Barranco de las Vacas



Kurz vor Erreichen des Barranco de las Vacas parkten schon einige Pkws am linken Fahrbahnrand und ein Vollhonk meinte ausparken zu müssen und gab direkt Vollgas. Nur das wir ihm Entgegen kamen. Für zwei Pkws und einen LKW war die Spur eigentlich nicht breit genug. Ich an Franks Stelle hätte dem Typen mit dem weißen Leihwagen deutlich klar gemacht, dass er die zwei-drei Pkw-Längen wieder in seine Parklücke zurücksetzten muss, doch Frank tat es nicht.

Stattdessen lenkte er noch ein wenig nach rechts und es machte ein kurzes krrgg. Weiter rechts geht wohl nicht. Später auf dem Parkplatz sahen wir, dass am vorderen Kotflügel nur ein ganz leichter Kratzer entstanden war. Der Vollhonk passte zum Glück durch die schmale Lücke, ohne uns noch weiter zu beschädigen und wir fuhren auch weiter. Im Nachhinein könnte auch der Eindruck entstehen, dass der Typ mit Absicht aus der Parklücke herausschoss. Denn wir waren nicht zu übersehen und wegen der vielen parkenden Autos und der Menschen war ein schnelles Tempo eh unangebracht.


Theoretisch wäre dort am rechten Rand eine Parkmöglichkeit auf dem Hügel für uns gewesen. Doch wir waren noch genervt vom Vollhonk und von den ganzen parkenden Pkws und außerdem sprangen auf dem Hügel auch noch Menschen herum, so dass wir weiter dem Straßenverlauf folgten.

Einige hundert Meter weiter gab es auf der rechten Seite eine größere geschotterte Ausbuchtung, auf der noch niemand parkte. Frank brachte Allmo direkt in Fluchtposition, damit niemand auf die Idee kommt uns zuzuparken.

Das Barranco de las Vacas wird auch der Antelope Canyon von Gran Canaria genannt. Ein hochtragender Vergleich, denn der Antelope Canyon ist um ein vielfaches länger, viel schmaler, die Felsen sind höher und haben eine rötliche Farbe. Aber ich möchte den Barranco de las Vacas nicht schlecht machen.



Ungefähr 250 Meter ging es für uns an der Straße zurück. Bei einer Unterbrechung in der Leitplanke führte ein Pfad nach unten in das Flussbett hinein. Unten hielten wir uns rechts. Der linke Weg hätte zu den parkenden Autos am Seitenstreifen geführt.

Durch das mit dicken Steinen versehene Flussbett gingen wir auf eine kleine Staumauer zu. Diese konnten wir linkerhand umrunden und im Flussbett weiterlaufen. Durch einen Tunnel, der sich in einer größeren Wand befand, landeten wir auch schon im interessanten Teil des Barranco de las Vacas.

Die Pkws am Straßenrand ließen ja schon vermuten, dass wir nicht allein sein werden, und so war es auch. Jede Menge Menschen befanden sich mit uns im Barranco. Wobei uns einige entgegenkamen und wir am Ende doch tatsächlich das Barranco für uns allein hatten. Damit hatten wir zu Beginn nicht gerechnet.



Wir wussten auch nicht, dass das Barranco nach nur wenigen Metern (um zwei drei Kurven) nicht weiter begehbar ist, zumindest nicht von dieser Stelle aus. Denn hinter den hohen Felsen geht es natürlich noch weiter. Nur für die Menschen ist an dieser Stell in dem Kessel aus Felswänden Schluss. Da nun niemand außer uns noch dort waren konnten wir die Umgebung in Ruhe auf uns wirken lassen. Erst als wir wieder kurz vor dem Tunneldurchgang waren kamen uns Menschen entgegen. Verrückt, wie sich erst alles knubbelt und dann ist plötzlich nichts mehr los.

Auch wenn wir weder Kühe im Barranco de las Vacas fanden und der Vergleich mit dem Antelope Canyon etwas hingt, ist es schon beeindruckend, wie die Felswände des Canyon einst durch das Wasser gebildet wurden.

Fast eine Stunde später bzw. nach 2,75 Kilometern waren wir wieder bei Allmo. Dem Straßenverlauf folgten wir weiter bis nach Agüimes. Im Gegensatz zu der Wanderung zur Höhle war die Sonne hinter Wolken verschwunden, so dass wir zwar nicht froren, aber auch nicht schwitzen mussten.

tbc

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