Vor der griechisch-nordmazedonischen Grenze bei Doirani, am Dojran See, befand sich am rechten Straßenrand eine Schlange mit LKWs. Wir fuhren daran vorbei und wurden auch nicht böse angesehen. Oder wir bekamen es nicht mit.

Die Grenzerin bei der Ausreise las unsere Pässe ein und schaute auf den Fahrzeugschein. Sie wollte wissen, ob Allmo ein Camper ist. Es dauerte etwas, aber dann durften wir die Grenze passieren. Jassas und Antio Griechenland, wir hatten eine wundervolle Zeit. Etwas über vier Monate waren wir in Griechenland unterwegs.

Nach einer kurzen Fahrt durchs Niemandsland erreichten wir die nordmazedonische Grenze. Frank grüßte freundlich mit „jassas“ und das gleich zweimal. Nein, wir sind nicht mehr in Griechenland. Hier heißt es „Dobar den“. Ich bin gespannt, wie lange er noch „Jassas“ ruft.



Die Grenzerin beschäftigte sich mit unseren Ausweisen, dem Fahrzeugschein und der Versichertenkarte und wollte wissen, wo wir hinwollen (Nach Hause). Ihre Kollegen zeigten Interesse an Allmo, also daran, dass eine alte Feuerwehr jetzt ein Camper ist.

Ein Häuschen weiter stand der Kollege des Zolls. Doch nach dem er zweimal nachgefragt hat, ob wir nichts zu verzollen haben (haben wir nicht) und er wissen wollte, wo wir herkommen (Griechenland) und wo wir hinwollen (Germany), interessierte ihn noch welche Flagge innen bei uns hängt (die von Cuba). Danach konnten wir ohne weitere Kontrollen passieren. Ich bin mir nicht sicher, ob sein Kollege uns näher unter die Lupe nehmen wollte oder nur einen Blick in Allmo werfen wollte oder eventuell die Tour probieren wollte, die Versichertenkarte nicht anzuerkennen (wurde uns von Leuten auf Kreta berichtet, aber an anderen Grenzübergängen). Aber der jüngere Zöllner, war ganz entspannt und hatte kein Interesse an unnützer Arbeit oder Diskussionen. Und schon waren wir in Nordmazedonien.

Von der Grenze fuhren wir nur noch wenige hundert Meter weiter. Eigentlich hatte ich uns ein Übernachtungsziel an einem See im Landesinneren herausgesucht. Dieser Platz wäre noch fast 100 Kilometer entfernt gewesen und weil die Sonne so schön scheint, entschieden wir, an den Dojran See zu fahren.

Griechenland und Nordmazedonien teilen sich diesen See. Am südlichen Ende, direkt am Ufer des Sees, stellten wir Allmo ab. Auch hier befand sich früher mal ein Campingplatz (Autokamp MVR). Doch die Natur hat sich die Fläche zurückerobert. Einzig der Weg zu dem früheren Sanitärhäuschen, wurde irgendwann mal gepflastert. Warum auch immer.

Ich unternahm direkt einen kleinen Spaziergang. Natürlich interessierte mich, wie die Grenze am Ufer aussieht. Ein angelegter Weg, der in Richtung Grenze auch schon mal bessere Zeiten gesehen hat, führte mich am Ufer entlang in Richtung Griechenland. Der Versuch das Ufer mit einer Uferbefestigung schön herzurichten, war kläglich gescheitert. Der Beton bröckelte und die Pflasterarbeiten waren nie beendet worden oder jemand konnte eine ganze Menge Pflastersteine gebrauchen. Ähnlich sah es mit der Beleuchtung aus. Lediglich Kabel schauten aus dem Boden.



Bereits vor dem eigentlichen Grenzverlauf war ein Schild montiert, wonach der Übertritt nur für autorisierte Personen erlaubt ist. Zudem befand sich dort ein Tor und man hätte sich einen Weg durch das Schilf freischlagen müssen.

Wieder zurück bei Allmo, sah ich, dass Frank sich mit einem Herrn unterhielt. Ich war mit meiner Erkundungstour eh noch nicht fertig. Die Reste vom Campingplatz wollte ich mir noch ansehen. Wobei tatsächlich nur das Sanitärgebäude gut zugänglich war. Irgendein schlauer Mensch war auf die Idee gekommen, Laub in Plastikbeuteln zu sammeln und diese dann neben den Weg ins Gebüsch zu werfen.

Und dann spazierte ich noch ein Stück in die dritte Richtung, am See entlang. Zurück bei Allmo, der Herr war immer noch da, erfuhr ich, dass es sich um einen deutschen Polizisten handelt, der für acht Wochen hier arbeitet. Hauptsächlich geht es darum die hiesige Polizei bei den Flüchtlingsströmen zu unterstützen.



Wir unterhielten uns eine ganze Weile und erfuhren unter anderem, dass wir bei Schwierigkeiten an der Grenze jemanden von Frontex verlangen sollen. Wenn die dort in der Nähe aktiv sind. Sonst klappt das natürlich nicht. Ansonsten immer jemanden von der deutschen Botschaft kontaktieren, aber nie mit ins Stadtzentrum oder ins Landesinnere zu einer Polizei oder so was fahren. Die Schwierigkeiten müssen an der Grenze geklärt werden. Es war ein sehr interessantes Gespräch.

Die Sonne schien heute schön, doch nach einer Weile wurde mir dann doch etwas frisch und ich ließ mich in der Doka von den Sonnenstrahlen, die durchs Fenster schienen, wärmen. Gemeldet waren 14 Grad. In der Nacht soll es auf Null Grad herunter gehen.

Der Tag heute ist für uns eine Stunde länger, allerdings geht die Sonne bereits eine Stunde früher unter, woran wir uns erst noch gewöhnen müssen. Dafür geht sie aber auch schon um halb 6 Uhr auf. Hoffentlich bringt das Emma nicht auf dumme Gedanken.

In unserer Nachbarschaft leben Frösche, die uns schon bei unserer Ankunft lautstark begrüßten. Mal sehen, wie gesprächig die in der Nacht sind.

Einige Spaziergänger, Hundgassi-Geher und Sportler nutzen den angelegten Weg am See. Es war ganz schön viel los. Hoffentlich ist es in der Nacht ruhig. Das heute Donnerstag und nicht Freitag ist könnte ein Vorteil sein.

Zum Abendessen gab es wieder bayrisch-griechische Burger, die wir mit einem letzten oder vorletzten Blick auf Griechenland verputzten.

Freitag, 21. März 2025

Am Abend hörten wir tatsächlich, neben dem Quaken von Fröschen und dem Bellen von Hunden, das Heulen von Schakalen. Wie wunderbar 😊 Natürlich konnte es sich Emma nicht nehmen lassen, in das Konzert einzusteigen und das Tier-Quartett war komplett.

In der Nacht war es dann tatsächlich komplett ruhig. Kein Mucks war zu hören und Emma war auch rücksichtsvoll. Klar, bei den kalten Temperaturen kuschelt sie lieber, anstatt sinnlos hin und her zu laufen.

Dank der Zeitverschiebung waren wir alle früh wach und bereits vor 7 Uhr hatten wir gefrühstückt. Die frühe Stunde nutzten wir und fuhren weiter.

Unser erstes Ziel lag gar nicht weit entfernt. Auf der gegenüberliegenden Seite des Dojran See befindet sich der Lost Place des Little Pioneer Youth Camp. Gestern hatte ich diesen Ort auf der Karte entdeckt und weil es nur ein kleiner Abstecher war, legten wir diesen ein.

Wir parkten Allmo mitten auf dem Feldweg, der an der ehemaligen Jugendherberge vorbei führt. Glücklicherweise wollte keiner zu der Zeit vorbei. Denn, wie wir bei unserer Erkundungstour sehen sollten, befanden sich dahinter und rund um ein paar Felder.

Im Grunde gibt es zwei Zugänge zu dem Komplex, jeweils bei den äußeren Gebäuden. Alles andere ist ziemlich zugewuchert. Die Erdgeschosse der äußeren Gebäude dienen als Lager für Stroh und Hopfen (?). Wir sahen uns nur in einem Obergeschoss um, welches gänzlich leer war. Interessant waren die runden Bullaugen mit den hervorstehenden Betonelementen. Generell sehen die Gebäude, mit ihren teilweise geschwungenen Formen, etwas futuristisch aus.



Die Bodenbeläge sahen noch gar nicht so alt aus. Einen Teil der Marmor-Treppenstufen konnte wohl jemand gebrauchen. Zwischen den beiden östlichen Gebäuden gelangten wir in den Kantinenbereich. Von der anderen Seite war der Zugang nicht möglich, weil alles komplett zugewuchert ist.

Schnell hatten wir alles gesehen und fuhren uns weiter. Rund 200 Kilometer lagen heute noch vor uns.

Tbc

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert