Chulilla: Wanderung zum Charco Azul



Zunächst wurde Allmo noch einmal vollgetankt und dann ging es in Richtung Berge, genauergesagt nach Chulilla. Nach einem halben Bogen um Valencia fuhren wir dann westwärts. Die Straße war sehr gut zu befahren, handelte es sich doch tatsächlich um eine Autobahn und ich dachte schon, dass wir 70 km Landstraße fahren würden. Dem war also nicht so.

Unterwegs hielten wir noch zum Wasserlassen an (also Pipi-Wasser) und dann waren wir auch schon fast da. Nach zuletzt ungefähr 5 km Schlangenstraße hatten wir unser Ziel Chulilla erreicht. Wir parkten unseren Allmo zwischen den Olivenbäumen (schade, dass hier keine Kaki-Bäume standen), dabei nutzten wir den Bordstein zum überfahren, denn durch die Zufahrt zwischen Baum und Büsche hätten wir nicht gepasst.

Junge Belgier waren direkt angetan von unserem Allmo, wobei sie ihn liebevoll „Monster“ nannten.

Wir schnürten direkt die Wanderstiefel und fragten uns, was Allmo während wir unterwegs waren alles erlebt hat. Schließlich standen wir mitten auf dem Präsentierteller (direkt an der Straße).

Wir folgten also der Straße zum Startpunkt der Wanderung Ruta de los Pantaneros (Route der Stauseearbeiter). Für das Betreten des Naturparks mussten wir pro Person einen Euro zahlen. Wie wir später erfahren sollten ist dies nur am Wochenende so. In der Woche kostet es nichts. Zum Glück ist ein Euro nicht wirklich viel und daher gut zu verschmerzen. Dafür wurden wir aber auch mit einer unglaublich schönen Landschaft belohnt.





Eine tiefe Schlucht befand sich quasi direkt zu unseren Füßen. Wir folgten dem Flusslauf des Rio Turia, allerdings ein paar hundert Meter oberhalb auf dem Bergrücken. Über einen mini-Flusslauf ging es weiter auf einem breiten Weg an der Riffkante entlang.

Bald folgten die Highlights. Ein Stück über Stufen ging es in die Schlucht hinunter und dann über eine 15 m lange Hängebrücke über den Fluss auf die andere Seite. Wenige hundert Meter weiter gingen wir erneut über eine 5 m lange Hängebrücke auf die andere Flussseite zurück. Am Fuße der Felsen folgten wir dem Fluss bis wir am Ende der Schlucht auf Staumauer des Stausees Embalse de Loriguilla stießen. Der Gang entlang der Staumauer war leider nicht möglich. Nur hinab zum Stausee konnten wir gehen.




Dieser schien schonmal deutlich mehr Wasser zu beinhalten. Zumal die Sträucher und Bäume bis zu einer gewissen Höhe hässlich grau anstatt grün und braun aussahen. Außerdem standen dort auch mal diverse Gebäude. Von manchen sind nur noch Bodenplatten und Mauerreste übrig. Von zwei höher gelegenen Gebäuden stand noch deutlich mehr. Ein Gebäude könnte ein Wasch-/Toilettenhäuschen gewesen sein. Zumindest sah es ein wenig innen danach aus.

Der Weg war nicht wirklich anstrengend, aber wenn wir uns vorstellen, dass von 1955 bis 1965 die Stausee-Arbeiter jeden Tag diese Strecke gegangen sind, war das nicht wirklich spaßig.

Unterwegs lernten wir an einer Schautafel, dass der Rio Turia früher dazu genutzt wurde Holz auf dem Wasserweg nach Valencia zu transportieren. In der schmalen Schlucht um Chulilla muss es dabei des Öfteren zu tödlichen Unfällen gekommen sein wenn Baumstämme sich verkanteten.





Für uns ging es auf den gleichen Weg wieder zurück, denn der Rundweg schien uns zu lang. Einzig der Aufstieg nach der zweiten Hängebrücke wieder zur Riffkante hoch war etwas anstrengend, ansonsten war alles angenehm zu gehen. Nach 9 km hatten wir unser Ziel „Allmo“ wieder erreicht. Die Wanderung durch die Schlucht lohnte sich wirklich. Den restlichen Weg zum Stausee kann man machen, muss man aber nicht.

Inzwischen hatte die Sonne sich durchgesetzt und wir standen natürlich falsch eingeparkt. Allmo setzte sich kurzerhand um, damit wir wieder Energie tanken konnten. Natürlich sorgten wir für große Augen und auch ein paar freundliche und manchmal auch sehr begeisterte Worte. Der irische Camper bekam sich kaum ein, so fantastisch fand er unseren Allmo.

Nach einem kurzen Besuch auf unserer Sonnenterrasse kümmerten wir uns auch schon um unser frühes Abendessen. Wir hatten noch Gyros-Reste und dazu gab es Couscous. Das war schnell und energiesparend hergestellt.

Montag, 20. Dezember 2021


Im Bett war es so gemütlich, dass wir morgens gar nicht aufstehen wollten. Der Hunger ließ uns irgendwann dann doch nicht weiter dösen. Nach dem Frühstück klappten wir unser Dachzelt aus zwei Gründen ein: Zum einen war es falsch geneigt zur Sonne und flach würde wenigstens ein klein wenig Energie in die Batterien kommen. Zum anderen wollten wir nach der Wanderung weiterfahren.

Wir verfrachteten Emma nach vorne und machten uns auf den Weg. Zunächst kauften wir beim Bäcker in Chulilla Brot mit Pistazien ein. Der Bäckerladen hatte beinahe etwas von den Backstuben auf den Kapverden. Wir gingen gefühlt durch einen Hintereingang hinein wobei dieser mit Panderia beschildert war. In dem großen Raum der rechter Hand lag befand sich eine kleine Ladentheke mit Regalen dahinter. Baguettes lagen auf Rollwagen, die einfach so im Raum standen. Ein sehr kostengünstiges Ladenlokal. Wir kauften ein Brot mit Pistazien, welches nicht geschnitten werden konnte, und lassen uns morgen früh überraschen wie es schmeckt.





Mit dem Brot im Gepäck machten wir uns auf den Weg zum Charco Azul, dem blauen See. Durch ein paar verwinkelte Gassen, gingen wir danach gefühlt durch den Garten einer Privatparzelle, und landeten dann auf einem Wanderweg. Wir hielten uns an einer Gabelung rechts und gingen an den Felsen bzw. einem kleinen Kanal entlang tiefer in die Schlucht hinein.

Die Kletterer, die auch unterwegs waren, hielten sich links und gingen damit direkt in die Schlucht hinein, um dann später auf der anderen Seite zu den Felswänden hochzuklettern.

Am Ende des Weges führte ein nur noch ein Bretterweg in einem „Käfig“ an den Felsen entlang. Da sich vorne an eine Gittertür befand schien das kein offizieller Weg zu sein oder zumindest jetzt nicht mehr. Es fehlte jedoch ein paar Bodenbretter und so kam man dann doch mit etwas Mühe auf die Bretter hinauf. Frank schlängelte sich über die Bretter am Hang entlang, während ich auf ihn wartete. Vermutlich dient der Weg zu Revisionszwecken, wobei hintenraus auch noch Bretter fehlten.




Gemeinsam gingen wir danach zu dem kleinen Ponton, der sich am Rand des Charco Azul befindet. Bereits gestern konnten wir von oben einen Blick auf diesen Bereich werfen. Der Charco Azul wird schön von den meterhohen Felswänden eingerahmt. Das Wasser schimmerte in einem schönen Grün. Wir genossen eine Weile den Blick und die Ruhe.

Nach einem kleinen Snack gingen wir durch die Schlucht zurück und bogen Richtung Stadt ab, wo vorher die Kletterer langgegangen waren.

Wie immer quälte uns der Aufstieg etwas. Oben im Dorf Chulilla nahmen wir Kurs auf Allmo. Nach ungefähr 6,5 km waren wir wieder zurück. Die Sonne schien und wir entschieden das gute Wetter zu nutzen um nichts zu tun, außer die Sonne zu genießen. Hier hatten wir auch die Chance etwas mehr Power in die Batterien reinzubekommen. Ob das am nächsten Ort möglich wäre, oder ob dort Bäume, Felsen, etc. im Weg stehen würden, wissen wir nicht. So gehen wir auf Nummer sicher und genossen unser Sonnendeck bzw. den Sonnenplatz im Bett. So könnte es doch tatsächlich immer oder zumindest öfter sein. Richtig herrlich!!!

Das Abendessen war schnell zubereitet. Es gab Resteessen.

Dienstag, 21. Dezember 2021


Die Nacht in Chulilla war sehr ruhig und in unserer Höhle war es angenehm warm, und dass, obwohl wir weder gestern Abend noch heute früh die Heizung anhatten.

Nach einem kurzen Plausch mit unseren irischen Nachbarn, während Frank noch telefonierte und nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Chelva.

tbc

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