
In Buzău stoppten wir bei Lidl. Der Parkplatz war rappelvoll. Doch hinten in der Ecke gab es noch ein Plätzchen für Allmo. Als wir unseren kleinen Einkauf beendeten, hatte die Regenwolke gegen die Sonne gesiegt. Und dies änderte sich erst zur Nacht hin.
Wir fuhren bei Bentu in Richtung Fluss und suchten uns einen Übernachtungsplatz (Inspiriert von Moni und Micha – ihr hattet vor einem Monat deutlich besseres Wetter).
Die Welpen, die mit ihrer Mami zu Beginn der Piste an einem Gebäude hockten, ignorierten wir. Ich wollte nicht traurig sein.
Für’s Abendessen holte Frank noch den Backofen nach innen, so dass wir im Trockenen die Reste der Tajine aufwärmen konnten.
Dienstag, 20. Oktober 2026
Nach etwas Hundegebell am Abend, war es in der Nacht ruhig. Am Morgen setzte sich die Sonne langsam durch.
Wir stoppten an dem kleinen Gebäude, welches zum Angelverein gehört. Fünf Welpen und drei Hunde begrüßten uns. An dem Gebäude gab es einen eingezäunten Bereich mit einer kleinen Holzhütte, Näpfen. Wir verteilten etwas von Emmas Futter.
Als wir fuhren, kam eine Frau. Zwei der Hunde liefen ihr freudestrahlend entgegen. Es kümmert sich also jemand um die Hunde. Dennoch brach es mir fast das Herz.
Über die Dörfer kamen wir gut voran. So kurz vor dem Donau-Delta ist die Landschaft flach. Riesige landwirtschaftliche Nutzflächen befanden sich neben der Straße. Bewässert werden diese mit monströsen Beregnungsanlagen, wie wir sie vor Jahren erstmals in den USA sahen.
Über die Donau
In Brăila folgten wir der Umgehungsstraße. Die Stadtdurchfahrt ist auf 3,5 Tonnen begrenzt.
Plötzlich tauchte eine riesige neue Brücke vor uns auf, die wie wenige Kilometer später befuhren. Die Brücke überspannt die Donau. Mit einer Länge von fast 2 km ist sie die sechst längste Hängebrücke Europas.
Die Mautschilder am anderen Ufer waren abgeklebt. An der Mautanlage fehlten die Kassen Häuschen. Also freie Fahrt.
Plötzlich tauchten in der flachen Ebene des Donaudeltas Hügel auf. Irgendwo dort lag unser Übernachtungsziel.
St. Mary’s Stones
Hinter dem Ort Greci waren die St. Mary’s Stones – Pietrele Mariei unser Ziel.
Kaum angekommen stellten wir fest, dass die TollRo App vor rund einer Stunde das Tracking beendet hatte, weil das Guthaben zu niedrig wäre. Wobei etwas weniger als 25 RON, also 5 Euro, noch auf als Credit verfügbar waren. Nach unseren bisherigen Erfahrungen hätte das noch mindestens für 2 Tage gereicht. Erst war die TollRo-Hotline besetzt, also eine Nachricht über das Kontaktformular geschrieben. Dann ging doch jemand ans Telefon. Doch richtig weiterhelfen konnte die Dame nicht, weil das System noch neu ist und sie selbst erst Erfahrungen sammeln müssen. Doch sie versicherte, dass es erstmal einen Brief mit der Gebühr gibt, die zu zahlen ist und erst wenn die nicht gezahlt wird, dann gibt’s eine Strafe. Leider wird das wohl per Post versendet und nicht per Mail. Nachträglich für die Strecke zahlen (also eine Nachbuchung) ginge nicht.
Über das Ticketsystem kam später noch die Antwort, dass das System das Tracking automatisch beendet hat, weil das Guthaben weniger als 25 RON betrug. Das wäre automatisch der Fall, auch wenn noch Guthaben vorhanden ist.
Sehr unglücklich, zumal uns dies nicht bekannt war. Macht ja auch keinen Sinn.
Wir sollten neues Guthaben aufladen und dann das Tracking neu starten. Was mit der gefahrenen, aber nicht getrackten Strecke ist, blieb offen. Also nochmal nachgehakt.
Doch die Antwort war nicht zufriedenstellend. Nachbuchen/nachbelasten ginge nicht. Auch kann von TollRo kein Zugriff auf das System bezüglich einer möglichen Strafe etc genommen oder ein Vermerk hinterlegt werden. Für Mautvergehen ist eine Kontrollbehörde zuständig. Ob und wann wir also Post aus Rumänien bekommen (für vermutlich keine 2 Euro) bleibt abzuwarten.
Dann quasi zeitgleich die Erkenntnis, dass wir uns in einem Nationalpark (Macin Mountains) befinden und ein Eintrittsgeld hätten zahlen müssen. Ein Besucherzentrum befand sich im Dorf. Das hatten wir bei der Fahrt jedoch nicht wahrgenommen. Eine Zahlung wäre auch per SMS oder bei einem Ranger möglich. Auf Letzteres setzten wir. Vergeblich.
Ein Hirte versuchte Frank irgendwas zu erklären. Was Frank nicht verstand. Letztlich sollte es wohl heißen, dass wir so nicht stehen bleiben können, sonst würde die Hand abgehackt (symbolisch, für „ist verboten“). Also P4N befragt und den erlaubten Platz angesteuert. Jetzt standen wir im Wald und waren nicht glücklich.
Zu Fuß gingen wir dann zu den St. Mary’s Stones, an denen wir vorhin noch standen. Begleitet wurden wir von zwei Hunden. Wie eine Steppe wirkte die Landschaft um uns herum. Die St. Mary’s Stones selbst wirken wie Drachenzacken, die aus der Landschaft herausragen.
Auf dem Rückweg sahen wir uns nach einem anderen Übernachtungsplatz um. Bei den vielen tiefhängenden Ästen war es nicht so einfach diesen anzusteuern. Irgendwo hatte Allmo sich dann doch noch einen Ast gefangen.
Fliegen, Marienkäfer und anderes Insektenzeug belagerte uns. Ein Platz über den täglich mehrere Schafherden ziehen ist wohl attraktiv für Insekten jeglicher Art.
Während Frank unser Abendessen zubereitete (Schnitzel mit buntem Gemüse), unterhielt ich mich mittels Übersetzer etwas mit einem jungen Ziegenhirten. Eigentlich hatte er ein Alter, im dem er Englisch sprechen sollte. Vorsichtshalber ließ ich die App auch das Rumänische vorlesen. Sein Hund war sehr mager und ängstlich und zog die Rute fast bis zur Nasenspitze.
Die beiden Hunde, die uns zu den St. Mary’s Stones begleitet hatten, wichen nicht von unserer Seite. Später kam noch eine getigerte Katze dazu. Alle drei waren Freunde und wir kuschelten zusammen.
Es war noch nicht komplett dunkel, als wir Schakale hörten, die sich irgendwo in den Bergen hinter uns herumtreiben mussten. Ein magischer Moment, der sich später noch zweimal wiederholte.
Mittwoch, 21. Oktober 2026
Die Nacht war ruhig. Unsere beiden Wachhunde waren auch am Morgen noch da. Die Katze war nicht zu sehen. Leider war es wieder bewölkt. Schade, die Sonne gestern hatte so gut getan.
Tbc














































































































































































































































































































































































































