Bevor wir für eine letzte Nacht zur Playa de la Nea fuhren, wollten wir Allmos Durst stillen und noch ein paar Dinge einkaufen.

Diesmal waren wir so klug, nicht die kleine Tankstelle anzufahren, wo wir nur mit Müh und Not an der äußersten Zapfsäule tanken konnten. In unmittelbarer Nachbarschaft gab es eine ebenfalls günstige Tankstelle, die für uns hoffentlich komfortabler sein wird. So war es dann auch.

Kaum das wir neben der Zapfsäule standen, hatte Allmo einen neuen Fan. Einen Feuerwehrmann, der am Flughafen arbeitet, war sehr begeistert uns bzw. Allmo zu treffen. Er sprach ein sehr gutes Englisch, was daran lag, dass er mal in England studiert hatte. Seine Kollegen würden bestimmt ganz neidisch sein, wenn er denen die Fotos von Allmo zeigt.

Allmo hatte nur wenig Durst bzw. waren wir seit dem letzten Tanken nicht so viele Kilometer gefahren. Doch für günstige 1,12 Euro/Liter Diesel mussten wir natürlich noch mal volltanken. Auf dem Festland wird es dann ja wieder deutlich teurer.

Nach dem Tanken steuerten wir noch Lidl und Mercadona an. Beide Supermärkte befanden sich nebeneinander und wir nutzten einen freien Platz am Seitenstreifen, um Allmo dort abzustellen. Dafür mussten wir dann wieder etwas weiter laufen, aber Allmo stand gut eingeparkt.

Playa de la Nea



Und dann ging’s für eine letzte Nacht an die Playa de la Nea. Diese lag nur rund fünf Kilometer entfernt. Vor genau 10 Tagen hatten wir dort mit etwas mehr Wind an einem Wochentag (die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag) ganz entspannt am beinahe leeren Strand gelegen und ruhig übernachtet.

Uns war schon im Vorhinein klar, dass an einem Samstag bei schönstem Sonnenschein deutlich mehr los sein wird und so war es dann auch. Bereits von oben blickten wir auf die mit Pkws zugeparkten Randstreifen. Und auch auf der geschotterten Fläche, wo wir letztes Mal standen, parkten schon die ersten Autos bei den paar Campern.

Im Grunde hatten wir noch Glück, dass wir so früh dran waren (es war gerade mal 10:15 Uhr durch) als wir den Parkplatz erreichten. Nur wenige Minuten später hätten wir nicht so leicht einparken können. Quasi sekündlich kamen mehr und mehr Fahrzeuge, und es wurde alles, was ging, an Plätzen zum Parken in Beschlag genommen.

Wir machten uns direkt auf den Weg zum Strand, wo wir etwas in der Sonne lagen, Frisbee spielten und uns mehrfach im Wasser erfrischten.

Angriff auf Allmo



Zur Mittagszeit legten wir eine Sonnenpause ein, die wir direkt mit einer Bürozeit nutzten. Es herrschte ein Munteres Kommen und Gehen und es war spannend zu sehen, wie die Menschen teilweise ihre Autos über den Bordstein und durch die kleinen Schlaglöcher fahren. Der Spaß hörte auf, als es plötzlich rummste. Irgendwer war gegen Allmo gefahren. Ich sprang sofort raus und erwischte die Übeltäterin quasi bei der Flucht. Sie schien es überhaupt nicht zu interessieren, dass sie gegen unser Fahrzeug gefahren war. Anstatt anzuhalten und auszusteigen wollte sie schon weiterfahren.

Frank war inzwischen auch aus Allmo rausgekrochen (er saß hinten und war nicht so schnell wie ich). Während er Allmo auf möglichen Schäden begutachten sollte, stellte ich mich vor das Auto der Unfallverursacherin. Diese bemühte sich dann mal raus und sagte immer nur „nada, nada“.  So nach dem Motto „es ist ja nichts zu sehen“. Du blöde Kuh! Auch wenn nichts zu sehen ist und das, was am Kotflügel abgeschrabbt ist auch schon vorher abgeschrabbt war, so muss man doch mal aussteigen, um zu schauen, ob nicht doch ein Schaden an dem fremden Fahrzeug entstanden ist. Aber sich einfach zu vom Acker machen zu wollen geht halt gar nicht. Wären wir nicht im Fahrzeug gewesen, dann wäre sie einfach wieder verschwunden und das ohne zu wissen, ob ein Schaden entstanden ist und wie groß dieser ist. Die Moral lässt immer mehr zu wünschen übrig.

Anstatt ordentlich mit uns zu sprechen (zugegeben, ich schrie sie auf Deutsch an) oder sich für ihr Fehlverhalten zu entschuldigen, fuhr sie dann einfach weiter bzw. parkte in einer der freigewordenen Parklücken auf Teer. Frank glaubte an Fahrerflucht, und knippste schnell ein Foto vom Kennzeichen, weil wir ja erst noch ordentlich nach einem Schaden schauen mussten.

Unsere Berliner Nachbarin sprach aus dem Seitenfenster zu uns, dass sie das Rumsen auch gehört hätte und wenn wir die Polizei verständigen wollen, dann könnte sie auch bezeugen, dass die Dame in uns reingefahren ist. Aber wir verständigten dann doch nicht die Polizei und verkrochen uns in Allmo.

Nach dem Einparken war die gute Dame dann doch etwas verunsichert, ob wir nun die Polizei gerufen hatten oder nicht. Aber anstatt nochmal rüber zu kommen und sich zu entschuldigen machte sie nur ein Foto von uns. Später sah ich mir dann noch ihre Kratzer an der Stoßstange an. Es waren deutlich Spuren auf dem Kunststoff zu erkennen.

Was für eine Aufregung am frühen Nachmittag. Und es zeigt sich, dass Parkplätze mit viel Verkehr für uns nicht gut sind. Nicht weil wir blöd stehen, sondern weil die Leute einfach nicht gut Autofahren können und sich einen Dreck scheren, wenn sie andere Autos beschädigen. Wir wissen gar nicht, was die gute Frau zwischen uns und dem Berliner wollte, die vorhandene Lücke war nicht groß genug, um eine Pkw dort zu parken.

Mit einem leicht unguten Gefühl gingen wir am Nachmittag erneut zum Strand. Hoffentlich wird Allmo nicht wieder von unfähigen Fahrern angegriffen. Das hat er echt nicht verdient.

Auf der Picknickdecke in der Sonne war es einfach nur herrlich und das Wasser kühlte uns immer wieder schön ab. Was werden wir das vermissen! Frank holte uns später noch zwei Radler, die wir in der Sonne genossen.

Bevor die Sonne hinter dem Hügel verschwand, zogen wir uns zurück und begannen zu kochen. Heute gab es Zigeunerschnitzel mit Pommes. Erst bekamen wir Besuch von einem Hund mit Halsband, der uns sehr interessiert beim Essen zuschaute und dann kam eine Tiger-Dame vorbei. Nachdem ich mit unseren schwedischen Nachbarn geklärt hatte, dass es nicht deren Katze ist und sie wohl eine Streunerin ist, wollte ich sie mit Emmas Futter beglücken. Und was ist? Das undankbare Tier schleckte etwas lieblos daran und mehr nicht. Anscheinend ist sie anderes oder besseres Futter gewöhnt. Zumindest ließ ihr Gewicht (ich musste sie aus der Doka rausheben, weil sie dort schon reingesprungen war) darauf schließen, dass sie sehr gut ernährt wird und daher wohl auch wählerisch sein darf. Später schlich sie immer wieder in unserer Nähe herum. Wohl in der Hoffnung doch noch besseres Futter abzustauben.

So, dass war nun unser letzter Tag auf den Kanaren. Morgen geht’s auf die Fähre, die uns aufs spanische Festland bringt.

Sonntag, 17. März 2024

An den Wochenenden steht man am besten weit weg von jeglicher Zivilisation und anderen Störenfrieden. Der spanische Leih-Camper-Nachbar schloss in der Nacht diverse Male seine Tür. Keine Ahnung, ob der kein Klo an Bord hat, immer zum Pieseln rausmusste und dann die Tür wieder zuschlug. Jedes Mal schreckte ich hoch. Ein herzliches Dankeschön auch an die Idioten, die gegen vier Uhr laut am Strand herum palaverten. Danach war an Schlaf nicht mehr zu denken.

Früh waren wir auf den Beinen und unternahmen mit Emma einen letzten Strandspaziergang, was sie wenig beeindruckte. Ihr Ziel war es, schnellstmöglich zu Allmo zurückzukehren. Bereits um 8:30 Uhr füllte sich der Parkstreifen, neben vielen Tauchern trafen auch die ersten Badegäste ein.



Hatten wir eigentlich vorgehabt, bis zur Fahrt zum Hafen an der Playa de la Nea zu verweilen und nochmal ins Wasser zu hüpfen, so verwarfen wir dies. Nach den Erfahrungen von gestern, wird es ab 10 Uhr irgendwann kritisch werden, und eine Ausfahrt für uns vielleicht nicht mehr möglich sein. Also rollten wir bereits vor 9 Uhr vom Gelände. Zu dem Zeitpunkt brannte die Sonne schon kräftig hernieder.

Anaza



Quasi um die Ecke befindet sich die Hotel-Ruine von Anaza, die nicht zu übersehen ist. In bester Küstenlage wurde mit dem Bau eines Hotels begonnen. Der Rohbau steht, doch dann ging es nicht weiter. Als Anwohner von Anaza würde mich der Blick doch sehr stören. Bleibt nur die Frage was zuerst da war. Die Hotel-Ruine oder die dörfliche Bebauung?

Wir parkten Alllmo über zwei Parkboxen, das Heck ragte etwas auf den Bürgersteig. Doch stören wird dies niemanden. Eigentlich sieht es so aus, als wenn die Parkplätze mal für die Fahrzeuge der Hotelgäste gedacht gewesen wären. Nach jeder dritten Parkbox folgt ein kleiner Grünstreifen mit einer großen Palme. Eigentlich hübsch gemacht, nur dass dort kaum einer parkt. Außer der Hotel-Ruine gibt es auf der Ebene keine weitere Bebauung.



Ein Bauzaun bzw. Drahtmatten sichern das Baustellengelände ab. Allerdings befinden sich sowohl von der westlichen Seite (von der Küste kommend) als auch entlang des Bürgersteigs je eine Stelle, an der die Drahtmatten fehlen. Ein Zutritt zu dem Gebäude wäre also eine Weiteres möglich gewesen, doch wir verzichteten darauf.

Stattdessen nahmen wir die Muelle de Anaza ins Visier. Der Hafen befand sich eigentlich gegenüber von uns, doch mangels einer Verbindung, mussten wir außen herum fahren.

Die Zufahrt hinunter ist nur für Fahrzeuge bis 7 Tonnen erlaubt. Viel mehr wiegen wir ja nicht und daher fuhren wir bis nach unten.

Auf einem großen Gelände mit zwei Basketball-Feldern und einem Fußballfeld gibt es ausreichend ebene Parkplätze. Bereits auf der Zufahrt stehen unzählige weitere Parkplätze zur Verfügung, dort standen auch ein paar Camper.

Viel Geld wurde investiert, um diesen Ort anzulegen. Die terrassenförmige Zufahrt bzw. deren Randbegrenzung ist schön mit grauen Lavasteinen eingefasst. Es gibt neben dem Zugang zum Meer (bestehend aus einer Rampe für Boote – mit Reling, damit die Taucher sich dort festhalten können – und einem Treppenzugang für Schwimmer) einen kleinen Spielplatz. Doch leider ist alles total vermüllt. Die kleinen Mülltonnen platzen aus allen Nähten und auch große Müllcontainer sind vorhanden und dennoch liegen Flaschen und Dosen in den Sträuchern. Von dem vielen (!!!) Klopapier und feuchten Tüchern mal ganz abgesehen. Das ist mit Abstand das am schlimmsten verschmutzte Gelände unserer Kanaren-Reise.

Während Frank eine Bürozeit einlegte, tippte ich fleißig die letzten Zeilen und packte ein paar Sachen, die wir mit auf die Fähre nehmen. Hoffentlich hat alles mit der Buchung der Haustier-Kabine geklappt.  In ein paar Stunden werden wir es wissen.

Ein letztes erfrischendes Bad



Nachdem Frank seine Bürozeit beendet hatte, gingen wir beide zum Wasser. Ein letztes Mal sprangen wir in die Fluten und erfreuen uns an dem angenehm frischen Wasser. Danach setzten wir uns auf eine der Beton-Sitz-/Liege-Flächen, ließen uns trocknen und von der Sonne wärmen und sprangen direkt noch mal ins Wasser.

Als wir zu Allmo zurückkehrten, stand in unserer Nähe ein Mercedes Kurzhauber geparkt. Frank hatte direkt geblickt wer es war: Arwid und Nele mit den beiden Mädels. Das Fahrzeug hatten wir auf La Palma am Straßenrand gesehen, woraufhin Frank im Allrad-LKW-Forum auf die Suche ging, wer das denn sein könnte. Leider passte es mit einem Treffen nicht, weil wir etwas schneller unterwegs waren. Nun hatten wir es also doch noch geschafft uns persönlich zu treffen.

Für uns wurde es dann langsam Zeit für unseren Mittagssnack, der heute aus Resteverwertung bestand. Für jeden gab es einen Wrap, ein halbes Schnitzel und noch ein paar labbrige Pommes. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Hafen in Santa Cruz de Tenerife.

Mit Sonne satt und Temperaturen, die fast an die 30 Grad Grenze heran reichten, nehmen wir also Abschied von den Kanaren. Frank stellte gestern fest, dass das Wetter genauso schön und warm ist, wie bei unserer Ankunft am 04. Oktober. Bis auf wenige Ausnahmen hatten wir tatsächlich seit Beginn unserer Reise am 14. September 2023 nur schönes Wetter.

tbc

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