.
Nachdem das mit der Mautbefreiung in Tschechien nicht geklappt hat, aktivierten wir den entsprechenden Mautkontext. Je nach Land kann es dann 24 bis 48 Stunden oder vielleicht auch etwas länger dauern, bis das Land auf Grün steht. Also rechtzeitig aktivieren.
Hier muss ich jedoch eine Lanze für die Telepass Truck App brechen. In der App war das Land schneller als „aktiv“ gekennzeichnet, als im Service Center.
Über das Service Center erhielten wir eine Mail zum einen, dass die Aktivierung beantragt wurde und zum anderen, dass das Land erfolgreich aktiviert wurde. Spätestens dann könnt ihr bedenkenlos durch das jeweilige Land fahren. An dem grünen Licht an der Box seht ihr das ja auch.
Abrechnung:
Leider sind die gefahrenen Mautstrecken bzw. die täglich zusammengefahrenen Mautkosten nicht sofort im Service Center zu sehen. Es kann auch bis zu fünf Tage dauern, bis die Mautkosten ersichtlich sind. Wir vermuten, dass das mit der Übermittlung des jeweiligen Mautbetreibers an die UTA zu tun hat.
Über die Mautkalkulatoren vom jeweiligen Mautbetreiber hatte ich in etwa eine Übersicht, was für Mautkosten uns auf den jeweiligen Strecken entstanden sind. Dies stimmte auch in etwa mit den Abrechnungen überein.
Die Abrechnung der UTA erfolgt monatlich am Monatsende. Die Abrechnung zum 30.09. erhielten wir am 08.10.
Fazit:
Anfangs war ich skeptisch bzw. eher genervt, dass wir gefühlt überall Maut bezahlen müssen. Doch nun muss ich sagen, dass die UTA-Mautbox es uns einfach macht.
In der Slowakei und in Ungarn waren mautpflichtige Straßen nicht als solche gekennzeichnet (in Tschechien an einem „M“ auf einem Schild zu erkennen). Das Umfahren mautpflichtiger Straßen wäre somit schwierig bis unmöglich gewesen.
Wir sind nunmal ein LKW und müssen die Maut zahlen. Mit der UTA-Mautbox ist es einfach, weil wir uns keine Gedanken machen müssen und auch nicht vor oder an Grenzen gucken müssen, wo wir denn jetzt eine Box herbekommen.
Tbc














































































































































































































































































































































































































