Ventana de Morro



Zum Glück waren wir zu schlau im Pinienwald an dem Abzweig zum Pico de las Nieves zu parken. Denn die Straße rauf zum Pico de las Nieves, der sich auf 1940 Metern befindet, war am Rand zugeparkt mit Autos. Am Ende der Straße befand sich ein kleiner Wendekreis, der durch einen Verkaufswagen und durch zwei Straßenbaufahrzeuge zugestellt war. Ein Rangieren war selbst für Pkws abenteuerlich.

Doch zunächst sahen wir uns den Pozo de las Nieves (1915 Höhenmeter) an. Es handelt sich um einen großen runden Schacht, der einige Meter in die Tiefe geht. Früher wurde der Schnee darin gesammelt und festgetreten, wodurch Eis entstand. Dieses wurde im Laufe der Monate in Blöcken herausgeschnitten und ins Tal (u. a. zur Kathedrale in Las Palmas) gebracht. Bis zum Sommer hielt sich dort das Eis.

Von dem Eisschacht erblickten wir ein Loch in einem Felsen und ein Herr erklärte, dass wir unbedingt noch die paar Meter den Hügel hinauflaufen sollten. Was wir natürlich taten.

Das Loch in dem Felsen war das Ventana de Morro, was man von dieser Stelle aus gut erkennen konnte.



Vom Mirador führt ein Trampelpfad zu dem Fenster in dem Felsen, doch wir begnügten uns mit dem Weitblick auf das Fenster.

Zum Mirador gingen wir nur noch für die Aussicht. Von unserem Parkplatz zwischen den Pinien waren es ungefähr 500 Meter die Straße hoch. Das militärisch genutzte Gelände mit der großen Kugel (Radarstation?) ließen wir dabei links liegen. Wie anfangs geschrieben reihten sich zum Ende die Pkws aneinander.

Am Mirador Pico de las Nieves ging es zu wie in einem Taubenschlag. Der Generator der Baustelle rappelte die ganze Zeit. Es war total unentspannt und nervig. Schnell hatten wir in alle Richtungen geblickt und sahen zu, dass wir wieder zu Allmo zurückkehrten.

Los Llanos de la Pez



Dann ging’s auf dem gleichen Weg, auf dem wir gekommen waren, ca. 5 Kilometer zurück bis zur Area Recreativa de Los Llanos de la Pez, die sich 1660 Meter über dem Meeresspiegel befindet. Dies müsste auf den Kanaren unser bisher höchstgelegenster Schlafplatz sein.

Allmo suchte sich am Wegesrand ein sonniges Plätzchen, gebettet auf Piniennadeln.

Ziemlich unruhig ging es die nächsten Stunden auf dem Gelände zu. Eine Schulklasse aus den Niederlanden und spanische Schüler waren mit ihren Lehrkräften auf dem Gelände beschäftigt. Was leicht nervte, war der Verkehr auf der Straße. Alle die zwischen dem Roque Nublo und dem Pico Las Nieves hin und her fuhren kamen an uns vorbei.Hinzu kamen noch viele Touristen (die natürlich nicht so laut waren, wie die Schüler), die entweder an den Picknickbänken saßen oder durch den Wald den Hügel hinauf wanderten. Der Wanderweg führte unter anderem zum Pico de las Nieves.



Wir kamen mit einem Paar aus Kanada ins Gespräch, die fünf Wochen lang auf den Inseln unterwegs waren und morgen den Rückweg antreten werden. Danach sprachen wir noch mit einer der niederländischen Lehrkräfte.

Gegen 16 Uhr kehrte Ruhe ein. Die Schüler verschwanden und auch die Touristenzahl ging zurück. Leider hatte zu dem Zeitpunkt die Sonne auch schon ihren Feierabend eingeläutet. Morgen soll’s den ganzen Tag bedeckt sein. Das ist auch der Grund, warum wir heute noch zum Mirador am Pico de Las Nieves gefahren sind.


Bald drauf begannen wir zu kochen. Griechisches Essen stand heute auf der Speisekarte: Gyros mit Zaziki und Feta. Wieder mal ein schnelles und einfach zubereitetes Essen.

Emma durfte noch einen Spaziergang auf dem weitläufigen Picknickbereich unternehmen. Sie fand es jedoch spannender viermal die Straße zu passieren. Frank übertrug in der Zwischenzeit die heutigen Bilder von der Micro-SD-Karte über seinen Laptop auf eine externe Festplatte. So kann ich wenigstens auf die Bilder des heutigen Tages zugreifen. Dumm, dass die andere Speicherkarte nur eine normale SD-Karte ist. Daher sind die Fotos von gestern dort noch drauf gefangen.

Dienstag, 5. Dezember 2023

Schon früh am Morgen flogen die ersten Düsenjets an uns vorbei. Zumindest hörten sich die vorbei rasenden Autos ähnlich an. Vor 7 Uhr war auch schon die Müllabfuhr unterwegs, um die Restmülltonnen zu leeren.

Der Tag startete, wie vorhergesagt, stark bewölkt. Auch wenn wir uns auf 1660 Metern befanden, waren die Wolken noch weit über uns. Ich hatte vorher leichte Bedenken, ob wir mit dem Kopf in den Wolken erwachen würden.

Nach dem Frühstück verließen wir den Platz im Wald und fuhren wieder in Richtung Pico de las Nieves, ließen den Abzweig rechts liegen und schraubten uns die nächsten beinahe 30 Kilometer von 1800 Metern hinunter auf Meeresspiegelniveau.

Caldera de los Marteles



Nach ca. 10 Kilometern stoppten wir am Mirador der Caldera de los Marteles. Der Vulkankrater ist 80 Meter tief und hat einen Durchmesser von ca. 550 Metern. Entstanden ist die Caldera vor weniger als 1 Millionen Jahren, als Ergebnis einer starken Vulkaneruption, bei der Magma in Kontakt mit unterirdischem Wasser kam. Jetzt sah es so aus, als ob der Vulkanboden landwirtschaftlich genutzt wird oder zumindest wurde.



Zwei Leute waren dabei einen Verkaufsstand aufzubauen. Honig und Öle waren schon auf einem Tisch angerichtet. Wer weiß, was noch alles aus den Tiefen des Fahrzeugs hervorgeholt wurde. Auf dem Weg von der Ostküste zum Pico de las Nieves und dem Roque Nublo bestimmt ein guter Standort.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befand sich ein interessant aussehender brauner Felsen, leicht abgesondert von dem grünen Hügel daneben.

Zwanzig Kilometer lagen bis Telde noch vor uns, auf denen es von 1528 Höhenmetern permanent bergab ging. Ein wenig sorgte ich mich um die Bremsen (wobei Frank die Motorbremse betätigte). Der leichte Geruch nach verbranntem Gummi, heiß gelaufenen Bremsen oder was auch immer, ließ es nicht besser werden.

Unterwegs stoppten wir einmal, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Wobei der Geruch echt nicht schön war. Doch Frank konnte nichts Negatives erkennen und wir setzten unseren Weg hinunter ins Tal fort.


Die Landschaft war so unsagbar grün und hügelig. Nur die Häuser brachten etwas Farbe in das ganze Grün. Und dann hatten wir es auch schon geschafft und waren in der städtischen Bebauung von Telde angekommen.

Tbc


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